Nettolohn.de Lexikon

Gewerbeanmeldung

Ein Gewerbe muss jeder selbstständige Unternehmer anmelden, der keinen freien Beruf im Sinne des § 18 EStG (Einkommensteuergesetz) ausübt. Zu den freien Berufen zählen z.B.

Steuerberater

, Architekten, Ärzte oder Journalisten. Wer aber einen Einzelhandel, eine Gastwirtschaft oder einen Onlineshop eröffnet, muss sein Gewerbe anmelden. Die rechtliche Grundlage findet sich im § 14 GO (Gewerbeordnung).  

Für die

Gewerbeanmeldung

ist das Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde verantwortlich. Die Anmeldung muss spätestens dann vorgenommen werden, wenn der Gewerbetreibende seine Tätigkeit aufnimmt. In Ausnahmen kann die Anmeldung später erfolgen. Liegt allerdings zwischen der Aufnahme der Tätigkeit und der

Gewerbeanmeldung

ein zu langer Zeitraum, kann die Behörde ein Bußgeld verhängen.

Meldet eine einzelne Person ein Gewerbe an, genügt als Vorlage der Personalausweis. Soll der Gewerbebetrieb in der Rechtsform einer Personenhandelsgesellschaft (z. B. OHG oder KG) oder als Kapitalgesellschaft geführt werden, muss der

Gewerbeanmeldung

ein Handelsregisterauszug vorgelegt werden. Für die Anmeldung des Gewerbes berechnet die Gewerbebehörde eine Gebühr, die zwischen zehn und vierzig Euro liegt.   

Steuerrechtlich muss ein Gewerbetreibender beachten, dass er neben der

Einkommensteuer

und der Umsatzsteuer auch zur Gewerbesteuer veranlagt werden kann. Wird das Gewerbe von einer einzelnen Person oder einer Personengesellschaft betrieben, profitieren die Gewerbetreibenden von dem Gewerbesteuerfreibetrag. Dieser ist in § 11 Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG (Gewerbesteuergesetz) geregelt und beträgt derzeit 24.500 Euro. Wird das Gewerbe als Kapitalgesellschaft betrieben (z. B. als GmbH oder AG), wird der Gewerbesteuerfreibetrag nicht berücksichtigt.  
Übt der Gewerbetreibende seine Tätigkeit nicht mehr aus, muss er sein Gewerbe bei dem Gewerbeamt wieder abmelden.


zurück