Nettolohn.de Lexikon

Insolvenz

Das Wort

Insolvenz

hat lateinische Wurzeln und bedeutet so viel wie Zahlungsunfähigkeit. Damit wird die Unfähigkeit eines Unternehmens oder von Privatpersonen bezeichnet, ihren laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Wenn jemand seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, wird die Person oder Firma als insolvent bezeichnet.

Man redet auch von einem Mangel an Liquidität (flüssiges Geld). Wenn jemand insolvent ist, bedeutet das nicht automatisch, dass er arm ist. In den meisten Fällen ist noch Vermögen in Form von Sachwerten (Häuser, Grundstücke, Autos, Maschinen, fest angelegtes Geld) vorhanden, das allerdings nicht liquide (flüssig) ist und nicht zur Begleichung laufender Verpflichtungen verwendet werden kann.

Wenn eine Firma oder eine Person zahlungsunfähig ist, muss ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden, in dessen Verlauf die Vermögenslage des Antragstellers genau überprüft wird. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland 19.000 Verfahren von Unternehmensinsolvenzen und knapp 69.000 Fälle von Privatinsolvenzen (Verbraucherinsolvenz). In beiden Gruppen sind die Insolvenzverfahren rückläufig. Das Ziel der Insolvenzverfahren besteht darin, die Ansprüche der Gläubiger so weit wie möglich zu befriedigen und die Zahlungsfähigkeit (Solvenz) des Schuldners wieder herzustellen.

Im privaten Bereich führt am häufigsten Überschuldung zur

Insolvenz

. Überschuldung tritt ein, wenn der Schuldner die Übersicht über seine Schulden verliert und sie nicht mehr zurückzahlen kann. So etwas passiert schneller als viele es für möglich halten. Wenn dann noch ein Schicksalsschlag wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, Tod eines nahen Angehörigen oder Berufsunfähigkeit wegen einer schweren Krankheit oder eines Unfalls dazu kommen, ist der Weg in die

Insolvenz

schon so gut wie vorprogrammiert.

Wenn sich finanzielle Probleme abzeichnen, sollte man nicht warten, bis der Gerichtsvollzieher klingelt, sondern rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. In ganz Deutschland gibt es Schuldnerberatungsstellen, an die sich Betroffene um Rat und Hilfe wenden können. Gemeinnützige Einrichtungen bieten den Service kostenlos an. Dafür muss der Schuldner jedoch lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Bei Fachanwälten, die sich auf Schuldnerberatung spezialisiert haben, gibt es sofort einen Termin. Die Experten berechnen für ihre

Arbeit

jedoch ein

Honorar

, das in Raten bezahlt werden kann.
Trotz des Honorars lohnt sich der Gang zum Anwalt. Dieser kann mit den Gläubigern seines Mandanten einen Vergleich aushandeln, bei dem im Idealfall mehrere Tausend Euro durch einen teilweisen Erlass der Schulden im Gegenzug zu freiwilligen Zahlungen des Schuldners eingespart werden können.


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