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Männerberufe

Es gibt kaum noch einen Beruf, der wirklich ausschließlich Männern vorbehalten ist. Spätestens nach der Einführung des Allgemeinen Gleichberechtigungsgesetzes dürfen zumindest in der Europäischen Union bei der Auswahl von Bewerbern keine Unterschiede mehr zwischen den Geschlechtern vorgenommen werden. In klassischen Männerberufen wie Soldat, Bauarbeiter, Schlosser oder Chauffeur machen längst auch Frauen Karriere.

Dennoch gibt es Berufsfelder, die so extreme physische Anforderungen stellen, dass sie in der Praxis reine Männerberufe sind. Arbeiten auf Offshore-Bohrinseln zur Förderung von Erdöl die einen Aufenthalt auf offener See, rund um die Uhr ein ständiges Ausgesetztsein härtester Witterungsbedingungen, erfordern. Auch Personenschützer sind heute noch klassische Männerberufe. Sie verlangen im Extremfall den Einsatz des eigenen Lebens – welcher Politiker möchte im Fall eines Attentats eine Frau für sich sterben sehen?

Der Begriff Feuerwehrmann steht genauso für einen echten Männerberuf wie Gerüstbauer oder Schiffslotse. Auch weibliche Matrosen sind außerordentlich selten. Das Zusammenleben über längere Zeit auf engstem Raum stellt besondere psychologische Anforderungen. Zwar können sie nicht als typische Männerberufe bezeichnet werden, dennoch werden Priesterämter und die Funktion des Papstes auch in absehbarer Zeit nicht von Frauen eingenommen werden. Hier ist die Ideologie ausschlaggebend. Auch wenn viele Frauen in Männerberufe wie Schmied oder Kraftfahrzeugmechaniker drängen, so geht es oft gar nicht darum, das Image dieser Tätigkeiten aufzuweichen. Sie möchten bewusst in Männerberufen tätig sein, um sich selbst eine Zeit lang männlich zu fühlen, um zu zeigen, dass sie auf ganzer Linie mithalten können. Männerberufe wird es also auch in Zukunft geben – unabhängig davon, wer darin tätig ist.


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