Nettolohn.de Lexikon

Zeugnissprache

Die

Zeugnissprache

wird in Arbeitszeugnissen verwendet. Zeugnisse dürfen keine negativen Formulierungen enthalten. Um trotzdem eine Bewertung des Arbeitnehmers vorzunehmen, bedienen sich die Arbeitgeber verschiedener Techniken. Da jede Aussage positiv formuliert sein muss, werden diese mit verschiedenen Zusätzen auf- oder abgewertet. Eine gute Arbeitsleistung ist beispielsweise eine durchschnittliche Bewertung. Eine Aufwertung erfährt diese Aussage durch 'stets gut' oder durch 'stets sehr gut'.

Negative Aussagen werden zwar durch eine Verneinung ins Gegenteil verkehrt, trotzdem ist die Aussage ohne Verneinung gemeint, zum Beispiel 'er war nicht unfreundlich'. Relativierungen wie 'er bemühte sich' sind schlechte Bewertungen. Sehr kurze Sätze sind ebenfalls negativ, da aufwertende Zusätze fehlen. Ebenso sind passive Formulierungen nicht positiv, weil sie den ganzen

Arbeitnehmer

als wenig aktiv erscheinen lassen.

Problematisch sind missverständliche positive Formulierungen. Diese könnten von einem zukünftigen Arbeitgeber anders gesehen werden und sich negativ auf den Bewerber auswirken. Eine weitere beliebte Möglichkeit sind das Weglassen bestimmter Aspekte oder die positive Bewertung von trivialen Tätigkeiten.

Der

Arbeitnehmer

sollte das

Arbeitszeugnis

genau prüfen. Stellt sie oder er fest, dass es sich um eine negative Bewertung handelt, lohnt es sich in den meisten Fällen, mit dem Arbeitgeber Rücksprache zu halten, damit dieser das

Arbeitszeugnis

verbessert.


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