Alzheimer- und Demenz-Erkrankungen: Rechtzeitige Absicherung wichtig

- 14.12.2012 von Sonja Hess -

Pflegeversicherung und AltersvorsorgeObwohl die Diagnose „Demenz“ oder „Alzheimer-Krankheit“ nicht automatisch eine Geschäftsunfähigkeit bedeutet, führen diese Erkrankungen im fortgeschrittenen Stadium unweigerlich dazu, dass ein Patient geschäftsunfähig wird. Wie kann man sich für diese Zeit des Vergessens absichern?

Demenz – eine Volkskrankheit

Es liegt wohl v.a. an der wachsenden Lebenserwartung, dass es immer mehr Demenz und Alzheimerkranke gibt. Schätzungsweise leben heute in Deutschland 1,3 Mio. Menschen mit Demenz, Tendenz steigend. Die Krankheit, die das Gehirn eines Menschen angreift und ihm nach und nach die Erinnerungen und auch die Denkfähigkeit nimmt, entwickelt sich schleichend und meist unbemerkbar. Eine Diagnose erfolgt in der Regel erst dann, wenn die Krankheit weit fortgeschritten ist. Allerdings wird mit der Diagnose dem Patienten nicht gleich seine Geschäftsfähigkeit aberkannt. Die Diagnose ist eher ein Warnschuss, der heißt: Jetzt muss für die spätere Zeit vorgesorgt werden.

Eine Vorsorgevollmacht ist eine gute Lösung

Das Wichtigste ist nach einer Diagnose den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, um Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Das bedeutet, dass man handeln soll, solange man noch geschäftsfähig bleibt. Mit einer Vorsorgevollmacht trifft der an Demenz oder an Alzheimer erkrankte Mensch wichtige Entscheidungen. 1. Er wählt eine Person seines (ihres) Vertrauens aus, die sich um seine Angelegenheiten kümmert, wenn er (sie) selbst das nicht mehr tun können wird. 2. Der Patient entscheidet darüber, welche Angelegenheiten für ihn (sie) die bevollmächtigte Person später erledigen soll. Es können nur Geldangelegenheiten sein, oder die Immobilienangelegenheiten, oder auch Entscheidungen über den Aufenthaltsort (Pflegeheim) und über die Art der medizinischen Pflege, risikoreiche Eingriffe und lebenserhaltende Maßnahmen inklusive. Über die letzteren Maßnahmen kann auch separat eine Patientenverfügung aufgesetzt werden.

Fast nie zu spät – eine Betreuungsverfügung

Ein Demenz- oder Alzheimerkranke, der als geschäftsunfähig anerkannt wurde, darf keine Verträge abschließen und keine größeren Käufe tätigen. Diese gelten als unwirksam. Doch darüber, welche Person mit der rechtlichen Betreuung vom Betreuungsgericht beauftragt wird, kann ein Kranker auch in dieser Phase entscheiden. Solange der Patient seinen Willen äußern kann, ist eine Änderung der Betreuungsverfügung möglich. Auch die Entscheidung darüber, in welchem Pflegeheim man untergebracht werden möchte, kann ein Demenzkranker in diesem Zustand mitbeeinflussen.

Fazit:

  • Diagnose Demenz oder Alzheimer bedeutet noch keine Geschäftsunfähigkeit.
  • Für spätere Zeit muss dringend vorgesorgt werden.
  • Eine Vorsorgevollmacht ist eine flexible und sichere Lösung.
  • Auch ein geschäftsunfähiger Patient kann eine Betreuungsverfügung aufsetzen.
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Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können