Künstlersozialklasse 2011

- 11.03.2011 von ph -

Im Jahr 1983 wurde durch die damalige Regierung die Künstlersozialkasse eingerichtet. Hintergrund war die ökonomisch wenig planbare und unsichere Situation freischaffender Künstler, die eine Rücklagen- und Vermögensbildung erschwerte und als Konsequenz häufig in die Altersarmut führte. Die Mitgliedschaft steht allen selbstständig tätigen Künstler und Publizisten offen. Im Gegensatz zu Selbstständigen aus anderen Branchen zahlen die Kassenmitglieder nur fünfzig Prozent ihrer Sozialversicherungsbeiträge selbst. Die andere Hälfte übernimmt die Künstlersozialkasse. Sie führt die Beiträge für ihre Mitglieder direkt an die Kasse ihrer Wahl und an die Rentenversicherung ab.

Die Einnahmen der Kasse setzen sich zusammen aus den Beiträgen der Mitglieder, einem Bundeszuschuss und der Künstlersozialbgabe der Verwerter. Sie ist eine gesetzlich verankerte Pflichtabgabe für alle Unternehmen, die regelmäßig künstlerische Produkte nutzen und verwerten. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge der Künstler errechnet sich aus ihrem Jahreseinkommen. Für die Verwerter sind die gezahlten Honorare die Bemessungsgrundlage. Die Abgabe der Verwerter und der Beitragssatz sind gleich. Sie werden jedes Jahr neu festgelegt und betragen für 2011 3,9 Prozent. Das entspricht dem Vorjahreswert, ein Beleg für  die wirtschaftliche Stabilität der Kasse.

2010 waren in der Künstlersozialkasse 165 000 freischaffende Publizisten und Künstler versichert. Eine  Hauptaufgabe der Kasse ist es, die Zugangsberechtigung des Antragstellers zu prüfen. Nachgewiesen werden müssen die dauerhafte selbstständige Tätigkeit in einem künstlerischen Bereich und ein Jahreseinkommen von mehr als 3.900 Euro.

Die Zahl der registrierten Verwerter wird für das Jahr 2010 mit 120 000 angegeben. Immer wieder kommt es zu Unstimmigkeiten und Unsicherheiten bezüglich der Abgabepflicht. Die Künstlersozialkasse berät auf Anfrage gern. Zusätzlich werden durch Beauftragte der Rentenversicherung Unternehmen überprüft und veranlagt. Die verlässlichen Zahlungen aller Beteiligten senken die Belastung des Einzelnen und sichern die Zukunft dieses europaweit einmaligen Modells.