Oldtimer als Altersvorsorge: Was sollte man dabei beachten?

24. Juni 2014 von Marlen Schurr

oldtimer in einer alten fabrikhalleIn Zeiten niedriger Zinsen und wachsender Unsicherheit über den künftigen Wert des Geldes sind Sachwerte als Anlageform besonders gefragt. Gerade, wenn es um langfristige Vermögenssicherung für die Altersvorsorge geht, setzen viele lieber auf wertbeständige Investments. In der Regel stehen Immobilien oder Edelmetalle im Fokus. Oldtimer erscheinen dagegen als ausgefallene Form des Sachwerte-Investments.

Großes Oldtimer-Interesse

Tatsächlich ist das Interesse an Oldtimern hierzulande überraschend groß. Nach Meinungsumfragen sollen sich fast 13 Millionen Deutsche für alte Fahrzeuge begeistern. Rund 800.000 Oldtimer stehen in deutschen Garagen, im Handel mit älteren Fahrzeugen wurden im vergangenen Jahr 760 Millionen Euro umgesetzt. Liebhaberei oder Renditeobjekt, die Motive zum Erwerb sind unterschiedlich. Beim Kauf als Kapitalanlage und zur Altersvorsorge gibt es jedenfalls einiges zu beachten.

Grundsätzlich spricht man von Oldtimern bei Fahrzeugen, die mindestens dreißig Jahre alt sind. Allerdings ist nicht jedes Auto mit diesem Alter automatisch wertvoll oder bietet Wertsteigerungspotentiale. Tatsächlich ist der Kreis begrenzt. Nicht immer, aber oft handelt es sich um Fahrzeuge im gehobenen Preissegment. Fachleute sprechen davon, dass mindestens 50.000 Euro für einen Oldtimer mit einigermaßen sicherem Wertsteigerungspotential nötig sind.

Wertsteigerungen nicht garantiert

Garantiert sind Wertsteigerungen de facto bei Autos, die in kleiner Auflage produziert wurden, technisch originell sind, ein außergewöhnliches Design haben und über prominenten Vorbesitzer oder Rennerfolge verfügen. Die Zahl dieser Fahrzeuge ist verschwindend gering, für ein Investment sind nicht selten Millionensummen erforderlich. Dass es auch mit bescheideneren Fahrzeugen geht, beweist der Citroën 2 CV, die berühmte ‚Ente‘. Früher aus dem Straßenbild nicht wegzudenken, hat sich ihr Wert seit der Jahrtausendwende verdreifacht. Das schafft längst nicht jedes Millionen-Objekt.

Ein Oldtimer muss schon eine kontinuierliche Wertsteigerung aufweisen, um überhaupt Kapitalerhalt sicherzustellen. Denn im Unterschied zu Gold und Silber fallen hier spürbare laufende Kosten für Unterbringung, Versicherung, Wartung und Pflege an. Nur Fahrzeuge, die sich in einwandfreiem Zustand befinden, bieten Chancen auf nachhaltige Wertsteigerungen. Im Schnitt sind etwa vier Prozent des Kaufpreises als jährliche Kosten anzusetzen. Mit anderen Worten: Die Rendite aus Wertsteigerungen muss mindestens vier Prozent betragen, damit der Besitzer nicht verliert. Ein positiver Ertrag ist dann noch nicht einmal erzielt. Und auch die Hoffnung auf ausgiebige Fahrten mit ihrem Oldtimer sollten Eigentümer begraben. Denn größere Fahrtnutzung mindert den Wert.

Nicht als einzige Altersvorsorge

Hinzu kommt, dass ein organisierter Markt wie eine Börse nicht existiert. Es gibt inzwischen zwar eine Reihe von Oldtimer-Indizes, die Wertentwicklungen abzubilden versuchen. Ob ein Besitzer einen der Index-Entwicklung entsprechenden Preis auch tatsächlich erzielt, ist eine andere Frage.

Oldtimer für die Altersvorsorge sind daher nur etwas für Investoren, die über ansehnliches Kapital verfügen und auch noch andere Formen der Vorsorge betreiben. Ein gutes Stück Liebhaberei sollte schon dabei sein, dann geht die Freude am Oldtimer auch nicht verloren, wenn der Wert sich nicht so entwickelt wie gedacht.


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