Private Pflege-Zusatzversicherung ohne Vorbedingungen abschließen

- 19.02.2013 von Sonja Hess -

PflegeversicherungAb dem Jahr 2013 wird die private Pflege-Zusatzversicherung staatlich gefördert. Doch wie hoch ist der staatliche Zuschuss und welche Bedingungen müssen Versicherte erfüllen, um in den Genuss der staatlichen Subventionen zu kommen?

Keine Vorbedingungen für den Versicherungsnehmer

Die Versicherung unterliegt keinen Vorbedingungen. Folglich können alle sozial oder privat versicherten Erwachsenen die Zusatzversicherung abschließen. Es gibt keine Risikozuschläge oder spezielle Ausschlusskriterien bis auf eine Ausnahme: bereits pflegebedürftige und/oder minderjährige Personen dürfen die Pflege-Zusatzversicherung nicht abschließen. Zudem erfolgt bei Versicherungsabschluss keine Gesundheitsprüfung. Somit können Menschen mit Vorerkrankungen wie z. B. Bluthochdruck oder Diabetes nicht von der Zusatzversicherung ausgeschlossen werden. Bei schon abgeschlossenen Zusatzversicherungen gilt: wenn diese keine Risikozuschläge bzw. Leistungsausschlüsse enthalten, können sie nach Beantragung ebenfalls gefördert werden.

Wer kommt in den Genuss der Förderung?

Der staatliche Zuschuss beträgt 60 EUR jährlich. Jedoch wird dieser erst bei einer Pflege-Tagesgeldversicherung gezahlt, deren Kosten mindestens 120 EUR jährlich betragen. Ebenfalls muss im Vertrag festgelegt sein, dass bei einem späteren Leistungsanspruch mindestens 600 EUR im Monat in Pflegestufe 3 vorgesehen ist. Am besten eignet sich die Zusatzversicherung für jüngere Menschen, da für diese die Monatsbeiträge geringer sind. Wichtig ist, dass der Vertragsabschluss gut überlegt sein sollte, da nur regelmäßige Zahlungen sich wirklich lohnen. Im Falle einer eintretenden Hilfebedürftigkeit (z.B. ALG II) der versicherten Person ist es möglich, den Vertrag bis zu 3 Jahre lang ruhen zu lassen.

Bessere Versorgung im Ernstfall

Wenn eine Person zum Pflegefall wird, müssen sie selbst oder ihre Angehörigen bestimmte Leistungen bei der Versicherung beantragen. Diese prüft dann mit Hilfe eines medizinischen Gutachters, ob und wie viele Stunden eine Person Hilfe im Alltag benötigt. Wenn zum Beispiel die Körperpflege, die Nahrungszubereitung und -aufnahme oder andere alltägliche Tätigkeiten beeinträchtigt sind, erfolgt meist eine Einstufung. Da Heimplätze jedoch sehr kostenintensiv sind (bis zu 4000 EUR monatlich) und die staatliche Förderung meist sehr gering (für Pflegestufe III nur 1550 EUR), müssten in diesem Fall die Angehörigen die Differenz bezahlen. Um dies zu vermeiden, ist eine Pflege-Zusatzversicherung vorteilhaft.

Fazit

Die Neuerungen sind auf den ersten Blick umfassend, deshalb hier noch einmal die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Lohnenswert vor allem für jüngere Menschen
  • Regelmäßiges Gehalt vorteilhaft
  • Keine Vorbedingungen und Ausschlusskriterien

Insgesamt ist eine Pflege-Zusatzversicherung eine gute Vorsorge für das Alter. Wenn Sie überlegen, eine Pflege-Zusatzversicherung abzuschließen, sollten Sie sich ausführlich beraten lassen und die angebotenen Tarife vergleichen. / Fotoquelle: fotolia.de / © bounlow-pic

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können