Rentenlücke für jüngere Jahrgänge vorprogrammiert – Was tun?

- 20.04.2014 von Marlen Schurr -

Riester-Rente und AltersvorsorgeFür die Menschen in Deutschland ist heute die gesetzliche Rentenversicherung, die die Versorgung der Bürger nach dem Ende ihrer Erwerbstätigkeit regelt, eine Selbstverständlichkeit geworden. Das war jedoch nicht immer so. In Deutschland wurde die Rentenversicherung für Arbeitnehmer erstmals 1891 gesetzlich eingeführt. Während einst die Rente als sicher galt, zeigen sich jetzt ernste Probleme.

Wie veränderte sich das System der Rentenversicherung?

Ursprünglich war das System der Altersrente so organisiert, dass jeder Beteiligte in sein persönliches Rentenkonto einzahlte und aus dem darin angesammelten Kapital die Rente finanziert wurde. Jeder war praktisch selbst für seine Rente verantwortlich. Dieses System erwies sich jedoch als zu anfällig für wirtschaftliche Krisen oder die Folgen von Kriegen. Daher wurde 1956 das Umlagenprinzip oder auch Solidarprinzip, eingeführt. Bei diesem System zahlen die Jüngeren, die erwerbstätig sind, die Rentenbeiträge für diejenigen, die aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind. Solange genügend junge Leute da sind, funktioniert das System einwandfrei. Jetzt aber zeigen sich ernste Probleme.

Der demografische Wandel gefährdet die Altersvorsorge

Den Menschen geht es gut, der Lebensstandard steigt, die medizinische Versorgung wird immer besser. Als Ergebnis dieser Faktoren werden die Menschen immer älter. Gleichzeitig zeigt sich noch ein anderes Phänomen. Menschen wollen ihr Leben genießen und sind immer weniger dazu bereit, die Kosten und Mühen, die mit der Erziehung von Kindern verbunden sind, zu tragen. Das Resultat zeigt sich in den seit Jahren rückläufigen Geburtenzahlen. Für die gesetzliche Altersrente bedeutet das, es gibt immer weniger Menschen, die in die Rentenkasse einzahlen, aber immer mehr, die daraus Geld entnehmen. Damit die Kasse nicht leer wird, bleibt keine andere Wahl als die Leistungen für den einzelnen Rentner zu kürzen. Der Zeitpunkt ist absehbar, an dem die durchschnittliche Altersrente nicht mehr ausreicht, um den gewohnten Lebensstandard zu finanzieren.

Private Altersvorsorge ergänzt die gesetzliche Rente

Arbeitnehmer haben verschiedene Möglichkeiten, um für ihr Alter vorzusorgen. Viele entscheiden sich für eine private Rentenversicherung. Bei anderen bietet der Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge an. Wo es dieses Angebot gibt, sollten die Arbeitgeber es auch nutzen, weil es verschiedene Vorteile hat. In vielen Fällen bezahlt der Arbeitgeber die Beiträge, oder wenigstens einen Teil davon. Die Beiträge werden vom Bruttolohn gezahlt und verringern daher den Nettolohn nicht so sehr. Bei einer privaten Versicherung dagegen muss der Arbeitnehmer die Beiträge selbst von seinem Nettolohn zahlen. Außer im Fall einer Riester-Rente gibt es nur wenige steuerliche Erleichterungen. Eine andere Möglichkeit zur privaten Altersvorsorge ist Immobilienbesitz. Von vielen Experten wird die eigene Wohnung oder das eigene Haus als beste Altersvorsorge angesehen. Für welche Form der privaten Altersvorsorge sich Arbeitnehmer auch entscheiden, wichtig ist, damit so früh wie möglich zu beginnen. Dank des Zinseszins-Effekts summieren sich auch kleine monatliche Beiträge und führen zu einem raschen Wachsen des Kapitals. Ebenso wichtig ist es, auch in finanziell schwierigen Zeiten durchzuhalten. Selbst die beste private Altersvorsorge nützt nichts, wenn sie nach ein paar Jahren einfach wieder beendet wird. Ohne eigene Vorsorge ist für viele jüngere Arbeitnehmer Altersarmut vorprogrammiert. / Fotoquelle: fotolia.de / © stockWERK

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!