Im Jahr 2013 könnte es an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sehr eng werden. Denn erstmals drängen die Absolventen zweier Jahrgänge gleichzeitig in die Hörsäle. Allein im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird mit einem Ansturm von 180.000 jungen Menschen gerechnet, die zeitgleich ihre Hochschulreife erworben haben. Das wären dann immerhin 55.000 mehr als im Jahr zuvor. Den Universitäten droht also ein ernstzunehmendes Platzproblem.
Auf der Suche nach Konzepten
Das Abitur nach der 12. Klasse stand schon öfter in der Kritik. Die Folgen werden nun vor allem die Universitäten und Fachhochschulen in NRW zu spüren bekommen. Denn nach dem Saarland, Hamburg, Niedersachsen und Bayern erhalten nun auch in Nordrhein-Westfalen zwei Jahrgänge gleichzeitig ihre Hochschulreife und bringen damit die Infrastruktur der Hoch- und Fachhochschulen an ihre Leistungsgrenzen und darüber hinaus. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass die allgemeine Wehrpflicht für männliche Absolventen weggefallen ist.
Eltern sind bereits in Sorge, ob der Nachwuchs seiner angestrebten Karriere wie geplant nachgehen kann. Die Stadt Köln hat zusammen mit der örtlichen IHK und Vertretern der Hochschulen bereits einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, um nach geeigneten Lösungen zu suchen. Auch die Handwerkskammer ist mit von der Partie und möchte gezielt um Lehrlinge für Ausbildungsberufe werben. Doch die gebotenen Möglichkeiten jenseits des akademischen Ausbildungsweges sind letztlich auch nicht für jeden eine Alternative.
Ganz neu ist das Problem überfüllter Unis übrigens nicht, denn schon jetzt haben die einzelnen Institutionen mit überfüllten Hörsälen und Seminarräumen zu kämpfen. Kritisch wird es aber auch hinsichtlich der Unterbringung: Die vorhandenen Studentenwohnheime sind längst nicht für eine so große Anzahl an Studenten ausgelegt.
Die Folgen für Schüler
Für Schulabgänger sind die Folgen offensichtlich: Es wird schwieriger für Sie, einen Studienplatz zu bekommen. Gleiches gilt übrigens auch für all jene, die eine Ausbildung beginnen möchten. Nicht jeder wird also das Glück haben, seinen Wunsch-Studienplatz zu erhalten. Einige Schüler werden möglicherweise einen Umzug in Kauf nehmen müssen, um in einem anderen Bundesland studieren zu können. So ist der Wechsel von G9 nach G8 und die damit verbundenen doppelten Jahrgänge in manchen Bundesländern bereits lange vom Tisch. Zu ihnen zählen, neben den bereits genannten, auch die östlichen Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo G8 bereits seit den frühen Neunzigern gängige Praxis ist. / Fotoquelle: fotolia.de / © Marco2811

