Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den BAföG Leistungsnachweis

- 31.08.2012 von Kim Teschner -

Das BaföG ist eine staatliche Ausbildungsförderung. Daher möchte sich der Staat versichern, dass die Förderung sinnvoll genutzt und nicht zu lange in Anspruch genommen wird. Um zu zeigen, dass ordnungsgemäße Studienleistungen erbracht wurden, müssen ab dem 4. Fachsemester Leistungsnachweise von Studenten an Universitäten und Fachhochschulen erbracht werden. Sie dienen als Nachweis über den Studienerfolg und die Einhaltung des Studienplans.

Was sind Leistungsnachweise nach BAföG?

Für Schüler und Auszubildende werden von der Schule als Leistungsnachweise die Anzahl der Fehlstunden an das BAföG-Amt geschickt. Steigt die Anzahl der unentschuldigten Fehlstunden oder ist die Versetzung mehrfach gefährdet, dann wird die Förderung durch BAföG gestrichen und eventuell werden die erbrachten Leistungen zurückgefordert.

Studenten müssen ihre Leistungsnachweise selbständig einreichen. In der Regel zählen dazu das Zeugnis über eine bestandene Zwischenprüfung, die Bestätigung der Studienstätte, dass nötige Leistungen wie Seminare, Klausuren, Hausarbeiten oder Prüfungen erbracht wurden und dass das Studium einen regulären Verlauf nach der Studien- und Prüfungsordnung des Studienganges nimmt. Seit 2010 müssen auch die ECTS Leistungspunkte bescheinigt werden.

Die Studenten müssen ihre Scheine zusammen mit dem amtlichen Formblatt in der Verwaltung des Fachbereichs vorlegen (bei mehreren Studienfächern für jedes gesondert) – die Mitarbeiter dort entscheiden über die Ordnungsmäßigkeit der erbrachten Leistungen.

Anerkannte Gründe für ein späteres Einreichen der Leistungsnachweise

  • während der Studienzeit wird eine vom Studiengang geforderte Sprache erlernt, die in der Schule nicht gelernt wurde
  • von der Studienordnung nicht vorgeschriebener Auslandsaufenthalt
  • längere, ärztlich attestierte Krankheit
  • Verschulden seitens der Hochschule, weil beispielsweise Prüfer verhindert waren
  • Schwangerschaft und Kindeserziehung, solange weiterhin mindestens 19 Wochenstunden Vorlesungen besucht werden

Welche Gründe werden für verspätete Leistungsnachweise nicht anerkannt?

Ein Doppelstudium oder ein Nebenjob zählen nicht als zusätzliche Belastung. Auch ein Zeitverlust durch den Wechsel des Studienortes oder -fachs werden ebenso wie das Versäumen der Vorlesungen oder häufiger Urlaub nicht anerkannt. Die Pflege kranker Angehöriger berechtigt ebenfalls nicht zu der verspäteten Abgabe des Leistungsnachweises.

Wenn ein Student die erforderlichen Leistungsnachweise gar nicht oder zu spät beim BAföG Amt einreicht, hat der Student danach keinen Anspruch mehr auf Förderung durch BAföG. Er kann jedoch, in der Regel unter großem Aufwand, den Leistungsstand aufholen. Sobald nachgewiesen werden kann, dass der normale Studienplan wieder eingehalten wird, besteht erneut Anspruch auf BAföG.

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.