BAföG – Förderungsdauer und Verlängerung beim Überschreiten

- 30.07.2012 von Kim Teschner -

Studium und BAföGGrundsätzlich wird BAföG für die Dauer der gesamten Ausbildung inklusive Unterbrechungen wie Urlaub oder vorlesungsfreie Zeit gezahlt. Praktisch gilt dies vor Allem für Schüler, die zeitlich unbeschränkt bis zum Schulabschluss von der Hilfe profitieren, solange sie regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Für alle anderen Empfänger gibt es klare Vorgaben, wie lange die Förderung gewährt wird.

Förderungsdauer beim BAföG für Studenten und Fachhochschüler

Die Förderungsdauer orientiert sich an der Regelstudienzeit, dazu werden gegebenenfalls noch ein nach der Prüfungsordnung erforderliches Praktikum und die Prüfung addiert. Sollte es für den betreffenden Studiengang keine Regelstudienzeit geben, ist der maximale Zeitraum von der Art des Studiengangs abhängig, wobei Universitätsstudiengänge maximal neun Semester unterstützt werden, die einer Fachhochschule sieben bzw. mit Praxiszeiten acht Semester. Für Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengängen gilt eine Dauer von zwei Semestern und Lehramtsstudenten erhalten maximal 7 Semester lang Geld.

Möglichkeiten zur Verlängerung der Fristen für die Förderungsdauer bei BAföG

Unter bestimmten Umständen kann der Bezug von BAföG verlängert werden. Dies gilt beispielsweise für Sprachstudenten, denen ein Semester zusätzlich für jede erworbene Sprache gewährt wird. Dies muss allerdings für den Studiengang notwendig sein, außerdem sind die Sprachen Deutsch, Französisch, Englisch und Latein von dieser Regelung ausgenommen.

Bei einem Auslandsstudium werden maximal zwei Semester nicht auf die Förderungsdauer angerechnet, sofern dieses nicht für den Studiengang vorgeschrieben war.

Darüber hinaus kann bei gewissen, gesetzlich definierten Gründen auf besonderen Antrag der Bezug von BAföG-Leistungen über die Höchstdauer hinaus verlängert werden. Dazu zählen besondere Lebenssituationen wie eine längere Krankheit (auch des Prüfers), Pflege eines nahen Angehörigen, eine erhöhte Belastung durch Mitwirkung in studentischen Gremien oder eine Behinderung des Geförderten, die Auswirkung auf die Studienleistung hat. Ebenso zählen zu den schwerwiegenden Gründen familiäre Umstände wie Schwangerschaft oder die Betreuung von Kleinkindern unter zehn Jahren. Außerdem kann die Förderung verlängert werden, falls ein Auszubildender bei der Abschlussprüfung durchfällt, ohne sich einer Täuschung oder absichtlichen Abwesenheit schuldig gemacht zu haben.

Abbruch und Wechsel einer Ausbildung

Mit dem Abbruch einer Ausbildung verliert der Betreffende jegliche Ansprüche auf Unterstützung. Dabei ist es unwesentlich, ob der Leistungsempfänger aus eigenem Entschluss handelt oder beispielsweise eine notwendige Vor- oder Zwischenprüfung nicht bestanden hat. Gleiches gilt, falls er ohne wesentliche Gründe den Lehrveranstaltungen dauerhaft fernbleibt.

Bei einem Wechsel der Ausbildung müssen ebenfalls zwingende Gründe vorliegen, ansonsten wird die bereits geförderte Zeit komplett auf den neuen Studiengang angerechnet. Zusätzlich findet eine weitere Förderung nur noch im Rahmen eines voll verzinslichen Darlehens statt. / Fotoquelle: fotolia.de / © FM2

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.