Berücksichtigung und Anrechnung von Einkommen beim BAföG

- 11.07.2012 von Kim Teschner -

Studium und FörderungsmittelSchüler und Studenten können unter bestimmten Bedingungen eine Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungs-Gesetz (BaföG) beanspruchen. Die Höhe der Förderung hängt von den Einkommensverhältnissen des Antragstellers und seiner Familienangehörigen ab.

Einkommensanrechnung und Freibeträge

Bei der Feststellung des Förderungsbedarfs werden Einkommen des Antragstellers, eines Ehe- oder Lebenspartners und der unterhaltspflichtigen Eltern in der aufgeführten Reihenfolge angerechnet. Hierunter fallen dabei alle Einkunftsarten gemäß Einkommensteuergesetz. Bestimmte Einkünfte, z.B. Kindergeld, Erziehungsgeld, Unterhaltsleistungen, Stipendien bis 300 Euro u.a. bleiben dagegen unberücksichtigt. Das anzurechnende Einkommen wird um monatliche Freibeträge vermindert. Die Freibeträge sind nach Ausbildungsart und Familienverhältnissen gestaffelt. Die monatlichen Freibeträge betragen:

  • bei Auszubildenden 255,- Euro
  • bei Ehegatten/Lebenspartnern 1.070,- Euro
  • bei Eltern (verheiratet/Lebenspartnerschaft) 1.605,- Euro
  • bei nicht verheirateten Elternteilen 1.040,- Euro pro Person
  • bei Stiefeltern 535,- Euro zusätzlich
  • bei weiteren Kindern des Einkommensempfängers 485,- Euro pro Kind zusätzlich

Bei unterhaltspflichtigen Eltern und Ehegatten/Lebenspartnern werden außerdem nochmal 50 % des den Freibetrag übersteigenden Einkommens und weitere 5 % für zusätzliche Kinder als Zusatzfreibeträge angerechnet. Je nach Höhe des tatsächlich anzurechnenden Einkommens reduziert sich der BaföG-Förderungsanspruch entsprechend oder entfällt ganz. Ergänzend ist anzufügen, dass auch Vermögen des Antragstellers mit Freibeträgen in die Prüfung des Förderungsanspruches einbezogen wird. Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Ausbildungen auf dem zweiten Bildungsweg oder einer im Vorfeld erfolgten längeren Berufstätigkeit, ist eine elternunabhängige Förderung möglich.

Zeiträume für die Berücksichtigung von Einkommen

Beim Antragsteller wird zunächst das auf Basis des aktuellen Einkommens für den Bewilligungszeitraum prognostisch ermittelte Einkommen für ein Jahr zugrunde gelegt. Wird später festgestellt, dass das tatsächliche Einkommen höher oder niedriger war, erfolgen Rückforderungen oder Nachzahlungen. Bei Ehe-/Lebenspartnern und Eltern des Antragstellers bemisst sich das anzurechnende Einkommen im Normalfall nach der Situation im vorletzten Veranlagungszeitraum. Sollten sich die Einkommensverhältnisse zwischenzeitlich deutlich verschlechtert haben, können Ehe-/Lebenspartner und Eltern einen Aktualisierungsantrag stellen. Hier wird dann ebenfalls auf dem Weg der Prognose das aktuelle Einkommen berücksichtigt – mit evtl. späteren Rückforderungen und Nachzahlungen. / Fotoquelle: fotolia.de / © DOC RABE Media

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.