Bei berufsbegleitendem Studium kein Kindergeld als Zuschuss für junge Erwachsene

- 15.05.2014 von Marlen Schurr -

Kindergeld und StudiumBeziehen junge Erwachsene während Ihrer Ausbildung Kindergeld, gilt es, auf die genauen Bestimmungen zu achten. Denn wer zu viel neben der Ausbildung arbeitet, könnte den wichtigen Zuschuss zum Lebensunterhalt verlieren.

Kindergeld beim berufsbegleitenden Studium

Für Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erhalten Eltern Kindergeld, bis zum 25. vollendeten Lebensjahr, wenn sich die volljährigen Kinder noch in einer Erstausbildung befinden. Dabei handelt es sich um eine Summe von monatlich 184 Euro jeweils für die ersten beiden Kinder, 190 Euro für das dritte und für jedes weitere Kind jeweils 215 Euro im Monat. Absolviert ein Kind bereits vor dem Studium eine Schule, einen Lehrgang oder eine Ausbildung, mit deren Abschluss das Kind zur Ausübung eines Berufes befähigt wird, wie beispielsweise bei einer Lehre oder einer höheren Schule mit Abschluss für spezielle Berufsspaten, dann gilt dies bereits als Erstausbildung. Möchte der junge Erwachsene nun ein Studium oder eine weiterführende Ausbildung anschließen, ist Vorsicht bei den Bestimmungen für den Erhalt von Kindergeld geboten. Denn die Voraussetzungen hierfür entfallen, wenn während der Zweitausbildung einer beruflichen Tätigkeit nachgegangen wird, die mehr als 20 Stunden die Woche ausgeübt wird. Besonders ungünstig fallen diese Bestimmungen für jene aus, die ein berufsbegleitendes Studium absolvieren und nebenher arbeiten.

Bei Erwerbstätigkeit auf die Wochenstunden achten

Für Eltern, deren Kinder während ihrer Zweitausbildung arbeiten, gilt für den Bezug des Kindergeldes, dass das erwachsene Kind nicht mehr als 20 Stunden die Woche arbeiten darf, da die Eltern sonst den Anspruch auf Kindergeld verlieren. Bei dieser Bestimmung wird von einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit ausgegangen. Allerdings werden nur bezahlte Tätigkeiten dieser Bestimmung hinzugezählt, denn als erwerbstätig beschäftigt gelten nur jene, die Einkünfte erzielen und ihre persönliche Arbeitskraft dafür einsetzen. Arbeitet das volljährige Kind unentgeltlich für eine gemeinnützige Organisation, beispielsweise als freiwilliger Helfer, kann diese Tätigkeit auch mehr als durchschnittlich 20 Stunden die Woche, während dem Bezug von Kindergeld, betragen. Generell gilt, dass Tätigkeiten, die im Rahmen eines Ausbildungsverhältnisses ausgeübt werden, ebenfalls von der 20 Stunden-Regelung ausgenommen sind. Auch junge Erwachsene, die geringfügig arbeiten, also nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen, verlieren ihren Anspruch auf Kindergeld nicht, auch wenn sie mehr als 20 Stunden die Woche für ihre Erwerbstätigkeit aufbringen. Sind junge Erwachsene während ihres Zweitstudiums bezüglich der Bestimmungen für den Bezug von Kindergeld genau informiert, können sie weiterhin mit mindestens 2.208 Euro Zuschuss im Jahr rechnen. / Fotoquelle: fotolia.de / © grafikplusfoto

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!