Mangelndes Gehalt während der Ausbildung – Ab wann gibt es Berufsausbildungsbeihilfe?

- 06.02.2015 von Sonja Hess -

AusbildungsvergütungZahlreiche Auszubildende nehmen die Berufsausbildungsbeihilfe in Anspruch. Diese kann in der Tat eine wertvolle Unterstützung sein. Allerdings wird sie nur bewilligt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

BAB – Finanzspritze in der Ausbildung oder während berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen

Zugegeben: Mit dem Gehalt, das Azubis während ihrer Ausbildung oder im Rahmen berufsvorbereitender Bildungsmaßnahmen erhalten, können sie wahrlich keine großen Sprünge machen. Wer diesbezüglich eine eigene Wohnung finanzieren oder gar den eigenen Nachwuchs versorgen muss, der steht mitunter vor nicht unerheblichen finanziellen Herausforderungen.

Junge Leute, die während ihrer Ausbildung nicht im Elternhaus leben können, sondern die eigenständig ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, haben ein Anrecht auf die Berufsausbildungsbeihilfe. Darüber hinaus haben interessierte Antragsteller einen Anspruch auf den Erhalt der BAB, wenn sie älter als 18 Jahre alt sind, in einer Lebenspartnerschaft wohnen bzw. verheiratet sind. Unter der Bedingung, dass die zum Lebensunterhalt erforderlichen Mittel sowie auch für die Bestreitung der Fahrtkosten zu Arbeit (und zurück) nicht zur Verfügung stehen, weil es die zur Verfügung stehende Ausbildungsvergütung nicht ermöglicht, kann der Antrag auf BAB durchaus erfolgreich sein.

Selbstverständlich erfolgt eine Bedürftigkeitsprüfung, bei welcher die individuellen Einkommensgegebenheiten offen dargelegt werden müssen. In dieser Hinsicht ist bei verheirateten Auszubildenden übrigens nicht nur das eigene Einkommen von Relevanz, sondern auch die Höhe des Lohnes bzw. Gehaltes des jeweiligen Lebenspartners fließt in die Berechnungen mit ein. Wie es um die exakte Höhe möglicher Freibeträge sowie über Details zur Einkommensanrechnung bestellt ist, kann direkt bei der Bundesagentur für Arbeit erfragt werden.

Die Berufsausbildungsbeihilfe – auch für Teilnehmer an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen

Personen, die an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen, erhalten nur dann eine finanzielle Unterstützung im Rahmen der Berufsausbildungsbeihilfe, wenn die Vollzeitschulpflicht abgegolten ist. Des Weiteren wird im Zuge der Antragstellung geprüft, ob die jeweils ins Auge gefasste Bildungsmaßnahme potenziell erfolgversprechend bzw. inwiefern diese tatsächlich für die beruflichen Ziele des Antragstellers förderlich ist. Kann der Antragsteller keinen erfolgreichen Schulabschluss nachweisen, ist es ebenfalls durchaus möglich, die BAB bewilligt zu bekommen. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn sich die entsprechende Bildungsmaßnahme vornehmlich auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses oder eines adäquaten Schulabschlusses bezieht.

Zu berücksichtigen ist darüber hinaus, dass eine Berufsausbildungsbeihilfe nur dann gewährt werden kann, wenn nicht bereits andere Leistungen aus öffentlicher Hand erbracht werden.

Bei ausländischen Antragstellern sind gesonderte Regelungen zu beachten

Antragsteller, die nicht aus Deutschland stammen, haben gesonderte Voraussetzungen zu erfüllen. Asylbewerber ohne anerkannte Aufenthaltserlaubnis werden die BAB nicht erhalten. Generell ist direkt beim Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit zu erfragen, inwiefern überhaupt die Möglichkeit gegeben ist, BAB zu erhalten. Grundsätzlich ist dies nur dann möglich, wenn eine Erlaubnis zum dauerhaften Aufenthalt in der EG vorgelegt werden kann oder wenn alternativ eine Niederlassungsbewilligung nachgewiesen werden kann.

Personen, bei denen gute Aussichten auf Integration bestehen, können unter speziellen Voraussetzungen bzw. in Einzelfällen mit der Bewilligung der Berufsausbildungsbeihilfe rechnen. Ausländische Personen, die in Deutschland bereits gut integriert sind, haben diesbezüglich meist gute Aussichten darauf, die Berufsausbildungsbeihilfe zu erhalten. / Fotoquelle: fotolia.de / © jörn buchheim

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können