Monatelanges Warten auf BAFöG-Zahlungen keine Seltenheit

- 25.02.2013 von Sonja Hess -

Unterstützung für Studium BAföGDas Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz: BAföG) soll dazu dienen, finanziell benachteiligten Studierenden ein Studium zu ermöglichen. Die Förderungssumme muss jeweils zu Beginn des Studiums beantragt werden. Der Förderungszeitraum beträgt immer ein Jahr, weshalb jährlich ein Folgeantrag gestellt werden muss. Immer wieder treten bei der Bearbeitung Verzögerungen seitens der BAföG-Ämter auf, sodass Studierende über mehrere Monate unter finanziellen Engpässen zu leiden haben.

Überlastung der BAföG-Ämter

Von den Studierenden wird in der Regel verlangt, alle Unterlagen zeitnah und vollständig einzureichen. Doch trotz rechtzeitiger Beantragung passiert es häufig, dass sie monatelang auf die benötigten Auszahlungen warten müssen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Die BAföG-Ämter sind überlastet. Das liegt zum einen an dem verkürzten Abitur (früher nach der 13. Klasse, aktuell schon nach der 12.), wodurch derzeit ein doppelter Jahrgang an die Universitäten strömt. Die Lösung für eine schnellere Antragsbearbeitung ist im Grunde simpel: Die einzelnen Bundesländer müssten mehr Geld in das Personal investieren, um die BAföG-Anträge schneller zu bearbeiten.

Problematisch: Vorläufige Zulassung für Master-Studiengang

Eine weitere Ursache für verzögerte Zahlungen ist die vorzeitige Zulassung Studierender für einen Master-Studiengang. Das liegt daran, dass der Antrag nur für den Bachelor-Studiengang gilt. Es klingt skurril, ist aber leider Tatsache: Steigen eifrige Studierende schon vor dem endgültigen Erhalt des Bachelor-Zeugnisses in das weiterführende Studium ein, erlischt die BAföG-Förderung. Diese Regelung soll verhindern, dass Studierende gefördert werden, die in der Bachelorarbeit durchgefallen sind. Das bedeutet wiederum, dass tausende von Master-Studenten monatelang auf ihr Geld warten müssen. Oft können sie sich dann nur mit zahlreichen Nebenjobs oder Krediten aushelfen, wodurch die persönlichen und finanziellen Belastungen deutlich steigen.

Tipps für den BAföG-Antrag

Zwar kann der Überlastung der Ämter kaum entgegen gewirkt werden, dennoch gibt es einige Faktoren, die eine rechtzeitige Auszahlung des Förderbetrages unterstützen. Wichtig ist zunächst, den Antrag immer so früh wie möglich abzugeben. Im Durchschnitt beträgt die Bearbeitungszeit 2 – 3 Monate. Beginnt das Semester also im September, sollte der Antrag möglichst vollständig in den Monaten Juni / Juli eingereicht werden. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte den Antrag persönlich bei dem/der zuständigen Sachbearbeiter/in abgeben. Das macht es wahrscheinlicher, dass Unterlagen und Antrag nicht unter vielen anderen Briefen und Akten verloren gehen. Letztendlich liegt es jedoch im Aufgabenbereich der einzelnen Länder, die Antragsstellung und -bearbeitung zu vereinfachen. / Fotoquelle: fotolia.de / © vege

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können