Wann und wie bewerbe ich mich auf einen Ausbildungsplatz?

28.09.2017 von Daniela Lütke

Ausbildung und BewerbungDie Bewerbung – das ist der erste Eindruck, den ein Unternehmen von seinem möglichen Auszubildenden erhält. Genau deshalb ist diese so wichtig. Doch was genau gehört in eine Bewerbung? Wann ist der richtige Zeitpunkt und was sollte auf jeden Fall vermieden werden?

Der richtige Zeitpunkt für eine Bewerbung

Die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz wird häufig viel zu spät angegangen. Schüler sollten sich schon im vorletzten Schuljahr Gedanken darüber machen, welchen Ausbildungsberuf sie anschließend ergreifen möchten. Viele Unternehmen legen ihre Bewerbungszeit inzwischen auf ein bis eineinhalb Jahre vor Ausbildungsbeginn. Wer erst nach seinem Abschluss eine Bewerbung abschickt, hat bei solchen Unternehmen in der Regel keine Chance mehr. Kleine oder mittlere Betriebe sind in diesem Bereich häufig großzügiger. Ihr Bewerbungszeitraum liegt oft im letzten Schulhalbjahr. Sollte es dann allerdings zu Absagen kommen, wird es für den Bewerber schwierig, für das laufende Jahr noch an eine Ausbildungsstelle zu kommen. Es ist also immens wichtig, relativ früh mit dem Schreiben von Bewerbungen anzufangen.

Zusätzlich zeigt eine frühe Bewerbung dem Unternehmen, dass der angehende Auszubildende auch wirklich Interesse an der Firma hat und auf diese nicht nur ausgewichen wurde. Wer also früh anfängt, hat höhere Chancen und ausreichend Zeit, die notwendigen Unterlagen zusammenzustellen und sich auch ausreichend über das Unternehmen zu informieren.

Welche Dokumente gehören in eine Bewerbung?

Eine Bewerbung besteht aus mehreren Teilen, die in der richtigen Reihenfolge abgeheftet werden sollten. Hierbei handelt es sich um:

  • das Deckblatt mit Foto
  • das Anschreiben
  • der Lebenslauf
  • Schulzeugnisse
  • Zertifikate (falls vorhanden)

Für Bewerbungsschreiben, die per Post verschickt werden, gibt es inzwischen übrigens hochwertig aussehende Bewerbungsmappen, auf die der Bewerber zurückgreifen sollte.

Das Deckblatt ist das Aushängeschild der Bewerbung. Es sollte den Titel „Bewerbung als …“ enthalten, damit die Mitarbeiter des Personalbüros gleich wissen, um welchen Ausbildungsberuf es bei der Bewerbung geht, denn bei einigen Firmen gehen Unmengen an Bewerbungen für die unterschiedlichsten Berufe ein.

Als nächstes sollten auf dem Deckblatt der Name und die Kontaktdaten aufgeführt werden, damit bei Bedarf ohne große Suche Kontakt aufgenommen werden kann. Erfolgt die Bewerbung per E-Mail, kann auf das Deckblatt verzichtet werden. Allerdings sollten die fehlenden Daten dann im Lebenslauf aufgeführt werden und auch im Anschreibentext der E-Mail selbst.

Wichtig für den ersten Eindruck ist das Bewerbungsfoto, welches seinen Platz auf dem Deckblatt der Bewerbung erhalten sollte. Es vermittelt dem Mitarbeiter des Personalbüros einen ersten Eindruck von der Person, die eventuell eingestellt wird.
Das Bewerbungsfoto sollte unbedingt von einem Profi gemacht werden. Urlaubsbilder oder ein schnelles Foto im heimischen Wohnzimmer wirken unprofessionell und werden meist negativ bewertet.

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Es sollte auf eine korrekte Grammatik geachtet und Rechtschreibfehler vermieden werden. Das Wichtigste ist jedoch, dass das Anschreiben nicht aus Vorlagen abgeschrieben wird. Es muss eine persönliche Note enthalten sein, plumpe Formulierungen erkennen geübte Personaler sofort. Wichtig ist, dem Unternehmen zu erklären, warum man für den Ausbildungsplatz geeignet ist und warum es gerade dieses Unternehmen ist, dem die Bewerbung gilt. Es sollten die eigenen Stärken hervorgehoben werden und die Motivation für den zu erlernenden Beruf sollte klar formuliert sein. Eine große Hilfestellung ist es zum Beispiel, wenn man sich vorher auf der Internetseite des Unternehmens schlau gemacht hat, was das Unternehmen überhaupt macht und darauf hinweist, warum man sich für genau diesen Bereich interessiert. Lange Ausschweifungen sollten vermieden werden, ein kurz gefasster, interessant geschriebener Text eignet sich am Besten.

Im Lebenslauf sollten alle wichtigen Daten enthalten sein, wie Name, Alter, Schulbildung, Hobbys, zusätzliche Lehrgänge oder Kenntnisse, Besitz eines Führerscheins u.Ä. Entweder wird der Lebenslauf chronologisch oder antichronologisch aufgebaut. Chronologisch bedeutet, dass mit den Daten aus der Vergangenheit begonnen wird und in der Gegenwart/Zukunft endet. Umgekehrt kann der Lebenslauf antichronologisch aufgebaut werden, d. h. es wird mit den aktuellsten Daten begonnen. Vermeiden sollte man einen Lebenslauf mit Fließtext, da für die Personen, die den Lebenslauf lesen, das schnelle Finden der Eckdaten wichtig ist (außer es ist extra einer gefordert).

Das aktuellste Zeugnis ist Pflicht in der Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz. Dies muss nicht zwingend das Abschlusszeugnis sein, wenn die Bewerbung während des Schuljahres stattfindet. Wichtig ist, dass nur Kopien gesendet werden. Nur wenn es ausdrücklich gefordert wird, muss es sich um eine beglaubigte Kopie handeln. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Qualität der Kopie hoch ist. Weder schlechtes Papier, noch eine halb leere Druckerpatrone sollten für die Bewerbung verwendet werden.

Zertifikate können freiwillig angehängt werden. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn der Inhalt mit dem Ausbildungsberuf zusammenhängt. Dies könnte z. B. ein Mathekurs im kaufmännischen Bereich, der Besuch der Gruppenleiterschulung im sozialen Bereich oder ein Englisch-Leistungskurs sein. Auch Bestätigungen über eventuelle Praktika oder Ferienjobs in anderen Firmen können sinnvoll sein und die Bewerbung aufwerten.

Welcher Weg eignet sich am besten für eine Bewerbung?

Viele Unternehmen geben in ihren Stellenbeschreibungen die gewünschte Bewerbungsart an. Hieran sollte man sich unbedingt halten! Im kaufmännischen und informationstechnischen Bereich ist dies meist die E-Mail. Handwerkliche Berufsgruppen legen hingegen oft noch Wert auf eine Bewerbung in Papierform. Es sollte in jedem Fall vermieden werden, eine Bewerbungsart zu wählen, die nicht angegeben ist. Dies könnte direkt zu einer Absage führen.

Noch ein kleiner Tipp: Es gibt viele Unternehmen, die aus Kostengründen keine Anzeigen im Internet oder in der Tageszeitung schalten. Auf den Internetseiten der meisten Unternehmen gibt es inzwischen einen Menüpunkt, der da heißt “Karriere”. Hier wird oft darauf hingewiesen, dass auf Initiativbewerbungen akzeptiert werden. So mancher, der sich die Mühe gemacht hat, auch diese Firmen anzuschreiben, wurde schon mit einem Ausbildungsplatz belohnt, da es hier in der Regel weniger Mitbewerber gibt als bei öffentlichen Stellenanzeigen. / Fotoquelle: fotolia.de / © Trueffelpix