Die wichtigsten Regelungen zur Schichtarbeit

- 13.11.2019 von Gaby Mertens -

Nachrschicht und WochenendzuschlagWird von Schichtarbeit gesprochen, dann handelt es sich um die Ausübung der beruflichen Tätigkeit zu sich wechselnden Tageszeiten. Arbeiten in unterschiedlichen Schichten gehört zum Berufsalltag vieler Millionen Arbeitnehmer in Deutschland, in den verschiedensten Branchen. Doch welche Regelungen hat der Gesetzgeber hierzu vorgesehen und welche Auswirkungen kann Schichtarbeit haben?

Das Arbeiten in Schichten

Kann die Arbeit von einem Arbeitnehmer nicht in der vorgeschriebenen Höchstarbeitszeit absolviert werden, kommt es zur sogenannten Schichtarbeit. Alle Arbeitnehmer wechseln sich innerhalb der Schichten an ihren Arbeitsplätzen ab, sodass es dazu kommt, dass Millionen von Angestellten auch mal in der Nacht arbeiten müssen. Doch Arbeiten in Schichten ist eine Ausnahmesituation für den menschlichen Körper und kann auch auf längere Sicht krank machen. Der Gesetzgeber hat deshalb spezielle Regelungen zur Schichtarbeit aufgestellt, um die Arbeitnehmer entsprechend schützen zu können. Zudem gibt im Falle der Nachtarbeit oder Arbeiten am Wochenende gesonderte Zuschläge wie den Nacht- und Wochenendzuschlag.

In welchen Berufen es häufig zur Schichtarbeit kommt

Geraden in Bereichen der Dienstleistung und Produktion kommt vermehrt das Arbeiten in Schichten vor. In Krankenhäusern oder bei der Polizei ist es gang und gäbe, dass dort in verschiedenen Schichten gearbeitet wird. Beide Berufszweige sehen jeden Tag einer 24-stündigen Erreichbarkeit und Anwesenheit entgegen. Aber auch innerhalb von Produktionsbetrieben müssen sich die Arbeitnehmer meist in Schichten abwechseln, da die Abschaltung der teuren Maschinen in der Nacht zu einem massiven Kostenaufwand führen würde. Außerdem muss in der Produktion eine stetige Auslastung der Produktionsmaschinen gegeben sein.

Wie lange, wie oft und was noch?

Im rechtlichen Rahmen ist unter anderem festgelegt, wie lange der Arbeitnehmer arbeiten darf, wie es mit den Zuschlägen aussieht, ob und welche Beschränkungen innerhalb des Alters gelten und wie es mit den Pausen aussieht. Zudem gibt es mehrere Varianten bei der Schichtarbeit. Im Einzelhandel beispielsweise gilt überwiegend die Zwei-Schichten-Variante. Üblich ist allerdings das Drei-Schichten-System, manchmal sind es auch vier Schichten. Nach einer Arbeitszeit von acht Stunden tritt in der Regel der nächste Arbeitnehmer zur nächsten Schicht an. Folgende Schichten sind üblich:

  • die Frühschicht von 6-14 Uhr
  • die Spätschicht von 14-22 Uhr
  • die Nachtschicht von 22-6 Uhr

Die Schicht-Modelle

Innerhalb der sogenannten Schicht-Modelle wird unterschieden zwischen teilkontinuierlich und vollkontinuierlich. Bei der Schichtarbeit ‘teilkontinuierlich’ kann noch auf zwei Varianten zurückgegriffen werden. Entweder läuft der Betrieb fünf Tage rund um die Uhr, dafür ist am Wochenende geschlossen, oder aber es wird an sieben Tagen der Woche gearbeitet, allerdings dann nicht in der Nacht. Bei der Schichtarbeit ‘vollkontinuierlich’ wird im Betrieb jeden Tag und für 24 Stunden gearbeitet.

Gesetzliche Regelungen zum Alter des Arbeitnehmers

Es ist nicht jedem Arbeitnehmer erlaubt, in einer Nachtschicht zu arbeiten. So gilt im Falle von einem jugendlichen Angestellten das Jugendarbeitsschutzgesetz. Dieses besagt, dass Jugendliche ihre Arbeit nur innerhalb der Tageszeiten zwischen 6-20 Uhr verrichten dürfen. Bei Schwangeren gilt dasselbe wie auch bei Müttern, die mindestens ein Kind in ihrem Haushalt leben haben, welches unter 12 Jahren ist. Festgehalten im Mutterschutzgesetz. Wurde bei einem Angestellten festgestellt, dass bei diesem eine Gesundheitsgefährdung aufgrund der Nachtarbeit vorliegt, besteht der Anspruch auf eine Tagesschicht.

Schichtarbeit und die Auswirkungen auf die Gesundheit

Die Nachtschicht stellt eine besondere Belastung für den Körper dar, gerade wenn diese über einen längeren Zeitraum wiederholt absolviert werden muss. Der normale Lebensrhythmus wird gestört, sodass sowohl der Körper als auch der Geist massiv aus der Bahn geworfen werden können. Gemäß des Arbeitszeitgesetzes muss ein Nachtarbeiter mindestens jedes dritte Jahr arbeitsmedizinisch untersucht werden. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber. Angestellte über 50 Jahren in Nachtarbeit steht eine derartige Untersuchung jedes Jahr zu.

Zuschläge, Pausen und Co.

Nachtarbeiter haben prinzipiell das Recht auf einen Ausgleich für die Nachtschicht. Entweder als finanziellen Zuschlag oder als Freizeitausgleich. Des Weiteren muss zwischen den einzelnen Schichten mindestens eine Ruhepause von elf Stunden bestehen. Bei Schichten an einem Sonntag werden Ersatzruhetage fällig. Es ist Angestellten maximal erlaubt, zehn Stunden an einem Stück zu arbeiten, insofern die Pausen eingehalten werden. Die durchschnittliche Arbeitszeit darf jedoch nur bei acht Stunden täglich liegen. / Fotoquelle: fotolia.de / © Sir_Oliver

Autor: Gaby Mertens

Auch Gaby war in der Versicherungsbranche tätig und hat schreibt schon seit 2011 für unser Magazin. Nach einer längeren Auszeit im Ausland ist sie nun wieder da, und wir freuen uns, dass sie uns wieder mit ihren Texten unterstützt und immer eine Tüte Gummibärchen für die Kollegen bereithält.