Travel and Work – Ein Karriere-Booster für den Lebenslauf?

- 21.07.2016 von Daniela Lütke -

Fotoquelle: fotolia.de / © MaciejBledowskiEinem Travel-and-Work-Auslandsaufenthalt wird oftmals mit gemischten Gefühlen entgegengesehen und auch dementsprechend bewertet. Doch welche Vorteile kann ein solcher Arbeitsaufenthalt auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben? Was sind die beliebtesten Berufe und wie hoch stehen die individuellen Chancen, einen dieser Jobs zu ergattern? Antworten auf diese Fragen gibt es hier.

Im Ausland mit Travel and Work – auf der Gewinnerseite sein!

Noch vor einigen Jahren haftete einem Travel-and-Work-Auslandsaufenthalt ein Makel an, der sich für Bewerber in deutschen Unternehmen nachteilig auswirken konnte, denn so ein Auslandsjahr (‘Gap-Year’) wurde nicht positiv, sondern eher als Lücke im Lebenslauf angesehen. Mit zunehmender Globalisierung, steigender Wichtigkeit von Sprachkenntnissen, internationalen Beziehungen und interkulturellem Verständnis hat sich die Bedeutung eines Arbeitsaufenthalts im Ausland, der mit Reisen verknüpft wird, grundlegend gewandelt. Ein Travel-and-Work-Auslandsaufenthalt kann den Lebenslauf bereichern und den zukünftigen Arbeitgeber auf Qualitäten aufmerksam machen, die bei einem stringenten Lebenslauf in Deutschland eventuell nicht erworben werden können.

Zu den Vorteilen, die ein solches Jahr mit sich bringt, zählen zuallerst die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse sowie ein großes Maß an Weltoffenheit, das man durch einen solchen Aufenthalt erlangen kann. Heutzutage sind Fremdsprachenkenntnisse, vor allem die der englischen Sprache, für viele Jobs unabdingbar. Durch Schulenglisch sind zukünftige Arbeitgeber nur wenig zu beeindrucken, weshalb es einen großen Pluspunkt darstellen kann, für längere Zeit in einem englischsprachigen Land gelebt zu haben. Allerdings bringt ein solcher Aufenthalt nicht nur Vorteile für den Lebenlauf mit sich: Land, Leute und die Kultur können auf eine viel intensivere Weise kennengelernt werden, als es im Urlaub der Fall ist. Wichtige Kontakte für das spätere Berufsleben können hierbei geknüpft werden, die wiederum vorteilhaft auf dem deutschen Arbeitsmarkt sein können. Darüber hinaus werden wichtige Soft Skills geschult. Dazu gehören Durchhaltevermögen, Weltoffenheit, länderspezifisches Know-How, ein interkulturelles Verständnis, eine erhöhte Toleranzgrenze, hohe Anpassungsfähigkeit und ein enormes Organisationstalent.

Neben einem unbändigen und ultimativen Freiheitsgefühl eines Travel-und-Work-Jahres, heute hier und morgen schon dort sein zu können, spricht die Organisation eines solchen Aufenthalts für ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit. Gleichzeitig müssen auch Eigenschaften wie Motivation, Ehrgeiz und Selbstmanagement in genügendem Maße vorhanden sein, was ebenfalls für den späteren Arbeitgeber von Relevanz sein kann.

Die beliebtesten Berufe deren Vorteile im Überblick

Es gibt eine Reihe von Jobs, die von Travel-and-Work-Reisenden gehäuft ausgeführt werden. Angeführt wird diese Rangliste von Berufen aus dem gastronomischen Bereich, da hierfür außer gute Fremdsprachenkenntnisse nur eine hohe Flexibilität vorherrschen muss und die körperliche Belastbarkeit gut sein muss. Wer später keine Karriere in der Gastronomie anstrebt, der wird aus diesen Nebenjobs nicht den großen Vorteil ziehen können. Allerdings kann im Lebenslauf und im Bewerbungsgespräch der Fokus darauf gelegt werden, welche Soft Skills (bspw. Toleranzfähigkeit, Belastbarkeit, Fremdsprachenkenntnisse) beim Ausführen dieser Tätigkeiten erworben worden sind. Fast jeder, der ein Jahr Travel and Work gemacht hat, hat irgendwann einmal in einem gastronomischen Betrieb gearbeitet, sodass die Chancen hier gut stehen, einen derartigen Job zu ergattern.

Direkt auf diesen Bereich folgen Jobs aus der Tourismusbranche, die nicht vielfältiger sein können. Von Guides über Surflehrer, Animateure im Hotel oder Aushilfen in der Hotelverwaltung können in der Tourismusbranche nahezu alle Tätigkeiten anfallen. Allerdings ist für manche Jobs der Nachweis über bestimmte Scheine (z. B. Segel-/Tauch-/Schwimmschein) nötig, gute Sprachkenntnisse der Landessprache sind für jeden Job unabdingbar.

Der Aufenthalt und die Arbeit auf einer Farm, das sogenannte Farmstay, zählt ebenfalls zu den beliebtesten Jobs unter Travel-and-Workern. Auch hierfür sind kaum Vorkenntnisse oder andere Voraussetzungen nötig, lediglich die Bereitschaft bei möglicherweise körperlich anstrengenden Projekten mitzuhelfen, wie z. B. bei dem Aufbau einer Dorfstruktur oder von -schulen. Die Plätze auf den Farmen sind begrenzt, da aber keine Vergütung für eine solche Arbeit gegeben werden kann, sondern in den meisten Fällen nur Kost und Logis frei ist, ist der Ansturm auf diese Jobs entsprechend geringer. Trotzdem sollten alle, die während ihres Reise- und Arbeitsjahres etwas Gutes tun möchten, hiervor nicht zurückschrecken – Freiwilligenarbeit ist definitiv ein Pluspunkt im Lebenslauf! Fotoquelle: fotolia.de / © MaciejBledowski

Autor: Daniela Lütke

Daniela ist 2016 zu uns gestoßen. Als Journalistin und ehemalige Unternehmensberaterin hat sie sich ein enormes Wissen zu den Themen Ausbildung, Beruf & Karriere aufgebaut und versteht es, dieses geschickt in Worte zu fassen.