Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen

- 19.07.2013 von Sonja Hess -

BerufsunfähigkeitViele Menschen unterschätzen das Risiko einer Berufsunfähigkeit. Laut statistischen Angaben wird etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig. Daher wird von Experten der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz Berufsunfähigkeitsversicherung genannt, unbedingt empfohlen, da sie ein existenzielles Risiko absichert. Der Staat fördert diese Vorsorge, indem er die Möglichkeit gewährt, Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung von der Einkommenssteuer abzusetzen.

Welche Möglichkeiten bieten sich an?

Bei der Einkommenssteuererklärung fallen Beiträge zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung in der Sektion Vorsorgeaufwendungen in den Bereich Sonderausgaben. Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie zur Minderung Ihrer Steuerlast geltend machen. Dafür gibt es 2 Wege. Welcher der für Sie günstigere ist, hängt von der Art der Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Haben Sie beispielsweise eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, können Sie Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen bis zu einer Höhe von 1.900 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen. Liegen obige Beiträge unter der Höchstgrenze, können Sie ebenfalls die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung dazu heranziehen bis der Höchstsatz erreicht ist.

Falls Sie keine steuerfreien Zuzahlungen zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung erhalten (trifft auf Beamte, Selbständige und Freiberufler zu), steigt der Höchstsatz sogar auf 2.800 Euro pro Jahr. Falls Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Altersvorsorge kombinieren, genießen Sie besondere Steuervorteile. Experten empfehlen hierfür besonders die Rürup-Rente. Von den maximal 20.000 Euro Beitrag, den Sie dafür jährlich aufwenden können, dürfen Sie 72 Prozent, also maximal 14.400 Euro von ihrer Steuer absetzen. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass die Rürup-Rente mindestens die Hälfte des Gesamtpakets ausmacht. Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung werden in diesem Fall einfach zu den Beiträgen zur Rürup-Rente hinzugerechnet.

Einkünfte aus der Berufsunfähigkeitsversicherung sind steuerpflichtig

Oben genannte Erläuterungen für Möglichkeiten zur Steuerermäßigung gelten ausschließlich für die Beitragszeit zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Beziehen Sie dagegen Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung, gelten diese im Sinne des Gesetzes als Einkommen und müssen versteuert werden. Bezüge aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung fallen unter die Kategorie Alterseinkünfte, unabhängig vom Lebensalter der bezugsberechtigten Person. In dieser Rubrik firmieren Bezüge aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung als sonstige Einkünfte. Sie brauchen jedoch nicht auf die gesamte Summe, die Sie monatlich beziehen, Einkommenssteuer bezahlen. Vielmehr erlaubt der Gesetzgeber bestimmte Freibeträge. Die Steuern werden nur für den sogenannten Ertragsanteil fällig. Dieser ist um so höher, je niedriger das Lebensalter der Bezugsperson ist und um so länger die Betriebsunfähigkeitsrente bezogen wird.

Bei einer Bezugsdauer von 45 Jahren beträgt der Ertragsanteil maximal 42 Prozent der Gesamtbezüge, während er bei 5 Jahren Bezugsdauer noch gerade einmal 5 Prozent beträgt. Als Überschlagsrechnung können Sie davon ausgehen, dass sich der Ertragsanteil pro Jahr Bezugsdauer um 1 Prozent erhöht. Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie darauf achten, dass keine Versorgungslücke entsteht. Es gibt Verträge, bei denen der Versicherungsfall bis zu einem bestimmten Lebensalter (beispielsweise bis zum 50. Lebensjahr) eingetreten sein muss. Erfolgt er später, zahlt die BU nicht mehr. Am besten ist es, wenn Sie sich von einem unabhängigen Experten beraten lassen, ehe Sie einen Vertrag unterschreiben. In Steuerfragen ist eine Mitgliedschaft in Ihrem örtlichen Verein für Lohnsteuerhilfe empfehlenswert. / Fotoquelle: fotolia.de / © Joachim B. Albers

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können