Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung – das Wichtigste steht im Kleingedruckten

- 13.02.2013 von Sonja Hess -

BerufsunfähigkeitEine gute Absicherung ist auch im Berufsleben das A und O. Doch nicht alle Verträge sind gleich. Gerade scheinbar günstige Tarife verbergen meist Überraschungen im Kleingedruckten.

Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Diese Frage sollte sich jeder berufstätige eher früher als später stellen. Denn im schlimmsten Fall droht bei Berufsunfähigkeit nicht nur der Verlust des Arbeitsplatzes. Dennoch sichern sich nur wenige Arbeitnehmer ausreichend gegen diese folgenreiche Eventualität ab.

Auch der Tarifdschungel spielt hier eine wichtige Rolle. Aber auch der eigene Beruf fließt in die Entscheidung mit ein. Dabei kann selbst bei einem Bürojob Berufsunfähigkeit drohen. Besonders Familien droht in einem solchen Fall oftmals der finanzielle Ruin. Doch auch Berufseinsteiger sollten eine Absicherung überdenken.

Unverhofft kommt oft besagt ein Sprichwort. Genauso schnell kann es jedoch auch im Berufsleben sein. Die scheinbar harmlosen Schmerzen im Kreuz können sich als Bandscheibenvorfall entpuppen, eine Unachtsamkeit zu einem folgenschweren Unfall führen. Oftmals haben diese Ereignisse nicht nur langwierige körperliche Folgen, sondern vor allem auch finanzielle.

Bei der Auswahl eines passenden Tarifes wird jedoch meist nur auf den Beitrag geachtet, ohne sich wirklich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dabei ist es gerade das Kleingedruckte, das einen guten Vertrag ausmacht. Mit etwas Augenmerk auf wichtige Details ist der passende Vertrag zudem schnell gefunden.

Verträge mit Nachteilen

Das Kleingedruckte besteht meist aus mehreren Seiten, die es jedoch in sich haben. Denn hier kann der Versicherer Dinge einbringen, die im Anspruchsfall einen Nachteil für den Versicherungsnehmer bedeuten können. Dies kann bedeuten, dass der Versicherer die Zahlungen ausschließt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

Klausel mit weitreichenden Folgen: Abstrakte Verweisung

Ein weiterer Punkt, der bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachtet werden sollte, ist die sogenannte abstrakte Verweisung. Im Falle einer eintretenden Berufsunfähigkeit kann der Versicherer den Arbeitnehmer somit auf eine andere Tätigkeit bzw. einen anderen Beruf verweisen, selbst wenn dieser nur für wenige Stunden in der Woche ausgeübt werden kann. So können Zahlungsansprüche umgangen oder gemindert werden. Es ist daher ratsam darauf zu achten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung keine Klausel für einen abstrakten Verweis enthält.

Nachversicherungsgarantie – eigenständige Anpassung des Versicherungsbetrags

Ebenso sinnvoll ist die Aufnahme einer Nachversicherungsgarantie-Klausel. Über diese ist es möglich den Versicherungsbeitrag eigenständig nach oben anzupassen und so eine entsprechende Vorsorge anzusparen. Dies ist ein weiterer unverzichtbarer Punkt, der in einem guten Vertrag nicht fehlen sollte.

Arztanordnungsklausel kann von Nachteil sein

Nach Möglichkeit sollte der Versicherungsvertrag auf eine Arztanordnungsklausel verzichten, da der Versicherte im Falle einer vorliegenden Berufsunfähigkeit vom Versicherer eine Therapie (z.B. eine Diät) angeordnet bekommen kann. Weigert sich der Versicherungsnehmer, kann der Versicherungsanbieter die Rentenzahlung mindern oder sogar ganz einstellen.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, der sollte immer auch das Kleingedruckte im Auge behalten. Oft verbergen sich hier kleine Fallstricke, die später einen großen Unterschied ausmachen können. / Fotoquelle: fotolia.de / © DOC RABE Media

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können