Änderung der Fondsbesteuerung ab Januar 2018

- 13.12.2017 von Kim Teschner -

Fonds und FondsbesteuerungDer Beginn eines neuen Jahres bringt naturgemäß viele Veränderungen für den Menschen mit sich. Das Jahr 2018 wird jedoch speziell für Fondsanleger etliche Änderungen mit sich bringen, sodass sich viele Fondsanleger ein großes Stück weit umstellen müssen. Die Änderungen der Fondsbesteuerung ab dem 01. Januar 2018 ist daher zu Recht derzeit ein großes Thema. Welche Änderungen wird es überhaupt geben und auf wen haben diese Änderungen letztlich Auswirkungen? Fragen über Fragen, aber Fakt ist, dass die Anleger künftig ihre Kenntnisse in Bezug auf Begriffe wie „Teilfreistellung“ erweitern müssen.

Welche grundlegenden Änderungen wird es zum 01. Januar 2018 geben?

Bis zum 01.01.2018 war es in Deutschland üblich, dass wirtschaftliche Erträge auf Fondsbasis vollständig steuerfrei waren. Dieser Umstand ermöglichte es dem reinen Fondsmanager, innerhalb des eigenen Depots ohne Rücksicht auf etwaige Steuerbelastungen umzuschichten. Dies ist nunmehr zum 01.01.2018 nicht mehr möglich, da auf der Fondsebene nunmehr Steuern über 15 Prozent auf die Dividenden in Abzug gebracht werden. Diese Steuern gelten dabei sowohl auf die Dividenden, die aus reinen Fonds erwirtschaftet werden, als auch für Mieterträge sowie Immobilienverkaufsgewinne. Keine Berücksichtigung finden bei diesen Plänen lediglich die sogenannten reinen Rentenfonds.
In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet dies, dass der Fonds an sich nunmehr weniger ausschüttet und dass der Anleger sich hiergegen nicht einmal wehren kann. Die Körperschaftssteuer in Höhe von 15 Prozent wird bereits im Vorfeld durch den Fonds automatisiert abgeführt, allerdings wird es hierfür einen Ausgleich in Form einer Teilfreistellung geben. Diese Teilfreistellung richtet sich jedoch nach der Grundart des angelegten Fonds.

Wie hoch wird die Teilfreistellung ausfallen

Wie bereits erwähnt, richtet sich die Teilfreistellung nach der Grundart des Fonds. Für einen Aktienfonds werden insgesamt 30 Prozent aller Dividenden vollständig steuerfrei verbleiben, während sich die Freistellung bei einem Immobilienfonds im Rahmen von 60 Prozent bis maximal 80 Prozent bewegt. Dieser Umstand ist jedoch nicht nur in Deutschland der Fall, da es bereits seit längerer Zeit auch im Ausland derartige Besteuerungen auf Fondsdividende gibt. In den Vereinigten Staaten von Amerika bewegt sich der Anteil der Körperschaftsteuer auf insgesamt 35 Prozent.

Werden ab dem 01. Januar 2018 auch Steuern auf Altanteile fällig?

Auch auf die sogenannten Altanteile müssen Anleger künftig ab dem Neujahrstag 2018 Steuern bezahlen. Hierbei gibt es jedoch mit dem Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro eine Einschränkung, da dieser Freibetrag durch die Dividende zunächst ausgeschöpft werden muss. Eigentlich war es im Jahr 2009 mit der Einführung der Abgeltungssteuer vorgesehen, dass sämtliche Anteile, die vor dem Jahr 2009 erworben wurden, gänzlich steuerfrei bleiben sollten. Für derartige Anteile gab es einen Bestandsschutz, der nunmehr jedoch von der Bundesregierung abgeschafft wurde. Die 100.000 Euro Freibetrag gelten nunmehr als magische Grenze in Verbindung mit dem Datum des 01.01.2018, da sämtliche bis zu diesem Zeitpunkt erwirtschafteten Dividenden bei der Berechnung keine Berücksichtigung finden und dementsprechend auch steuerfrei bleiben. Zudem ist es auch möglich, Gewinne und Verluste vollständig gegeneinander zu verrechnen.

Ein vorzeitiger Verkauf der Fonds kann sich also im Zuge der Neubesteuerung durchaus lohnen. Genau prüfen sollte der Anleger jedoch, ob er taktische Schenkungen der Fonds innerhalb der Familie oder im Freundeskreis vornehmen möchte. Das Bundesfinanzministerium hat bereits mitgeteilt, dass eine reine Übertragung des persönlichen Freibetrags nicht möglich sind. Bei Altbeständen, die jedoch noch vor dem 01.01.2018 an den Beschenkten übertragen werden, wird es nach Ansicht von führenden Experten noch Ausnahmen geben. Dennoch sollte diese Schenkung nicht vorschnell erfolgen, da die Schenkung von Altbeständen in Fondsform von endgültiger Natur sein müssen, damit der Freibetrag erhalten bleibt. Der persönliche Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro beschränkt sich jedoch nicht nur auf einen Fonds, er gilt für den gesamten Fondsbestand. / Fotoquelle: fotolia.de / © natara

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.