Elterngeld 2011: Wo und wann beantragen?

- 24.03.2011 von Gaby Mertens -

Wer für das Jahr 2011 Elterngeld beantragen will, sollte über die aktuellen Änderungen Bescheid wissen. So wurde das Haushaltsbegleitgesetz dahingehend geändert, dass ab einem Nettoeinkommen von 1.200 Euro das Elterngeld stufenweise von 67% auf 65% gekürzt wird. Die Bemessungsgrenze liegt bei 2.770 Euro, ab der die Kürzung wirkungslos bleibt. ALGII-Empfängern wird das Elterngeld in voller Höhe auf die Sozialleistung angerechnet. Komplett gestrichen wird es für Reichensteuerpflichtige, d. h. wenn das Nettoeinkommen beider Eltern zusammen jährlich 500.000 Euro und mehr beträgt. Mit Urteil vom 17.02.2011 stellte das Bundessozialgericht ferner klar, dass Lohnersatzleistungen wie Krankengeld, Streikgeld oder ALGI das Elterngeld nicht erhöhen, weil diese kein Einkommen im eigentlichen Sinne darstellen.

Die Leistung wird den Eltern für 14 Monate gewährt, wobei diese sich durchaus bei der Zuwendungsberechtigung abwechseln dürfen. Es empfiehlt sich, den Elternteil mit dem besseren Verdienst als Empfangsberechtigten zu beantragen, denn je höher die Einkünfte in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt, desto höher fällt das Elterngeld aus. Ein Wechsel in die günstigere Steuerklasse III ist auch im laufenden Jahr möglich, wobei aber die Nachteile des Partners in der unvorteilhafteren Steuerklasse V berücksichtigt werden sollten, die nicht nur den höheren Steuersatz, sondern auch Einbußen bei Kranken- und Arbeitslosengeld betreffen.

Das Elterngeld ist grundsätzlich in schriftlicher Form zu beantragen. Der umfangreiche Antrag ist bei der von der jeweiligen Landesregierung bestimmten Elterngeldstelle einzureichen, bei der es sich z. B. auch um das Einwohnermeldeamt handeln kann. Dies sollte so bald wie möglich nach der Geburt des Kindes geschehen, da die Beträge maximal nur drei Monate rückwirkend ausgezahlt werden können. Die individuell zuständige Elterngeldstelle kann über die Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ermittelt werden.

Autor: Gaby Mertens

Auch Gaby war in der Versicherungsbranche tätig und hat schreibt schon seit 2011 für unser Magazin. Nach einer längeren Auszeit im Ausland ist sie nun wieder da, und wir freuen uns, dass sie uns wieder mit ihren Texten unterstützt und immer eine Tüte Gummibärchen für die Kollegen bereithält.