Freie Wahl des Schornsteinfegers – Vorsicht vor unseriösen Verträgen

- 14.01.2013 von Sonja Hess -

BezirksschornsteinfegerMit Beginn des Jahres 2013 kann jeder Hausbesitzer seinen Schornsteinfeger selbst auswählen. Nach den Jahren des Monopols der Bezirksschornsteinfeger sollte dies eigentlich eine Verbesserung, hin zu mehr Wettbewerb sein. Bis jetzt sieht es jedoch nicht so aus, als ob die freie Wahl des Schornsteinfegers für den Verbraucher von Vorteil ist.

Mit dem Fall des Monopols für Bezirksschornsteinfeger werden eine größere Marktfreiheit und ein verbesserter Wettbewerb angestrebt. Es sollten damit günstigere Preise und eine gewisse Konkurrenz unter den Schornsteinfegern möglich gemacht werden. Doch teilweise ist sogar das Gegenteil eingetreten, denn viele Anbieter verlangen im neuen Jahr mehr für die Leistungen, die regelmäßig durchgeführt werden müssen. Bei vielen der freien Anbieter sind lediglich Sonderleistungen günstiger.

EU-Verordnung wird eher mangelhaft umgesetzt

Für den Verbraucher ist die Umsetzung der EU-Verordnung zur Neuregelung der Schornsteinfegerleistungen eher ein Bumerang geworden, denn ein Befreiungsschlag. Während die Preise bisher durch die Schornsteinfegerordnung sehr genau geregelt wurden und nicht durch den einzelnen Bezirksschornsteinfeger verändert werden konnten, wird nun jeder Anbieter seine eigenen Preise gestalten können. Dabei sind bereits jetzt schwarze Schafe aufgefallen, die versuchen, ihre Kunden in ungünstige langfristige Verträge zu zwingen. So sollen Verträge vorgelegt worden sein, die über mehrere Jahre laufen und sich selbstständig erhöhen.

Informationen einholen vor Vertragsabschluss

Wer wirklich meint seinen bisherigen Schornsteinfeger loswerden zu wollen muss sich genau umsehen, wen er nun beauftragt. Die meisten Schornsteinfeger werden ihre bisherigen Kunden nun Anfang des Jahres anschreiben und bitten, mit ihnen einen Vertrag abzuschließen. Leider muss man auch diese Angebote nun sorgfältig prüfen. Das sogenannte Kehrmonopol ist inzwischen zwar gefallen, aber bisher scheint sich dies für den Kunden nicht zum Vorteil auszuwirken. Wer sich jetzt also einen günstigen Schornsteinfeger suchen will, muss verschiedene Angebote der einzelnen Anbieter einholen.

Verträge gut lesen und prüfen

Das Internet bietet die Lösung auf der Seite des Bundesamtes für Wirtschaft, denn dort ist ein Register aller Schornsteinfeger angelegt worden. Hier kann man einfach mit der Postleitzahl nach Anbietern suchen. Gibt man statt der letzten ein oder zwei Ziffern ein Sternchen ein, bekommt man alle Schornsteinfeger der Region angezeigt. Hat man dann den günstigsten Anbieter gefunden, sollte man den vorgelegten Vertrag sehr gut lesen und auch auf das Kleingedruckte achten. Nicht einlassen sollte man sich auf Verträge die eine automatische Preiserhöhung oder eine Inflationsanpassung beinhalten. Außerdem ist es nicht besonders ratsam sich länger als ein Jahr an einen Schornsteinfeger zu binden, gerade jetzt zu Beginn der neuen Regelung. / Fotoquelle: fotolia.de / © Henry Schmitt

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können