Gehalt 2011: Was ändert sich?

- 18.03.2011 von Gaby Mertens -

Auch wenn es derzeit einen Konjunkturaufschwung gibt und dadurch höhere Steuereinnahmen verzeichnet werden können, sieht die Regierung der Bundesrepublik auch für das Jahr 2011 kaum Spielräume, um die Bürger finanziell entlasten zu können.

Es wird wohl eher das Gegenteil sein, denn neben höheren Beträgen zur Krankenkasse werden auch durch die geringeren Sozialleistungen zahlreiche Haushalte bezüglich ihres finanziellen Budgets zusätzlich belastet werden. Von finanziellen Vorteil wird 2011 sein, dass Vorsorgeaufwendungen bei der Altervorsorge hinsichtlich der steuerlichen Absetzbarkeit verbessert werden. Ebenso werden Bafög-Leistungen ansteigen und die Beitragsbemessungsgrenzen bei der Sozialversicherung zumindest für alle alten Bundesländern nicht angehoben. Allerdings werden wohl nur die wenigsten Haushalte in Deutschland unterm Strich mehr Netto als im Vorjahr übrig haben.

Eine der wichtigsten steuerlichen Veränderungen 2011 ist der Wegfall der Lohnsteuerkarte. Dies ist ein weiterer Schritt zur Elektronisierung der Steuererhebung auf Basis des elektronischen Verfahrens Elstam II. Daher werden keine Lohnsteuerkarten mehr ausgegeben, allerdings behält die Lohnsteuerkarte 2010 während des Jahres 2011 als Übergangslösung ihre Gültigkeit, damit ausreichend Zeit für die Umstellung des Steuersystems gegeben ist.

Sollte man 2011 erstmals einer lohnsteuerpflichtigen Beschäftigung nachgehen, dann erhält man beim Finanzamt eine sogenannte Ersatzbescheinigung. Auch wird es ab diesem Jahr wieder möglich sein, das häusliche Arbeitszimmer bei der Steuer mit einer Pauschale geltend zu machen. Bis zu maximal 1.250 Euro an Kosten kann man somit bei der Steuererklärung für ein Büroraum in der privaten Wohnumgebung geltend machen, wenn man sonst keinen geeigneten Arbeitsplatz zur Berufsausübung besitzt. Ebenso ändern sich auch die Bemessungsgrenzen bei Sozialabgaben.

Während es in den neuen Ländern zu einem Anstieg der maximalen Rentenberechnungsgrenze und zu einer Verminderung der Krankenversicherungsbemessungsgrenze kommt, bleibt die Beitragsgrenze bei der gesetzlichen Altersvorsorge in den alten Ländern stabil und die Bemessungsgrenze bei den Krankenversicherungsbeiträgen sinkt etwas ab.

Seit Januar 2011 ist außerdem der allgemeine Satz von Krankenkassenbeiträgen um 0,6 Prozent von vormals 14,9 auf jetzt 15,5 Prozent angestiegen, bei ermäßigten Beiträgen von vorher 14,3 auf nun 14,9 Prozent. Die Sonderbeitragszahlung von 0,9 Prozent wird dabei derzeit allein von den Arbeitnehmern geleistet, in die übrigen 14,6 Prozent teilt sich Arbeitnehmer mit Arbeitgeber hinein, da der Arbeitgeberanteil an der Krankenkasse auf 7,3 Prozent festgestet worden ist, der Arbeitnehmeranteil hingegen weiterhin variabel und somit nach oben offen bleiben wird. Allerdings sind Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenkasse vollkommen steuerlich absetzbar.

Auch wird der Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung leichter gemacht. So kann man nun bereits ab einem Jahreseinkommen von 49.500 in die PKV wechseln, während dies bisher erst ab 49.950 Euro möglich war. Allerdings muss auch ein Einkommen für das kommende Jahr über dieser Mindestgrenze gewährleistet werden, allerdings nicht mehr wie bisher in drei aufeinander folgenden Jahren.

Autor: Gaby Mertens

Auch Gaby war in der Versicherungsbranche tätig und hat schreibt schon seit 2011 für unser Magazin. Nach einer längeren Auszeit im Ausland ist sie nun wieder da, und wir freuen uns, dass sie uns wieder mit ihren Texten unterstützt und immer eine Tüte Gummibärchen für die Kollegen bereithält.