Ist ein Bankschließfach sinnvoll?

- 26.09.2018 von Kim Teschner -

Bankschließfächer und WertgegenständeMeldungen von Haus- oder Wohnungseinbrüchen sind in vielen Gegenden Deutschlands inzwischen an der Tagesordnung und auch die aktuelle Finanzlage lässt viele Menschen um ihre Ersparnisse bangen. Kein Wunder also, dass die Beliebtheit von Bankschließfächern in den letzten Jahren enorm angestiegen ist und einige Banken, bedingt durch die hohe Nachfrage, sogar Wartelisten führen.

Schließfächer werden immer beliebter

Die Nachfrage an Bankschließfächern ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, sodass einige Banken inzwischen sogar Wartelisten für die Vermietung von Bankschließfächern führen. Die aktuelle finanztechnische Entwicklung mit Niedrigzins oder sogar der ins Gespräch gebrachte Strafzins für private Anleger macht vielen Menschen Angst und auch die Berichte über die Bankkrisen einiger europäischer Staaten, die zeitweise gesperrte Bankkonten zur Folge hatten, tragen nicht unbedingt zu mehr Vertrauen bei. Einbruchsmeldungen verstärken die Verunsicherung der Privatpersonen noch, sodass für viele eine Alternative in Form eines Bankschließfachs die einzige Möglichkeit darstellt.

Doch eins vorab: Wer meint, sein Vermögen dort zu hundert Prozent vor Behördenzugriffen schützen zu können, liegt nur bedingt richtig. Gleich bei der Eröffnung eines Bankschließfachs erhält das zuständige Finanzamt auch eine Meldung darüber. Bei einer Pfändung oder bei einem Erbfall dürfen die Behörden sogar auf den Inhalt des Schließfachs zugreifen. Sie erfahren auch die Namen aller Bevollmächtigten. Steuerhinterziehung soll so ein Riegel vorgeschoben werden!

Wann lohnt sich ein Schließfach?

Ein paar wenige Euro, sicher im Schließfach deponiert, dagegen kann niemand etwas einwenden. Im Normalfall wird das Schließfach jedoch für die Aufbewahrung von Wertgegenständen, wie teurer Schmuck oder Münzen, Versicherungspolicen oder Testamente eröffnet. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Man weiß jederzeit, wo genau sich die Sachen befinden, kein Besucher stößt Zuhause zufällig auf Unterlagen, die er nicht lesen soll und die Anschaffung einer teuren Alarmanlage ist nicht notwendig. Vor allem ältere Menschen, die alleine leben, schätzen die Vorzüge so eines Bankschließfachs, denn gerade sie haben Angst vor Einbrüchen und davor, dass wichtige Gegenstände und Unterlagen dabei entwendet werden können.

Die Vorteile des Bankschließfachs

Ein großer Vorteil, den das Schließfach bietet, ist die Versicherung des zu schützenden Eigentums. Egal, was in dem Schließfach eingelagert wird, es ist automatisch über die Bank versichert. Wird das Schließfach bei einem Überfall geplündert, ersetzt die Versicherung der Bank automatisch den Schaden des Schließfachinhabers.

Außerdem bietet das Schließfach den Vorteil, dass im Grunde genommen kein Mensch außerhalb der Bank Kenntnis vom Inhalt des Schließfachs erhält. Vom wertvollen Schmuck über wichtige Dokumente wie beispielsweise Sparbücher oder Eigentumsnachweise bis hin zu Bargeld ist der Schließfachinhaber frei in seiner Entscheidung, was genau in dem Schließfach eingelagert werden soll. So lagern viele Menschen beispielsweise ihre Münzsammlung in Schließfächern bei der Bank ein, da die wertvollen Münzen hier witterungsgeschützt sind und ihren Wert somit effektiv beibehalten.

Ein Schließfach ist nur mit einem Schlüssel zugänglich, der von seiner Größe her jedoch nicht nennenswert auffällt. Dieser Schlüssel kann sehr bequem am Schlüsselbund getragen werden. Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Schließfach anzumieten, sollte sich jedoch vor Augen führen, dass der Zugang zu dem Schließfach in den meisten Fällen mit den Öffnungszeiten der Bank gekoppelt ist. Was dann in diesem Schließfach eingelagert wird, ist außerhalb der Banköffnungszeiten für den Schließfachinhaber leider nicht zugänglich.

Die Kosten

Die Kosten für ein Bankschließfach variieren je nach Bank und vor allem je nach Größe des Schließfachs. So kann ein 5-6 Liter Schließfach bei einigen Banken aktuell bereits für eine Jahresgebühr von ca. 20 Euro gemietet werden. Je größer das Schließfach ist, desto teurer ist auch der Preis. Dieser kann durchaus bei einigen hundert Euro pro Jahr liegen. Allerdings erhöht sich mit der Größe auch gleich der Versicherungsschutz. Dieser kann natürlich jederzeit durch einen Zusatzbeitrag erhöht werden, falls dort Gegenstände mit einem hohen Wert, wie zum Beispiel die bereits erwähnte Münzsammlung, eingelagert werden. / Fotoquelle: fotolia.de / © Delux

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.