Kfz-Steuerreform 2021

- 16.12.2020 von Marlen Schurr -

Kraftfahrzeugsteuer und schadstoffarmDie Kraftfahrzeugsteuer ist eine Abgabe, die durch die Bundesregierung erhoben wird. Besteuert werden die Zulassung und die Haltung von Kraftfahrzeugen. In der Vergangenheit wurden häufig Kriterien wie Hubraum, Motorleistung, Baujahr, aber auch der Ausstoß bestimmter Schadstoffe als Berechnungsgrundlage verwendet. Aufgrund der veränderten Situation beschloss die Bundesregierung am 17. September 2020 eine Reform der Kfz-Steuer.

Warum wurde die Reform notwendig?

Im Zuge des Klimaschutzpakets hat sich die Bundesregierung verpflichtet, bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu senken. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sind eine Reihe von Maßnahmen notwendig, um den Ausstoß von CO² zu verringern. Eine davon ist die Reform der Kfz-Steuer, die 2021 in Kraft tritt. Auf den Punkt gebracht, geht es bei der Reform darum, dass für schadstoffarme Autos weniger Kfz Steuer gezahlt werden sollen als für solche, die viele Schadstoffe, vor allem CO², ausstoßen. Das soll die Bundesbürger dazu bringen, bevorzugt schadstoffarme Autos zu kaufen. Dadurch soll der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden. Die Reform zielt nicht darauf ab, die Einnahmen für die Staatskasse zu erhöhen, sondern die Emissionen zu senken.

Was ändert sich ab 2021?

Im Vergleich zur heutigen Berechnungsgrundlage wird die Kfz-Steuer im Durchschnitt pro Fahrzeug und Jahr um ca. 15,80 Euro ansteigen. Als Berechnungsgrundlage wird zum größten Teil der CO² Ausstoß herangezogen. Bis jetzt wird bei einem CO² Ausstoß von mehr als 95g/km einheitlich 2 Euro pro Gramm höherem Ausstoß fällig. Ab 2021 wird die Erhöhung gestaffelt. Konkret sieht das so aus, dass der Steuersatz in der Stufe 1 (95-115g/km) um 2 Euro pro Gramm steigt und in der Stufe 6 (mehr als 195g/km) auf 4 Euro pro Gramm.

Zur selben Zeit erhalten die Halter schadstoffarmer Autos, die weniger als 95g/km CO² ausstoßen, einen Rabatt von 30 Euro auf die Kfz-Steuer. Diese Vergünstigung gilt für alle schadstoffarme Pkws, deren Erstzulassung vom 12. Juni 2020 bis zum 31. Dezember 2024 erfolgte bzw. erfolgen wird. Die Reduktion der Kraftfahrzeugsteuer wird für einen Zeitraum von bis zu maximal 5 Jahren gewährt. Unterm Strich kann sich die Kfz-Steuer für die Besitzer schadstoffarmer Pkws also sogar verringern.

Welche Fahrzeugklassen sind von der Reform betroffen?

Die neue Kfz-Steuer gilt für Neuwagen, die nach dem 1. Januar 2021 zugelassen werden. Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts. Die Reform der Kfz-Steuer bezieht sich lediglich auf private Pkws. Leichte Nutzfahrzeuge bis maximal 3,5 t Gewicht werden ab dem 1. Januar 2021 nach den Steuersätzen für Nutzfahrzeuge besteuert, deren Berechnung auf der Grundlage des Gewichts erfolgt. Das gilt auch, wenn solche Fahrzeuge zur Personenbeförderung benutzt wird. Diese Regelung hat für Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende, die solche Fahrzeuge besonders häufig benutzen, eine Verringerung der Kraftfahrzeugsteuer zur Folge. Damit sollen die Kleinunternehmen in der wirtschaftlich schwierigen Situation entlastet werden.

Was ist mit Elektroautos?

Ursprünglich galt die mehrjährige Befreiung von der Kfz-Steuer für alle Pkws mit reinem Elektroantrieb oder einem Umbau auf reinen Elektroantrieb, die bis zum 31. Dezember zugelassen werden/wurden. Diese Frist wird durch die Reform bis zum 31. Dezember 2025 verlängert und läuft in Einzelfällen erst zum 31. Dezember 2030 ab. Dadurch soll ein Anreiz für die Bürger geschaffen werden, sich ein Elektroauto anzuschaffen.

Wie sieht es bei Dienst- und Firmenwagen aus?

Wer ein als Dienstwagen Elektroauto fährt, muss seit dem 1. Januar 2020 weniger Steuern zahlen, wenn das Auto für private Fahrten genutzt wird. Anstatt 1 Prozent des Brutto-Listenpreises bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor müssen nur 0,25 Prozent für Elektroautos angesetzt werden, wenn der Brutto-Listenpreis unter 60.000 Euro liegt. Liegt er darüber, sind seit dem 01.07.2020 0,50 Prozent anzusetzen. Plug-In Hybriden werden grundsätzlich mit 0,50 Prozent besteuert.

Diese Regelungen für Elektroautos und Hybriden gelten bis zum 31. Dezember 2030. Dadurch ergeben sich erhebliche Vorteile für Firmen, die sich für Elektroautos oder Hybriden als Firmenfahrzeug entscheiden. / Fotoquelle: © Sureeporn Teerasatean – Shutterstock.com

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!