Steuerbegünstigte Leistungen vom Arbeitgeber

- 10.12.2020 von Marlen Schurr -

Fahrtkostenzuschuss und SachleistungenNeben dem Arbeitslohn bekommen viele Arbeitnehmer noch weitere Geld- bzw. Sachleistungen vom Arbeitgeber. Für diese fallen unter bestimmten Voraussetzungen keine Steuern an.

Sachleistungen und Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber

Fahrtkosten können je nach Entfernung zur Arbeitsstelle mehrere hundert Euro im Monat betragen. Ein Zuschuss oder die vollständige Kostenübernahme des Arbeitgebers stellt eine große Entlastung dar. Für Fahrten mit dem Auto fallen pro gefahrenen Kilometer 30 Cent an. Die Fahrtkosten werden mit pauschal 15 Prozent besteuert. Sozialversicherungsbeiträge muss der Arbeitnehmer für diesen Betrag nicht bezahlen. Auch die Übernahme der Kosten für öffentliche Verkehrsmittel durch den Arbeitgeber ist möglich.

Andere Sachleistungen sind steuerfrei, wenn sie 44 Euro im Monat nicht übersteigen. Deshalb muss der Arbeitnehmer zum Beispiel einen monatlichen Tankgutschein in Höhe von 44 Euro nicht versteuern. Geburtstagsgeschenke und Aufmerksamkeiten aus einem anderen Anlass (Hochzeit, Geburt eines Kindes) sind bis 60 Euro steuerfrei. Bei Produkten, die ein Unternehmen selbst herstellt, beträgt der Freibetrag sogar 1.080 Euro im Jahr.

Vermögenswirksame Leistungen sind eine wichtige Arbeitgeberleistung

Viele Arbeitgeber zahlen sogenannte Vermögenswirksame Leistungen. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Leistung, die auch in Tarifverträgen geregelt sein können. Der Arbeitgeber kann maximal 40 Euro zahlen. Die meisten Sparverträge für vermögensbildende Leistungen sehen eine Ansparphase von sechs Jahren vor. Ein weiteres Jahr ruht das Geld, dann kann der Arbeitnehmer darüber frei verfügen.
Voraussetzung für vermögensbildende Leistungen ist ein festes Arbeitsverhältnis, auch Auszubildende können es beantragen. Mitarbeiter in der Probezeit müssen warten, bis sie eine feste Anstellung haben. Auch Mitarbeiter mit einem befristeten Arbeitsvertrag haben einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Die Höhe des Einkommens spielt hingegen keine Rolle. Neben den monatlichen Sparraten haben viele Arbeitnehmer noch Anspruch auf eine Arbeitnehmersparzulage. Dadurch erhöht sich die Ansparsumme auf bis zu 123 Euro im Jahr.

Hauptsächlich können Arbeitnehmer in einem Bausparvertrag einzahlen, einen Baukredit tilgen oder das Geld in einen Fondssparplan investieren. Die Tilgung eines Baukredits wird nur gefördert, wenn die Immobilie selbst genutzt wird. Eine Lebensversicherung oder ein Banksparplan sind hingegen nicht förderungswürdig.

Nicht jede Sparform wird gleich gefördert. Auf einen Bausparvertrag erhält der Arbeitgeber 43 Euro pro Jahr an Arbeitnehmersparzulage. Bei einem Fondssparplan beträgt die Förderung 80 Euro. Es ist auch möglich, dass der Arbeitnehmer gleichzeitig in einen Bausparvertrag und in einen Fondssparplan einzahlt. Die maximale Förderung beträgt in diesem Fall also 123 Euro. Die Arbeitnehmersparzulage ist einkommensabhängig. Die Verdienstgrenze liegt bei jährlich 17.900 Euro für Singles und bei 35.800 Euro für Verheiratete. Pro Kind dürfen Alleinlebende 3.624 Euro und Verheiratete 7.248 Euro abziehen. Bei einem Fondssparvertrag liegen die Einkommensgrenzen bei 20.000 Euro bzw. bei 40.000 Euro.

Die jährlichen Zinserträge müssen bei der jährlichen Steuererklärung angegeben werden. Die Erträge werden mit rund 28 Prozent (inklusive Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) besteuert. Außerdem muss die Arbeitnehmersparzulage jedes Jahr beantragt werden. Die Leistungen sind freiwillig. Ist der Arbeitgeber nicht durch einen Tarifvertrag dazu verpflichtet, kann er sich auch weigern, die Zahlungen zu leisten.

Weitere Arbeitgeberleistungen

Auch eine Mitarbeiterkapitalbeteiligung ist möglich. Bei dieser Art der Vermögensbeteiligung überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Teile des Unternehmens zu günstigen Konditionen, zum Teil sogar unentgeltlich. Bis zu einer Höhe von 360 Euro ist dieser Sachbezug steuerfrei.

Benötigt ein Arbeitnehmer eine Finanzhilfe für den Kauf einer Immobilie oder für die Teilnahme an einer Fortbildung, kann er sich oftmals auch an seinen Chef wenden. Über das Arbeitgeberdarlehen hat dieser die Möglichkeit, seinem Mitarbeiter Geld zu einem günstigen Zinssatz zur Verfügung zu stellen. Ab einer Freigrenze von 2.600 Euro gelten die eingesparten Zinsen allerdings als beitragspflichtiger Lohn und müssen versteuert werden.

Zusätzlich kann sich ein Unternehmen über den Arbeitgeberzuschuss an den Kosten zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung beteiligen. Hierbei übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der monatlichen Beiträge. Die Beteiligung ist bis zu einer Höhe möglich, die der Zuzahlung für die gesetzliche Versicherung entsprechen würde.

Steuerbegünstigte Leistungen vom Arbeitgeber gibt es viele. Für den Arbeitnehmer lohnt es sich also, sich ausreichend über die einzelnen Möglichkeiten zu informieren und seinen Arbeitgeber darauf anzusprechen, ob er sich an der ein oder anderen Leistung beteiligt. / Fotoquelle: © Romolo Tavani – Shutterstock.com

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!