Welche Änderungen bringt 2015 für werdende Eltern?

- 13.01.2015 von Marlen Schurr -

Familie und ElterngeldDas Jahr 2015 bringt für werdende Eltern eine Reihe von Änderungen mit sich. Teils sollen dadurch bereits bestehende Regelungen ergänzt werden, teils werden bisherige Regelungen flexibler gestaltet.

Elterngeld und Teilzeitarbeit jetzt ohne Einbußen kombinierbar

Das Elterngeld Plus ist zwar bereits zum 1. Januar 2015 eingeführt worden, kann jedoch nur von Eltern in Anspruch genommen werden, deren Kinder am 1. Juli 2015 oder danach zur Welt kommen. Die entsprechenden Regelungen sehen vor, dass Elterngeld als Sozialleistung an diejenigen gezahlt wird, die sich während der ersten 14 Lebensmonate primär selbst um die Betreuung ihrer Kinder kümmern und aus diesem Grund entweder gar nicht oder maximal 30 Stunden wöchentlich arbeiten. Berechnungsgrundlage für die Höhe des Elterngeldes ist das vor der Geburt des Kindes erzielte Nettoeinkommen, wobei das Elterngeld im Regelfall 65 Prozent des bisherigen Nettoverdienstes, jedoch mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro, beträgt. Es wird bis zu 14 Monate lang gezahlt. Teilzeitarbeit und Bezug von Elterngeld konnten zwar auch schon nach der bisherigen Regelung miteinander kombiniert werden, doch verloren Eltern dabei einen Teil ihres Elterngeldanspruchs, indem die ausgezahlten Elterngeld-Beträge um das bezogene Arbeitsentgelt reduziert wurden. Mit dem Elterngeld Plus wurde dagegen eine neue Möglichkeit zur Kombination von Elterngeld und Teilzeitarbeit geschaffen. Das Elterngeld ist in dieser Variante zwar nur halb so hoch wie nach den bisherigen Regelungen, dafür verlängert sich die Elternzeit für den betreffenden Elternteil jedoch: Für jeden Monat der Elternzeit, in dem Teilzeitarbeit geleistet wird, verlängert sich die Dauer der Elternzeit und des Elterngeld-Bezuges um einen weiteren Monat. Es wird faktisch monatlich nur noch die Hälfte des bisherigen Elterngeldes gezahlt, insgesamt dafür aber doppelt so lange.

Partnerschaftsbonus für Teilzeitarbeit beider Eltern

Eine interessante Neuerung ist auch der sogenannte Partnerschaftsbonus. Nach dieser Regelung können Mütter und Väter, die wöchentlich mindestens 25 und maximal 30 Stunden parallel arbeiten, künftig für zusätzliche vier Monate Elterngeld Plus erhalten. Auch alleinerziehende Elternteile kommen in den Genuss dieser Regelung, sofern sie gemeinsam das Sorgerecht für das betreffende Kind wahrnehmen. Elterngeld und Elterngeld Plus sowie der Partnerschaftsbonus können auf vielfältige Weise miteinander kombiniert und an die berufliche Situation der Eltern angepasst werden. So kann sich an eine sechsmonatige Kinderbetreuungspause eines Elternteils mit vollem Elterngeldbezug beispielsweise eine zwölfmonatige Phase anschließen, in der Elterngeld Plus bezogen wird. Darüber hinaus kann der andere Elternteil zwei Monate Elterngeld in Anspruch nehmen – oder alternativ vier Monate Elterngeld plus. Falls beide Partner danach mindestens vier Monate gleichzeitig Teilzeitarbeit im Umfang von jeweils 25 bis 30 Wochenstunden leisten, können beide während dieser Zeit Elterngeld Plus bekommen. Im Falle von Mehrlingsgeburten erhalten die betroffenen Eltern ab 2015 übrigens neben dem Elterngeld für ein Kind noch einen Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro monatlich für jedes weitere Kind.

Mehr Flexibilität bei der Elternzeit-Planung

Vom 1. Juli 2015 an können Väter und Mütter die Elternzeit deutlich flexibler nutzen als bisher. Statt bisher zwölf Monat können sie künftig bis zu 24 Monate lang ihre Arbeit unterbrechen, um zwischen dem dritten und achten Geburtstag ihres Kindes eine unbezahlte Auszeit zu nehmen. Einer Zustimmung des Arbeitgebers bedarf es dafür nicht mehr, allerdings ist die Elternzeit fristgerecht anzumelden. Vor dem dritten Geburtstag des Kindes muss die Anmeldung sieben Wochen vorher erfolgen, für Elternzeit nach dem dritten Geburtstag des Kindes gilt eine Anmeldefrist von 13 Wochen. Neu ist auch die Möglichkeit, die Elternzeit in drei statt nur in zwei Abschnitte aufzuteilen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Arbeitgeber den dritten Elternzeit-Block ablehnen kann, wenn dieser in der Zeit vom vollendeten dritten bis zum achten Lebensjahr genommen werden soll. / Fotoquelle: fotolia.de / © Andy Dean

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!