Wissenswertes zur Kfz-Steuer

- 15.07.2020 von Daniela Lütke -

Straßenbau und DienstwagenWer in Deutschland ein Kraftfahrzeug besitzt, der muss in der Regel auch Kfz-Steuern bezahlen. Ihre Höhe hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, wobei es hierbei natürlich auch ein paar Ausnahmen gibt.

Wofür wird die Steuer erhoben?

Die Kfz-Steuer ist eine sogenannte zweckgebundene Steuer, das heißt, dass der Staat die eingenommenen Gelder nur für einen bestimmten Zweck verwenden darf. Im konkreten Falle geht es darum, dass die Autofahrer mit ihrer Steuer für die Sanierung der Infrastruktur und den Erhalt der Umwelt bezahlen. Ein großer Teil der Kfz-Steuer wird für den Straßenbau verwendet. Dabei ist mittlerweile die Bundesfinanzverwaltung für die Steuer verantwortlich, da es sich seit 2009 um eine Bundessteuer handelt. Zuvor war die Kfz-Steuer eine Ländersteuer.

Ein wichtiger Aspekt für viele Halter ist zudem die Tatsache, dass die Steuer im Voraus gezahlt wird. Die Abbuchung erfolgt in der Regel für ein Jahr und das in dem Monat, in dem der Wagen angemeldet wurde. In den Folgejahren wird dann im gleichen Monat abgebucht. Wird der Wagen bei der Zulassungsbehörde wieder abgemeldet, informiert diese auch das Finanzamt, welches die zu viel gezahlten Beträge anteilig erstattet.

Wer muss die Kfz-Steuer zahlen?

Steuerpflichtig ist grundsätzlich jeder Halter eines Kraftfahrzeugs, das in Deutschland zugelassen wurde. Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen werden, fallen ebenfalls unter die Kfz-Steuer, wenn sie im Inland gehalten werden. Während der Halter für die Steuer aufkommt, bedeutet dies nicht auch gleichzeitig, dass er auch der Fahrer sein muss. Ein klassisches Beispiel sind Eltern, die aus Versicherungsgründen oft als Halter der Fahrzeuge ihrer Kinder eingetragen werden. Aber auch bei Dienstwagen übernimmt das Unternehmen als Halter diese Kosten und nicht der Angestellte, der den Wagen regelmäßig fährt.

Wie wird die Steuer berechnet?

Wie hoch die Kfz-Steuer bei einem Auto ausfällt, ist unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächst einmal gibt es einen Grundbetrag, von 2 Euro pro 100 cm³ Hubraum bei einem Benziner und 9,50 Euro 100 cm³ Hubraum bei einem Diesel. Darüber hinaus spielt seit einigen Jahren auch der CO2-Ausstoß bei der Berechnung eine Rolle. Jedes Fahrzeug wird anhand seines Ausstoßes auch in eine Schadstoffklasse eingeteilt. Umso weniger Schadstoffe ein Auto ausstößt umso geringer ist am Ende auch die Kfz-Steuer.

Die Berechnung gilt zunächst einmal vor allem für Pkws. Bei anderen Fahrzeugen fallen zwar ebenfalls Kfz-Steuern an, hier unterscheidet sich die Vorgehensweise aber etwas. Im Falle eines Wohnmobils wird beispielsweise auch das zulässige Gesamtgewicht bei der Berechnung mit einbezogen. Dem gegenüber spielt wiederum bei Motorrädern der Schadstoff keine Rolle, stattdessen ist nur der Hubraum relevant. Auch bei LKW und Nutzfahrzeugen verzichtet man auf Schadstoffwerte. Hier ist erneut nur das Gesamtgewicht des Fahrzeuges wichtig. Dies gilt wohlgemerkt auch für Anhänger, die ebenfalls steuerpflichtig sind.

Gibt es eine Befreiung?

Technisch gesehen fallen für alle Kraftfahrzeuge in Deutschland Steuern an. Neben Pkws und Lkws gilt dies also beispielsweise auch für Quads, Trikes oder Buggys. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es nicht trotzdem Ausnahmen gibt. Steuerbefreit sind zum Beispiel Fahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei, des Zolls, der Straßenreinigung und viele Krankenwagen. Zudem können Personen, die eine Schwerbehinderung haben, eine Steuerminderung oder sogar eine Befreiung in Anspruch nehmen, abhängig vom Grad der Behinderung.

Halter von Elektroautos profitieren darüber hinaus von einer zeitlich beschränkten Befreiung der Kfz-Steuer. Wer ein E-Auto zwischen dem 18.05.2011 und dem 31.12.2020 zulässt, der ist für insgesamt zehn Jahre nach der Zulassung von der Steuer befreit. Die Kosten fallen allerdings auch nach Ablauf der Zeit niedriger als bei einem Benziner oder Diesel aus. Als Basis für die Berechnung dient allein das Gesamtgewicht. Die befristete Befreiung gilt allerdings nur für elektrische Autos. Hybride sind nicht mit eingeschlossen. Für sie wird nach dem Pkw-Prinzip ganz normal eine jährliche Steuer berechnet. / Fotoquelle: © sasirin pamai – Shutterstock.com

Autor: Daniela Lütke

Daniela ist 2016 zu uns gestoßen. Als Journalistin und ehemalige Unternehmensberaterin hat sie sich ein enormes Wissen zu den Themen Ausbildung, Beruf & Karriere aufgebaut und versteht es, dieses geschickt in Worte zu fassen.