Bildungsrendite: Welche Auswirkung der Bildungsabschluss auf den Lebensverdienst hat

- 09.02.2014 von Marlen Schurr -

Schulabschluss und BerufschulabschlussDass eine gute Bildung den Grundstein für späteren Erfolg im Leben legt, ist allgemein bekannt und trifft auch im Rahmen der Statistik zu. Wie sich das konkret ausdrückt, ist allerdings den meisten Menschen noch relativ wenig bekannt. Bildung zahlt sich aus mehreren Gründen aus.

Bildung und Studium – eine Investition in die Zukunft

Zahlen lügen nicht. Laut Angaben der Statistik ist der Gesamtverdienst im Laufe eines Arbeitslebens, der sogenannte Lebensverdienst, um so höher, je höher der erzielte Bildungsabschluss ist. Die Angaben über die durchschnittliche Höhe des Lebensverdienstes sehen wie folgt aus:

– ungelernte Arbeitskräfte: ca. 1,08 Millionen Euro
– Berufsausbildung: ca. 1,3 Millionen Euro
– Abitur: ca. 1,5 Millionen Euro
– Fachhochschulabschluss: ca. 2,0 Millionen Euro
– Hochschulabschluss: ca. 2,3 Millionen Euro

Der Trend ist eindeutig. Je höher der Bildungsabschluss ist, um so höher ist auch der zu erwartende Verdienst im Laufe eines Arbeitslebens. Das ist aber noch nicht alles. Es gibt noch andere Faktoren, die für die Investition in eine gute Bildung sprechen. Je höher der erzielte Bildungsabschluss ist, um so geringer ist die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden. Die Arbeitslosigkeit ist unter ungelernten Kräften am höchsten, während bei Akademikern, besonders im technischen Bereich, seit Jahren praktisch Vollbeschäftigung herrscht. Dazu kommt noch, dass Menschen mit einer höheren Bildung zwar erst später anfangen, Geld zu verdienen als ungelernte Arbeiter, dass aber im späteren Berufsleben durch höhere Gehälter mehr als nur wettmachen. Zudem arbeiten die meisten Menschen mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss bis zu einem höheren Lebensalter als Ungelernte. Das liegt nicht nur daran, dass geistige Tätigkeit den Körper weniger hart belastet als Hilfstätigkeiten, sondern hat auch den Grund, dass Menschen mit guter Bildung oft in Führungspositionen tätig sind und sich in ihrem Beruf engagieren. Ihre Tätigkeit macht ihnen Spaß und sie arbeiten nicht selten bis weit über das Erreichen des Rentenalters hinaus.

Nehmen Sie Ihr Schicksal in die Hand

Eine akademische Ausbildung ist mühsam und dauert viele Jahre. Bevor Sie damit beginnen, sollten Sie sich gründlich informieren bzw. beraten lassen. Nicht in allen Fachrichtungen besteht ein großer Bedarf an Akademikern. Zudem wäre es falsch, nur zu studieren, um später einmal viel Geld zu verdienen. Vielmehr sollten Sie sich für die gewählte Studienrichtung auch interessieren und eine gewisse Begabung dafür mitbringen. Nur mit reiner Willenskraft halten Sie die Jahre des Studiums nicht durch. Dafür benötigen Sie eine starke Motivation. Sie müssen beispielsweise damit zurecht kommen, dass Ihre früheren Klassenkameraden aus der Grundschule schon längst arbeiten und Geld verdienen, während Sie gerade erst Ihr Studium abgeschlossen haben und erste praktische Erfahrungen sammeln. Nicht wenige Absolventen müssen zudem in den ersten Jahren Bafög-Kredite zurückzahlen. Als Manager wird von Ihnen Flexibilität verlangt. Für viele Führungspositionen ist mehrjährige Auslandserfahrung eine wichtige Voraussetzung. Mit dieser Problematik sollten Sie sich unbedingt auseinandersetzen, bevor Sie sich dazu entscheiden, ein Studium zu beginnen. Um ganz sicher zu gehen, können Sie beispielsweise nach dem Abitur einen Beruf erlernen und erst danach das Studium beginnen. In vielen technischen Fachrichtungen (Maschinenbau, Elektrotechnik und andere), profitieren Sie von der gesammelten Erfahrung. / Fotoquelle: fotolia.de / © Marco2811

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!