Ab in den Urlaub – wer zahlt die Impfungen?

03.05.2017 von Daniela Lütke

Reisekrankheiten und ImpfschutzDie Reiselust der Deutschen ist nach wie vor ungebrochen, obwohl die politische Lage in vielen Ländern, darunter auch klassische Urlaubsziele, im Moment alles andere als ruhig ist. Beim Reisen zeichnet sich ein neuer Trend ab: mehr und mehr Menschen buchen eine Fernreise zu exotischen Zielen, sei es zu den Traumstränden von Bali oder einer Safari in Kenia oder Südafrika. Wer seinen wohlverdienten Urlaub in diesen Tropenparadiesen genießen möchte, sollte sich auf jeden Fall vor gesundheitlichen Gefahren schützen, die dort lauern können.

Impfen ist besser als behandeln

Die größte Gefahr bei Reisen in exotische Länder geht nicht von Terroristen, Rebellen oder wilden Tieren aus, sondern von Infektionskrankheiten. Allein an Malaria sterben jährlich mehr als 1,2 Millionen Menschen, mehr als in vielen Kriegen. Auch andere Erkrankungen wie Gelbfieber oder Hepatitis fordern viele Opfer. Selbst wenn ein Patient nicht an der Erkrankung stirbt, ist sie langwierig und schmerzhaft. Mit einer Impfung oder Prophylaxe kann sich jeder so schützen, sodass die Krankheit erst gar nicht ausbrechen kann oder sie in so abgemilderter Form erscheint, dass eine schnelle Heilung möglich ist. Ein Impfschutz kann also für viele tropische Länder sinnvoll sein. So ist zum Beispiel für fast alle afrikanischen Länder eine Malaria-Prophylaxe sinnvoll. Am besten ist es, wenn man sich rechtzeitig vor Reiseantritt auf der Webseite des Auswärtigen Amtes darüber informiert, welche Schutzimpfungen für das jeweilige Urlaubsziel empfohlen werden. Selbst in Deutschland ist eine Schutzimpfung gegen Zeckenfieber sinnvoll, wenn man sich gerade in bekannten Zeckengebieten viel im Wald aufhält.

Wer nimmt die Impfungen vor?

Die erste Anlaufstelle sollte immer der Hausarzt sein. In der Regel kann er die meisten Impfungen vornehmen. In manchen Fällen muss jedoch ein Facharzt aufgesucht werden, der Hausarzt weiß in der Regel, wer hier der geeignete Kollege ist. Das trifft beispielsweise auf Schutzimpfungen gegen Gelbfieber zu. Diese Impfung sollte nur von einem Arzt mit staatlicher Zulassung vorgenommen und im Impfausweis vermerkt werden, denn ohne den Impfnachweis können einige südamerikanische und afrikanische Länder die Einreise verwehren.

Für welche Impfungen müssen die Krankenkassen bezahlen?

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für einen Basisschutz. Dieser beinhaltet Impfungen gegen: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps, Röteln – sowie eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Reisekrankheiten, sondern dieser Basisschutz beinhaltet alle Krankheiten, gegen die bereits Kinder in Deutschland geimpft werden sollten. Damit sich ein bestmöglicher Schutz bilden kann, müssen diese Impfungen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Typische Reisekrankheiten, gegen die eine Impfung vor Antritt der Reise empfohlen werden, sind unter anderem:

  • Hepatits A und B
  • Cholera
  • Gelbfieber
  • Malaria
  • Typhus
  • FSME (wird durch Zeckenbiss übertragen, Empfehlung auch für einzelne Wohngebiete Deutschlands)

Ob und in welchem Umfang für Reiseimpfungen bezahlt wird, hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab. Am besten ist es, sich dort rechtzeitig vor der Impfung zu informieren. Auf alle Fälle sollte man einplanen, zumindest einen Eigenanteil der Kosten übernehmen zu müssen. Ob und in welchem Umfang private Krankenversicherungen die Kosten für Schutzimpfungen übernehmen, hängt davon ab, welche Leistungen mit der jeweiligen Krankenkasse vereinbart wurde. Auch in diesem Fall ist es ratsam, sich vorher rechtzeitig zu informieren.

Was sollten im Zusammenhang mit Impfungen beachtet werden?

Damit der Impfschutz wirksam greifen kann, muss erst einige Zeit nach der Schutzimpfung vergehen, oft bis zu mehreren Wochen. Manche Impfungen müssen sogar wiederholt werden, um wirksam schützen zu können. Daher muss man sich unbedingt direkt nach der Entscheidung, in welchem Land man seinen Urlaub verbringen möchte, darüber informieren, ob ein Impfschutz empfohlen wird oder nicht. Am besten spricht man seinen Hausarzt rechtzeitig darauf an, damit er alles Weitere in die Wege leiten kann. Der Impfausweis mit allen Nachweisen sollte während der Urlaubsreise immer bei sich getragen werden. Das erleichtert im Fall einer Erkrankung die Suche nach den Ursachen und die Behandlung. Auf keinen Fall sollte man es riskieren, ohne eine Schutzimpfung in eine Region zu reisen, für die beispielsweise Malaria-Prophylaxe oder eine Gelbfieberimpfung empfohlen werden. Viele tropische Erkrankungen verlaufen sehr ernst und schmerzhaft und können im schlimmsten Fall sogar tödlich enden, da sind die paar Euro für eine Schutzimpfung nur ein geringer Preis. Zudem sollte beachtet werden, dass in vielen Ländern das Gesundheitswesen nicht so weit entwickelt ist. Der Gang zum nächsten Arzt ist weit und in den entlegendsten Ecken der Welt sind manchmal keine oder nur Ersatz-Medikamente verfügbar. Im Vergleich dazu ist eine Schutzimpfung zuhause das kleinere Übel. / Fotoquelle: fotolia.de / © Everst