Beiträge zur Krankenversicherung können von der Steuer abgesetzt werden

- 23.10.2013 von Sonja Hess -

Steuererleichterung Beiträge KrankenkasseBeiträge zur Krankenversicherung können bei der Steuerklärung im Rahmen der Sonderausgaben als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden und so steuermindernd wirken. Mit dem Inkrafttreten des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahre 2010 wurde die steuerliche Absetzbarkeit neu geregelt. Anlass dazu bildete ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Auch bei der Steuererklärung im kommenden Jahr sind die neuen Regeln anzuwenden. Hier ist ein Überblick.

Absetzbarkeit in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung

Grundsätzlich können von Arbeitnehmern sowohl Beiträge zur gesetzlichen als auch zur privaten Krankenversicherung geltend gemacht werden. Bei der privaten Krankenversicherung ist allerdings eine Einschränkung zu beachten. Es sind nur die Kostenanteile der sogenannten Basisversorgung absetzbar. Das sind die Leistungen, die dem normalen Standard der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechen. Nicht absetzbar sind dagegen Wahl- und Zusatzleistungen, z.B. Chefarztbehandlung, hochwertiger Zahnersatz etc.. Die Versicherer teilen ihren Kunden üblicherweise jährlich mit, welcher Beitragsanteil auf die Basisversorgung entfällt und damit angegeben werden kann und welcher nicht. Eventuelle Beitragsrückerstattungen der privaten Krankenversicherung im Steuerjahr müssen ebenfalls angegeben werden. Sie werden gegen die Beitragslast verrechnet. Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sind normalerweise vollständig ansetzbar.

Höchstgrenzen bei Vorsorgeaufwendungen beachten

Bei der Absetzbarkeit sind bestimmte Höchstgrenzen zu beachten. So können von Arbeitnehmern nur maximal 1.900 Euro als Vorsorgeaufwendungen pro Jahr geltend gemacht werden. Dabei ist es unerheblich, ob diese Aufwendungen aus Beiträgen zu einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung stammen. Für Freiberufler und Selbständige gilt eine höhere Absetzungsgrenze von 2.800 Euro pro Jahr – der Betrag ist höher, da diese Berufsgruppen auch die bei Arbeitnehmern gezahlten Arbeitgeberbeiträge selbst aufbringen müssen. Die Höchstgrenzen schränken die steuerliche Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge ein. Denn geleistete Krankenversicherungsbeiträge, die über die Höchstgrenzen hinausgehen, bleiben steuerlich außen vor. Insbesondere bei Besserverdienenden sind die Grenzen schnell erreicht.

Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze 2014

Dies gilt umso mehr, als die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung im nächsten Jahr angehoben wird. Die Grenze steigt von 3.937,50 Euro auf 4.050 Euro Brutto-Monatsverdienst. Etliche Versicherte, die über der alten Beitragsbemessungsgrenze lagen, werden jetzt durch die Anhebung erfasst und müssen dadurch höhere Beiträge zahlen. Steuerlich können sie die Mehrbelastung aber nicht geltend machen, denn sie haben mit ihren Beiträgen die steuerlichen Höchstgrenzen bereits längst ausgeschöpft. Ein Beispiel macht dies deutlich: Bei 4.050 Euro Monatsdienst liegt der Monatsbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung bei 332,10 Euro. Dies macht einen Jahresbeitrag von 3.985,20 Euro aus – deutlich mehr als die steuerlichen Grenzen.

Lohnt ein Wechsel der Krankenversicherung?

Die Höherbelastung kann ein Anlass sein, den bestehenden Krankenversicherungsschutz zu überprüfen. Übersteigen die Einkünfte im kommenden Jahr die Versicherungspflichtgrenze von 53.550 Euro, ist grundsätzlich ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung möglich. Damit lassen sich unter Umständen Beiträge sparen. Hier kommt es vor allem auf die persönliche Situation an. Allerdings sollte ein solcher Systemwechsel gut überlegt sein. Denn wenn sich die Lebensumstände ändern, kann sich der Wechsel als kostspielig erweisen. Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur sehr schwer möglich. / Fotoquelle: fotolia.de / © BK

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können