Krankenzusatzversicherung – Welche Tarife lohnen sich wirklich?

- 16.06.2014 von Marlen Schurr -

Private Krankenversicherung KinderWer Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist, kann davon ausgehen, die medizinischen Leistungen der Regel- und Grundversorgung zu erhalten. Bei darüber hinausgehenden Behandlungen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung oft nur geringe Kostenanteile oder gar nicht. Versicherungsschutz ist über private Krankenzusatzversicherungen möglich. Doch nicht jede Zusatzversicherung ist notwendig und sinnvoll.

Breites Spektrum an Zusatzversicherungen

Private Zusatzversicherungen gibt es für unterschiedliche Bereiche: Zahnzusatzversicherung, Krankenhauszusatzversicherung, Krankentagegeldversicherung und Auslandskrankenschutz sind einige wichtige Beispiele. Viele Versicherer bieten auch Paketlösungen, die mehrere Versicherungsbereiche umfassen. Die Höhe der Beiträge hängt vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand und natürlich auch vom gewählten Leistungsumfang ab. Im Folgenden wird auf die wichtigsten Zusatzversicherungen eingegangen.

Zahnzusatzversicherung – große Unterschiede

Die gesetzlichen Krankenkassen leisten bei Zahnersatz geringe Erstattungen. Üblicherweise werden nur Zuschüsse zu den tatsächlichen Kosten gezahlt, den größten Teil müssen Patienten selbst tragen. Gerade wenn es um teure Inlays und Implantate geht, kann das schnell zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden. Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro sind keine Seltenheit. Eine private Zahnzusatzversicherung kann hier zusätzlichen Versicherungsschutz bieten. Allerdings empfiehlt es sich, die Versicherungsbedingungen genau zu prüfen und nicht nur die Beiträge zu vergleichen. Denn bei den Leistungen der Zusatzversicherung gibt es große Unterschiede. Manche Versicherer limitieren ihre Leistungen bei hochwertigem Zahnersatz oder zahlen nur begrenzte Zuschüsse. In der Regel muss bei Versicherungsabschluss eine Wartezeit von acht Monaten beachtet werden.

Krankenhauszusatzversicherung – wie ein Privatpatient

Mit der Krankenhauszusatzversicherung erhalten Kassenpatienten einen privat Versicherten vergleichbaren Versicherungsschutz bei stationären Aufenthalten. Dazu gehört zum Beispiel die Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer oder die Chefarztbehandlung. Wer auf diese Punkte Wert legt, für den macht der Abschluss einer Krankenhauszusatzversicherung Sinn. Insbesondere die Chefarztbehandlung selbst zu zahlen, kann teuer werden. Das Zweibettzimmer ist allerdings schon ohnehin Standard in vielen Krankenhäusern. Verzichtbar ist dagegen eine Krankenhaustagegeldversicherung. Sie erstattet Nebenkosten wie Telefonnutzung oder Fernseher bei einem Krankenhausaufenthalt.

Krankentagegeld – existenzsichernd

Das Krankentagegeld ist für privat Versicherte sowie für Selbständige interessant, die freiwillig zum ermäßigten Beitragssatz gesetzlich krankenversichert sind. Sie haben dann nämlich keinen Anspruch auf das gesetzliche Krankengeld, das bei längerer Krankheit (nach der 6. Woche) Entschädigung für Einkommensverluste leistet. Die Krankentagegeldversicherung bietet einen vergleichbaren Schutz wie das Krankengeld, kann aber flexibler ausgestaltet werden. Ggf. wird das Krankentagegeld auch schon früher gezahlt. Als Instrument zur Existenzsicherung sollte das Krankentagegeld daher ernsthaft geprüft werden.

Auslandskrankenschutz – empfehlenswert

Die Auslandskrankenversicherung ist für jeden zu empfehlen, der häufiger im Ausland unterwegs ist. Die gesetzlichen Kassen übernehmen hier nur die üblichen Behandlungskosten bei Aufenthalten innerhalb der EU und in einigen wenigen weiteren Staaten. Kosten für Rücktransporte werden generell nicht erstattet. Über eine private Zusatzversicherung ist entsprechender Versicherungsschutz möglich.

Weiterer Versicherungsschutz – bei Bedarf

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten für privaten Zusatzschutz: Heilpraktikerbehandlungen, Brillenersatz und Kosten für Hörgeräte können zum Beispiel ebenfalls versichert werden. Inwieweit ein solcher Versicherungsschutz sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Bedarf im Einzelfall ab. Dabei sollte abgewogen werden, was auf Dauer mehr kostet, die Versicherungsbeiträge zu zahlen oder Leistungen selbst zu tragen.

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!