Privat oder gesetzlich – welche Krankenversicherung sich für Studenten lohnt

- 13.06.2012 von Kim Teschner -

GKV und PKV für StudentenGesetzliche oder private Krankenversicherung? Diese Frage sollte sich auch jeder Student stellen. Eine grundsätzliche Aussage, welche der beiden Varianten günstiger ist, gibt es nicht. Entscheidend ist Ihre momentane Lebens- und Studiensituation.

Student in der gesetzlichen Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung zeichnet sich dadurch aus, dass Sie bis einschließlich des 14. Fachsemesters und höchstens bis zu Ihrem 30. Geburtstag einen preiswerten Studententarif in Anspruch nehmen können. Momentan liegt der Beitrag inklusive Pflegeversicherung bei 77,90 Euro monatlich. Erlischt die Berechtigung für den Studierendentarif, kommen enorme Kosten auf Sie zu: Dann erhöhen sich die Kosten auf 130,38 Euro. Bei der Tarifgestaltung sind die Kassen gesetzlich gebunden: Sie können höchstens bei Überschüssen bestimmte Prämienrückzahlungen leisten.

Private Krankenversicherung als kostengünstige Alternative

Gerade junge Menschen erhalten in den privaten Versicherungen attraktive Angebote. Da die Tarife zwischen den Anbietern unterschiedlich sind, müssen Sie diese jeweils mit den Kosten in der gesetzlichen Versicherung vergleichen. Sind Sie bereits über 30 Jahre oder haben Sie das 14. Semester überschritten, ist eine Privatversicherung in der Regel deutlich günstiger. Haben Sie die Option auf den Studententarif der gesetzlichen Krankenversicherung, müssen Sie dagegen genau hinschauen. Sie sollten beachten, dass bei privaten Krankenversicherungen die Tarife individuell errechnet werden. So spielen Geschlecht und Gesundheitszustand eine erhebliche Rolle. Aktuell müssen Frauen höhere Beiträge zahlen als Männer. Allerdings gilt diese Regelung nur noch bis Ende 2012, ab dann müssen Versicherer aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs Uni-Sex-Tarife anbieten. Mögliche Vorerkrankungen werden aber weiterhin zur Berechnung herangezogen: Sollten Sie schwere und dauerhafte Erkrankungen haben, sollten Sie die gesetzlichen Kassen vorziehen. Bei diesen haben Sie niedrigere Beiträge, da der Gesundheitszustand keinen Einfluss auf Ihre Kosten hat.

Leistungen der Krankenversicherung beachten

Neben den Kosten einer Krankenversicherung sind auch deren Leistungen relevant. Hier sind private Versicherungen im Vorteil. Sie haben bei den Leistungskatalogen Gestaltungsfreiheit und können Ihnen zahlreiche Zusatzleistungen anbieten. Außerdem werden Sie aufgrund der besseren Entlohnung bei Ärzten häufig bevorzugt behandelt. Den gesetzlichen Krankenkassen sind dagegen die Hände gebunden, da sie nur über sehr wenige Leistungen im Vorsorgebereich frei entscheiden können.

Sollten Sie die Alters- oder Semestergrenze für die Studentenversicherung der gesetzlichen Krankenkassen überschritten haben, sollten Sie unbedingt die wesentlich günstigeren Tarife privater Krankenversicherungen nutzen. Haben Sie noch Anspruch auf den Studierendentarif, sollten Sie eingehend vergleichen. Legen Sie Wert auf einen umfangreichen Leistungskatalog, sollten Sie immer die private Versicherungsform vorziehen. / Fotoquelle: fotolia.de / © BK

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.