Zahnarztbehandlung: Private Zusatzversicherung für Patienten der gesetzlichen Krankenkasse

- 13.08.2012 von Kim Teschner -

Das deutsche Gesundheitssystem scheint sich in einer ständigen Reform zu befinden. Der Versicherte verliert dabei leicht den Überblick darüber, welche Leistungen die gesetzliche Krankenkasse erbringt und wie hoch der Eigenanteil ist. Besonders die Regelungen bei zahnärztlichen Behandlungen wurden in den letzten Jahren geändert.

Krankenkassen zahlen Festzuschuss

Bisher war es lange Zeit so, dass die Krankenkassen einen bestimmten Prozentsatz der Behandlungskosten getragen haben. Der Rest musste vom Versicherten selbst getragen werden. Um seitens der Krankenkassen hohe Kosten zu vermeiden, wurden nicht alle Behandlungsmethoden bezuschusst – wer sich eine besonders aufwendige Zahnbehandlung zu kosmetischen Zwecken gönnen wollte, musste die Kosten häufig ganz alleine tragen. Seit 2005 werden von den Kassen Pauschalbeträge gezahlt. Als Grundlage für den von der Kasse getragenen Betrag dient aber nicht die Behandlungsmethode, sondern der zahnärztliche Befund. Der Vorteil: Die Art der Behandlung kann vom Kunden selbst gewählt werden, ein Zuschuss durch die Krankenkasse ist in jedem Fall gewährleistet. Bei Zahnersatz waren bisher beispielsweise nur Prothesen Teil der Kassenleistung – wer stattdessen ein hochwertiges Implantat wollte, musste die Kosten komplett selbst tragen. Im Unterschied dazu können die Zuschüsse jetzt auch für kostspielige Implantate genutzt werden.

Private Zusatzversicherung: Konditionen genau prüfen

Wie hoch der relative Anteil bei einer Behandlung ist, der von der gesetzliche Krankenkasse übernommen wird, hängt also von der gewählten Methode ab. Als Faustregel kann aber gelten, dass etwa 40 bis 50% der Gesamtkosten von der Kasse getragen werden. Um die dabei entstehende Lücke zu schließen, kann eine Police über eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen werden. Die Konditionen sind dabei allerdings höchst unterschiedlich. Besonders günstige Versicherungen schließen bereits im Vorfeld bestimmte Behandlungsmethoden aus, außerdem liegt der Zuschuss häufig nur bei etwa 30% der Kosten – für den Patienten bleibt also ein Eigenanteil, der in den meisten Fällen aber tragbar bleibt. Um die Kosten zu senken, lohnt es sich durchaus auch, eine weitere Meinung von einem anderen Zahnarzt einzuholen: Nicht nur die Kostensätze sind von Arzt zu Arzt unterschiedlich, auch eine Diagnose kann eine Einzelmeinung sein.

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.