Selbstbehalt in der PKV – wann lohnt es sich?

- 09.09.2012 von Kim Teschner -

Bei der PKV können Sie Ihren Vertrag individuell gestalten. Neben dem Leistungsumfang können Sie auch einen Selbstbehalt festlegen. Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger ist der Beitrag. Es stellt sich jedoch die Frage, wann dies ratsam ist.

Eine Eigenbeteiligung hat ein einfaches Prinzip: Sie vereinbaren mit dem Versicherer einen Betrag, bis zu dem Sie die Kosten für Behandlungen in einem Jahr selbst übernehmen. Erst bei höheren Summen zahlt Ihre Versicherungsgesellschaft. Üblich sind Beträge zwischen 100 und 1000 Euro, sie können auf Wunsch aber auch darüber hinausgehen. Ihr Versicherer honoriert einen solchen Selbstbehalt dadurch, dass er Ihnen einen niedrigeren monatlichen Tarif gewährt. Zu unterscheiden sind Eigenbeteiligungen, die für sämtliche Behandlungen gelten oder nur für Teilbereiche. Verbreitet ist zum Beispiel, dass für Zahnarztkosten extra Selbstbehalte angeboten werden.

Eigenbeteiligungen müssen gut überlegt sein

Nun beginnt das Rechnen: Sie müssen zuerst prüfen, um wie viel der Tarif für einen Selbstbehalt abgesenkt wird. Ihr Risiko sollte angemessen belohnt werden. Entscheidender ist aber die Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie sich in Behandlungen geben müssen. Sind Sie bisher gesund und mussten nur selten zum Arzt, können Sie eine Eigenbeteiligung wagen. Bei Anfälligkeit für Erkrankungen oder Verletzungen sollten Sie einen Selbstbehalt eher meiden. Ein allgemeingültiger Tipp kann Ihnen nicht gegeben werden, denn es hängt von Ihrer gesundheitlichen Verfassung ab. Schließlich spielt auch Glück dabei eine Rolle, ob sich ein Selbstbehalt rentiert. Müssen Sie sich aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit überraschend behandeln lassen und reizen damit den gesamten Betrag aus, ist es zumindest in jenem Jahr ein Verlustgeschäft.

Generell gilt aber, dass sich Arbeitnehmer in der PKV einen Selbstbehalt genau überlegen sollten. Bei solchen Beschäftigungsverhältnissen übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Beiträge und würde bei einer Eigenbeteiligung ebenso von dem niedrigeren Tarif profitieren. Einen anfallenden Selbstbehalt müssen Sie aber selbst zahlen. Deshalb ist für Arbeitnehmer in der PKV davon abzuraten.

Bei vereinbartem Selbstbehalt Geld zurücklegen

Für einen Selbstbehalt sollten Sie sich nur dann entscheiden, wenn Sie genug finanzielle Rücklagen in der Hinterhand haben. Ihren Anteil bei Behandlungskosten müssen Sie nämlich sofort begleichen. Sie sollten unbedingt vermeiden, dass eine Arztrechnung Sie in eine finanzielle Notsituation bugsiert. Haben Sie in einer PKV-Police eine Eigenbeteilung abgeschlossen, sollten Sie diese regelmäßig hinterfragen und bei schmalerem Budget nach unten anpassen. / Fotoquelle: fotolia.de / © DOC RABE Media

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Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.