Mit Benzingutscheinen höhere Fahrtkosten ausgleichen

- 21.05.2010 von admin -

Mit dem Wegfall der Entfernungspauschale seit 2007 steigen für viele Arbeitnehmer die monatlichen Ausgaben.
Benzin ist teuer und wird es vorerst wohl auch bleiben.
Doch statt einer Lohnerhöhung lohnt es sich mehr,
sich von seinem Arbeitgeber so genannte Warengutscheine aushändigen zu lassen, um die höheren Kosten auszugleichen.
Erklärt sich Ihr Arbeitgeber nämlich bereit, sich an Ihren Benzinkosten steuer- und sozialversicherungsfrei zu beteiligen, dann hat er die Möglichkeit,
Ihnen monatlich einen Warengutschein in Form eines Tankgutscheins zu überreichen.

 

Dabei sind einige wichtige Voraussetzungen zu beachten:

  1. Die Sachbezüge pro Arbeitnehmer dürfen im Kalendermonat nicht 44 Euro überschreiten. Liegt der monatliche Wert der Sachbezüge über dieser Freigrenze, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
  2. Es darf kein anrechenbarer (Höchst)Betrag angegeben werden, sondern ausschließlich eine Mengenangabe (Beispiel: 30 Liter Benzin).
    Andernfalls gilt der Benzingutschein nicht als Sachbezug und wird als steuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt gerechnet.
  3. Der Arbeitgeber benennt neben der abzugebenden Ware (in diesem Fall: Benzin) eine bestimmte Tankstelle. Um das Abrechnungsverfahren
    möglichst einfach zu gestalten, bietet es sich an, einen Rahmenvertrag mit einer genau bestimmten Tankstelle abzuschließen.
  4. Da die Benzinpreise ständigen Schwankungen unterliegen, ist für die Preisfeststellung der ortsübliche Preis am Übergabetag des Tankgutscheins maßgebend.
  5. Der Arbeitnehmer hat die monatliche Entgegennahme des Benzingutscheins mit Datum zu quittieren.
  6. Versäumt der Arbeitgeber die Ausgabe eines Tankgutscheins kann dies nicht im Folgemonat nachgeholt werden.

Folgendes Beispiel soll veranschaulichen,
wie ein Benzingutschein auszu sehen hat, der alle nötigen Voraussetzungen erfüllt:

 

„30 Liter Benzin – einzulösen bei einer bestimmten (vom Arbeitgeber benannten) Tankstelle.“

Mit diesem Wortlaut wird der Gegenstand des Gutscheins konkret bezeichnet und es ist kein Höchstbetrag angegeben. Die Freigrenze von 44 Euro wird nicht überschritten,
da bei einem angenommenen Benzinpreis von 1,40 Euro/Liter 30 l Benzin einen Wert von 42 Euro haben.
Werden keine weiteren Sachbezüge gewährt, ist der Vorteil von insgesamt 42 Euro lohnsteuer- und sozialabgabenfrei.