Fehler vermeiden – wichtige Kosten in der Steuererklärung absetzen

- 06.03.2014 von Sonja Hess -

Steuerrueckzahlung und SteuererklaerungJedes Jahr aufs Neue wird sie fällig: die Steuererklärung. Doch oftmals wird auf die Abgabe verzichtet, was nur einer der häufigsten Fehler ist. Dabei winkt oftmals eine Steuerrückerstattung in nicht unbeträchtlicher Höhe.

1. Nur nicht(s) vergessen!

Mit der Steuererklärung, die beim zuständigen Finanzamt eingereicht wird, rechnet jeder Steuerzahler ab. Dabei wird die einbehaltene Lohnsteuer den Abgaben, die abgesetzt werden können und über das laufende Jahr anfallen, gegenübergestellt. Oftmals jedoch fürchten Steuerzahler eine Nachzahlung und begehen so einen der größten Fehler überhaupt: den Verzicht auf einen Lohnsteuerjahresausgleich. Dabei liegt die durchschnittliche Rückerstattung bei 850 Euro pro Jahr.

Als Abgabefrist gilt der 31. Mai des Folgejahres, wenn der Arbeitnehmer zur Abgabe verpflichtet ist. Wer sich nach der bereits genannten Frist zur freiwilligen Abgabe entscheidet, hat bis zu sieben Jahre Zeit, die Erklärung nachzureichen. Ein Steuerberater kann bei der Pflicht zur Abgabe ebenfalls eine Verlängerung der Frist beantragen.

2. Als Arbeitnehmer die richtigen Kosten angeben

Grundsätzlich können Arbeitnehmer Kosten absetzen, die die Steuerschuld schmälern. Dies wird jedoch nicht immer in Anspruch genommen, was einen weiteren großen Fehler darstellt. Neben der Entfernungspauschale, die bei Begründung auch mit Umwegen angegeben werden kann, zählen auch das Arbeitszimmer sowie Kosten für die doppelte Haushaltsführung – sofern ein Zusammenhang mit dem Beruf besteht. Diese Beispiele fallen in den Bereich Werbungskosten. Hier besteht die Wahl zwischen einem Pauschbetrag, den grundsätzlich jeder Arbeitnehmer in Höhe von derzeit 920 Euro geltend machen kann, oder den tatsächlich angefallenen Kosten, wenn diese den Pauschbetrag übersteigen. Weitere Werbungskosten sind unter anderem auch:

    • berufliche Fachliteratur
    • Weiterbildungskosten
    • Büromaterial
    • Büro- und Geschäftsausstattung
    • Umzugskosten, wenn aus beruflichen Gründen

3. Auch an die Nebenkostenabrechnung denken

Die Unwissenheit, welche Kosten in der Steuererklärung angegeben werden können, führt zu vielerlei Fehlern. So vergessen Arbeitnehmer, die gleichzeitig Mieter sind, oft die Nebenkosten in der Steuererklärung anzugeben, die ebenfalls als Steuerminderung angegeben werden können. Dabei sind es die Betriebskosten, die in der Abrechnung ausgewiesen sind. Dazu zählen unter anderem Kosten für:

    • den Hausmeister
    • Reinigung (Treppenhaus, Dachrinnen, Haus)
    • Wartung
    • Ungezieferbekämpfung
    • Kaminkehrer

Ebenso können Handwerkerleistungen an der Wohnung oder dem Haus angegeben werden. So lässt sich die Steuerschuld gegebenenfalls nochmals um einen deutlichen Betrag nach unten drücken.

4. Rückerstattung online und per Mausklick

Mehr als die Hälfte aller Steuererklärungen wird seit 2012 auf dem elektronischen Weg eingereicht. Bei der korrekten Ermittlung der Rückerstattung kann die passende Steuersoftware sehr behilflich sein. Die meisten Programme bieten dem Nutzer Beispiele, welche Kosten in die entsprechenden Spalte der Erklärung eingetragen werden müssen. Besonders für Steuer-Neulinge ist dies eine Hilfe und kann grobe Fehler vermeiden.

Am Markt haben sich verschiedene Software-Suiten für die Steuererklärung etabliert, die mitunter nicht gerade günstig sind. Die Kosten hierfür können aber ebenfalls abgesetzt werden. Die bekanntesten kostenpflichtige Programme sind Quicken und WISO Steuer. Auf lohnsteuer-kompakt.de wird eine interessante Lösung angeboten. Die Steuererstattung kann zunächst kostenlos berechnet werden. Erst wenn man sich entscheidet, die vollständige Steuererklärung zu drucken oder online an das Finanzamt zu übermitteln, fallen einmalige Kosten an.

5. Außergewöhnliche Belastung – auch steuerrelevant

Außergewöhnliche Belastungen sind Kosten, die größere Aufwendungen für Steuerzahler bedeuten. Dabei kann jedoch nur der Betrag berücksichtigt werden, der die zumutbare Eigenbelastung übersteigt. Gerade bei Steuerneulingen werfen diese Begrifflichkeiten jedoch meist mehrere Fragezeichen auf und so werden die Kosten nicht angegeben. Ein weiterer Fehler! Denn Scheidung, Unterhalt oder auch Kosten für Zivilprozesse können einen beachtlichen Betrag im Jahr ausmachen. Vergessen werden darf dabei nicht, den Antrag auf Anerkennung dieser Kosten zu stellen.

6. Sonderausgaben richtig ansetzen

Lohnenswert ist es in der Steuererklärung auch, Sonderausgaben anzugeben. Darunter fallen alle Kosten, die nicht zu den Werbungskosten zählen und die nicht beeinflussbar sind. Beispiele sind:

    • Versicherungskosten
    • Spenden
    • Kosten für die Altersvorsorge
    • Kirchensteuer

Wie bei allen anderen Kosten, die oftmals für den Lohnsteuerjahresausgleich von Bedeutung sind, gilt, dass Belege, Quittungen und Nachweise müssen eingereicht werden. Sonst werden sie im Steuerbescheid nicht anerkannt. Sind alle Unterlagen zusammen, steht der Abgabe schließlich nichts mehr im Weg. / Fotoquelle: fotolia.de / © Marco2811

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können