Geldwerten Vorteil bei der Einkommenssteuer berücksichtigen

- 15.07.2013 von Sonja Hess -

Firmenwagen, Tankgutscheine und EssensmarkenDie Einkommenssteuer ist eine Abgabe, die vom Staat auf das Einkommen natürlicher Personen erhoben wird. In den letzten Jahren nahm die Bundesrepublik jährlich ungefähr 200 Milliarden Euro an Einkommenssteuer ein. So dringend diese Einnahmen auch gebraucht werden, hat jeder Arbeitnehmer das Recht, seine Einkommenssteuer mit allen legalen Mitteln so niedrig wie möglich zu halten. Eine dieser Möglichkeiten ist der geldwerte Vorteil.

Was ist ein geldwerter Vorteil?

Mit dem Begriff geldwerter Vorteil bezeichnet man im Steuerrecht einen Sachbezug oder sogenannten Naturallohn. Dabei handelt es sich um eine Entlohnung in Form von Waren oder Dienstleistungen als Ergänzung zum eigentlichen Entgelt. In der englischen Sprache wird der Begriff „fringe benefit“ genannt. Ein geldwerter Vorteil kann in verschiedenen Formen gewährt werden. Am bekanntesten ist wahrscheinlich ein Dienstwagen, den der Arbeitnehmer auch zu privaten Zwecken nutzen kann. Andere geldwerte Vorteile können zum Beispiel eine Dienstwohnung oder Mietzuschüsse vom Arbeitgeber sein. Auch Firmenhandys, Tankkarten oder Personalrabatt beim Kauf von bestimmten Waren, ja selbst ermäßigte Kantinenverpflegung, Weihnachts – oder Geburtstagsgeschenke vom Chef werden als geldwerter Vorteil angerechnet.

Wie wird ein geldwerter Vorteil besteuert?

Ihre Besteuerung fällt weniger hoch aus als bei der normalen Entlohnung in Geld. Die Höhe schwankt je nach der Art des geldwerten Vorteils. Bei Dienstwagen gilt für die Besteuerung bei privater Nutzung die sogenannte Ein-Prozent-Regelung. Das bedeutet, dass alle privaten Fahrten pauschal mit einem monatlichen Betrag von einem Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs versteuert werden. Dazu wird noch ein Betrag von 0,03 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort gerechnet. Neben dieser Methode der pauschalen Besteuerung kann als Alternative auch ein Fahrtenbuch geführt werden. Darin muss jeder zurückgelegte Kilometer genau aufgezeichnet werden. Erforderlich ist eine klare Trennung zwischen dienstlichen und privaten Fahrten. Das Fahrtenbuch muss als schriftliches Dokument geführt werden. Elektronische Fahrtenschreiber werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Generell gilt die Regel: Je weniger private Fahrten mit dem Dienstwagen unternommen werden, um so mehr lohnt sich das Führen eines Fahrtenbuchs.

Für andere Sachbezüge steht dem Arbeitnehmer ein jährlicher Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 Euro zur Verfügung. Das schließt verschiedene Arten von geldwerten Vorteilen ein, beispielsweise den vergünstigten Einkauf von Waren oder ihre kostenlose Abgabe an Mitarbeiter (Deputat), Gutscheine für Urlaubsreisen oder Wellnesskuren und ähnliches. Übersteigt der geldwerte Vorteil den Rabattfreibetrag, muss alles was darüber hinaus geht, versteuert werden. Für andere Aufwendungen in materieller Form (beispielsweise Geschenke) steht dem Arbeitnehmer ein monatlicher Freibetrag von 44 Euro zur Verfügung.

Die Leistung eines geldwerten Vorteils lohnt sich oft für beide Seiten

Entlohnungen mit geldwerten Vorteilen wird von Arbeitgebern gern genutzt, weil sie dadurch Abgaben sparen können. Auch als Arbeitnehmer kann man daraus oft größeren Nutzen ziehen als aus einer Lohnerhöhung, die oft durch eine erhöhte steuerliche Belastung wieder aufgefressen wird (kalte Progression). Im Einzelfall ist es jedoch ratsam, sich die Meinung von Experten einzuholen, ob sich ein geldwerter Vorteil wirklich lohnt. Als Arbeitnehmer kann man sich dazu zum Beispiel an einen Verein für Lohnsteuerhilfe wenden, die es in den meisten größeren Städten gibt. Die Ausgaben für die Mitgliedschaft können oft rentabel sein. / Fotoquelle: fotolia.de / © Robert Kneschke

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können