Minderung der Einkommenssteuer durch haushaltsnahe Dienstleistungen

- 29.05.2013 von Sonja Hess -

Haushaltsnahe DienstleistungenFast jeder, der eine Steuererklärung macht, verschenkt Jahr für Jahr bares Geld, weil er Möglichkeiten zum Steuersparen, die der Gesetzgeber bietet, nicht oder nur ungenügend nutzt. Eine solche Möglichkeit sind zum Beispiel sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen. Bis zu maximal 20 Prozent solcher Aufwendungen lassen sich bis zu einer Höhe von insgesamt 4.000 Euro pro Jahr von der Einkommenssteuer absetzen.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Dieser Begriff wird vom Finanzamt durchaus großzügig ausgelegt. Darunter versteht man gewöhnlich eine Dienstleistung, die im jeweiligen Haushalt von einem Unternehmen oder einem selbstständigen Dienstleister erbracht wird. Das können je nachdem regelmäßig wiederkehrende Dienste oder auch Handwerkerleistungen sein. Zu den typischen haushaltsnahen Dienstleistungen gehören zum Beispiel:

  • Ausgaben für eine Putzhilfe zum Reinigen der Wohnung
  • Aufwendungen für eine Tagesmutter zur Kinderbetreuung
  • Aufwendungen zur häuslichen Pflege von Angehörigen
  • Gartenpflege wie Rasenmähen, Heckenschneiden oder Bäume schneiden
  • Hausmeisterdienste, Treppenhausreinigung und Winterdienst
  • Handwerkerleistungen wie Ausgaben für Malerarbeiten,
  • Schornsteinfegerleistungen und ähnliches

Im Gegensatz zu anderen Möglichkeiten der Steuerersparnis mindern Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen die Einkommenssteuer direkt und nicht nur das zu versteuernde Einkommen.

Was müssen Sie beachten?

Um in den Genuss der Steuervergünstigungen zu kommen, müssen Sie bestimmte Regeln bzw. Formen einhalten. So muss bei der Erstellung der Rechnung eine strikte Trennung von Materialkosten und Arbeitskosten erfolgen. Die Steuervergünstigung gilt nämlich nur für die Arbeitskosten. Wenn Sie Ihre Haushaltsbeschäftigte bei der Bundesknappschaft als Minijobber anmelden, werden die Lohnkosten im Haushaltscheckverfahren bevorzugt berücksichtigt. Um die Verbreitung von Schwarzarbeit zu verhindern, können Sie nur solche Ausgaben zur Verminderung der Einkommenssteuer gelten machen, die Sie per Überweisung auf das Bankkonto des Dienstleisters bezahlt haben. Die entsprechenden Ausgaben müssen durch Belege dokumentiert werden.

Falls Sie Mieter in einem Mehrfamilienhaus sind, können Sie die jährliche Nebenkostenabrechnung, in der Ihre anteiligen Kosten für Hausmeisterdienste, Treppenhausreinigung oder Winterdienst vermerkt sind, als Nachweis für das Finanzamt benutzen. Begleichen Sie dagegen die Ausgaben für haushaltsnahe Dienstleistungen mit Bargeld, haben Sie keinen Anspruch auf Steuerermäßigung, selbst wenn Sie eine Quittung vorlegen können. Falls Sie Zweifel haben, ob eine bestimmte Ausgabe als haushaltsnahe Dienstleistung angesehen wird oder nicht, fragen sie einfach bei Ihrem zuständigen Finanzamt nach. Die Mitarbeiter dort sind keine Unmenschen und stehen Ihnen gerne mit guten Rat zur Seite. Wenn Sie sich rechtzeitig informieren, können Sie die meisten Probleme von vornherein vermeiden. / Fotoquelle: fotolia.de / © Picture-Factory

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können