Schnellere Rückerstattung: Wie man die Bearbeitung der Steuererklärung beschleunigen kann

- 13.05.2014 von Marlen Schurr -

SteuerrückzahlungSteuerexperten sind sich darüber einig, dass es sich für die meisten Arbeitnehmer lohnt, eine Steuererklärung zu machen. Bei den monatlichen Abzügen werden nur festgelegte Beträge abgezogen und die individuellen Umstände und Konditionen des Steuerzahlers nicht berücksichtigt. Deshalb können die meisten abhängig Beschäftigten bei Abgabe einer Steuererklärung mit einer Rückerstattung rechnen. Diese lässt jedoch immer länger auf sich warten.

Was sind die Gründe?

Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt momentan bei 2 bis 3 Monaten. Die Wartezeit hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Es kann auch passieren, dass Sie ganze 6 Monate auf Ihre Rückerstattung warten müssen. Die langen Wartezeiten sind jedoch keine Schikane vom Finanzamt, sondern haben objektive Ursachen. Einerseits steigt die Zahl der Menschen, die Steuererklärungen abgeben, immer mehr an. Durch die gute Konjunktur arbeiten so viele Menschen wie nie und zahlen Steuern; auch Rentner werden zunehmend steuerpflichtig. Auf der anderen Seite sind die Finanzämter wegen Rationalisierungsmaßnahmen chronisch unterbesetzt. In manchen Ämtern fehlen bis zu 20 Prozent Personal. Der Gesetzgeber gibt den Finanzämtern übrigens ab Erhalt bis zu 15 Monaten Zeit für die Bearbeitung der Steuererklärungen. Erst danach sind bis zu 6 Prozent Strafzinsen für verspätete Bearbeitung fällig.

Wie bekommen Sie Ihre Rückerstattung schneller?

Dafür gibt es mehrere Verfahrensweisen, die Sie anwenden können. Am meisten beschleunigen Sie die Bearbeitung, wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung so zeitig wie möglich abgeben. Arbeitnehmer, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, haben dafür bis zum 31. Mai des folgenden Jahres Zeit. Erfahrungsgemäß warten viele bis zum letzten Moment damit, so dass sich im April/Mai die Finanzämter mit einer Flut von Steuererklärungen beschäftigen müssen. In diese Monate fallen auch viele Feiertage wie Ostern, Pfingsten oder der Erste Mai, so dass die Arbeitswochen nur kurz sind.

Sie beschleunigen die Bearbeitung wesentlich, wenn Sie Ihre Steuererklärung elektronisch anstatt auf Papier abgeben. Dafür stellt Ihnen das Finanzamt die kostenlose Software ELSTER zur Verfügung. Das erspart den Mitarbeitern das umständliche und zeitraubende Übertragen der Daten von Ihren Formularen in die Datenbank. Füllen Sie ihre Steuererklärung klar und eindeutig aus. Das erspart Rückfragen vom Finanzamt und somit wertvolle Zeit. Lesen Sie vor der Abgabe noch einmal alles sorgfältig durch und vergewissern sich, das Sie nichts vergessen haben und auch keine Zahlendreher enthalten sind.

Sollten Sie Zweifel über bestimmte Angaben oder Fragen haben, können Sie sich gern an das Finanzamt um Rat und Hilfe wenden. Die Mitarbeiter dort sind keine Unmenschen und helfen gern. Von einer korrekt und vollständig ausgefüllten Steuererklärung profitieren sie schließlich auch durch verminderten Arbeitsaufwand und weniger Stress. Die Hilfe des Finanzamts ist übrigens kostenlos. Falls Sie doch allein nicht zurecht kommen, können Sie sich auch bei Einkommen aus einer abhängigen Beschäftigung an einen Lohnsteuerhilfeverein oder auch an einen Steuerberater wenden. Diese Hilfe ist allerdings nicht kostenlos. Die Arbeit des Steuerberaters können Sie erleichtern und beschleunigen, wenn Sie die vorausgefüllte Steuererklärung benutzen. Durch eine Kombination dieser Maßnahmen können Sie ziemlich sicher sein, Ihre Steuerrückerstattung in wenigen Wochen nach Abgabe der Steuererklärung auf Ihrem Konto zu haben. / Fotoquelle: fotolia.de / © Wolfilser

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!