Steuer 2015 – Viele Arbeitnehmer können sich auf Entlastungen freuen

- 15.12.2014 von Sonja Hess -

Steuerflucht - SelbstanzeigeWenn es um die Steuern im nächsten Jahr geht, wird schon jetzt auf Regierungsebene heftig diskutiert. In dem einen oder anderen Punkt sind bereits Entscheidungen getroffen worden. Und einige von ihnen wirken sich – man höre und staune – durchaus auch positiv auf den „kleinen Mann“ bzw. auf den Arbeitnehmer aus. Übrigens sind auch in Sachen Steuerhinterziehung gravierende Änderungen geplant…

Vor allem dann, wenn man zum Beispiel verheiratet ist und zwei Kinder im Haushalt leben. In dem Fall, sofern das monatliche Einkommen bei einem der beiden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rund 4.000 Euro beträgt, winkt eine steuerliche Entlastung pro Jahr von immerhin 92 Euro. So wird der steuerfreie Einkommensanteil aller Voraussicht nach erneut um 125 Euro ansteigen. Immerhin ergibt sich hieraus dann eine Gesamtsumme von 8.479 Euro pro Jahr.

Der Blick über 2015 hinaus – in die eigene Zukunft

Überhaupt sprechen auch die verbesserten Möglichkeiten für sich, bestimmte finanzielle Aufwendungen steuerlich besser geltend machen zu können. Dies ist für den kostenbewussten, zukunftsorientierten Arbeitnehmer in erster Linie auch mit Blick auf die Altersvorsorge von Belang. Denn die entsprechenden Aufwendungen dafür sollen in 2015 noch besser absetzbar sein.

Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil

Alles in allem ist der Arbeitnehmer mit Kindern in gewisser Weise recht gut oder zumindest besser als bisher gestellt. So wird höchstwahrscheinlich der Freibetrag um 35 Euro ansteigen, sodass sich dies positiv auf die Höhe des monatlichen Kindergeldes auswirkt: Sage und schreibe zwei Euro mehr blieben auf diese Weise übrig.

Experten sind sich schon jetzt einig: Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, der profitiert in 2015 von den steuerlichen Entlastungen bzw. durch die Beitragsbemessungsgrenze am meisten. Anders sieht das Ganze hingegen aus, wenn man zwar einen Trauschein besitzt, aber keine Kinder sein Eigen nennen kann. Erst recht dann, wenn es nur einen Verdiener in der Familie bzw. in besagter Zweierkonstellation gibt, muss mit einer zusätzlichen Belastung gerechnet werden. Die Belastung in Höhe von bis zu 35 Euro wäre beispielsweise dann in Kauf zu nehmen, wenn das monatliche Einkommen (brutto) 1.750 Euro nicht übersteigt. Dieser Aufwand ist vor allem dadurch zu erklären, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung unter diesen Voraussetzungen anders berechnet werden. Denn bei einem Einkommen in dieser Höhe werden sie vom ersten eingenommenen Cent an fällig.

Steuersündern ein Schnippchen geschlagen

In Sachen Steuerhinterziehung sind übrigens verschärfte Regelungen zu beachten. So soll sich, ganz im Gegensatz zu den aktuellen Gegebenheiten, eine so genannte Selbstanzeige nicht mehr lohnen dürfen. Vielmehr müssen Steuersünder, sofern sie eine Selbstanzeige erstattet haben, ab 2015 hierfür weitaus tiefer in die Tasche greifen. War die „Freigrenze“ hinsichtlich der zu zahlenden Strafe bisher mit 50.000 Euro hinterzogenen Steuern vergleichsweise „milde“, so wurde die Grenze jetzt auf 25.000 Euro gesenkt. Wer also 25.001 Euro am Finanzamt „vorbeigeschleust“ hat, der darf damit rechnen, dass eine Strafe von 10 Prozent dazu beitragen kann, dass von einer weiteren Strafverfolgung abgesehen wird. / Fotoquelle: fotolia.de / © SZ-Designs

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können