Steuererklärung 2015 – Welche Termine und Fristen sind zu beachten?

- 18.03.2015 von Sonja Hess -

Abgabefrist fuer Steuererklaerung und VerzugspauschaleSteuerpflichtige müssen eine Reihe von Fristen und Terminen beachten, um Steuerschätzungen, Verspätungszuschläge und ähnliche Nachteile zu vermeiden. Dies gilt vor allem für die alljährlich fällige Abgabe der Steuererklärung. Doch je nach individueller steuerlicher Situation können sich im Einzelfall zum Teil erhebliche Terminunterschiede ergeben.

Elektronische Datenübermittlung durch Arbeitgeber, Behörden und Versicherungen abwarten

Arbeitgeber, Behörden und Versicherungen müssen die steuerlich relevanten Daten von Arbeitnehmern spätestens bis zum 28. Februar eines jeden Jahres an die zuständigen Finanzämter weiterleiten. Dies geschieht auf elektronischem Weg, und in der Vergangenheit gab es dabei mehrfach Probleme aufgrund von falschen oder unvollständig übermittelten Datensätzen. Im „Elsterweb“ hat jeder Steuerzahler die Möglichkeit, die über ihn vorliegenden Datensätze einzusehen und auf Richtigkeit zu prüfen. Zu den an ein Finanzamt übermittelten Daten gehören beispielsweise die Lohnsteuerbescheinigungen und Rentenbezugsmitteilungen sowie die Altersvorsorge betreffende Beitragsdaten. Da diese Informationen durch die Finanzämter zunächst aufbereitet werden müssen, bringt es praktisch keinen Zeitgewinn, seine Einkommensteuererklärung schon vor dem 1. März einzureichen. Mit den ersten Einkommensteuerbescheiden für 2014 ist deshalb auch frühestens ab Ende März 2015 zu rechnen.

31. Mai oder 31. Dezember – wann wird die Steuererklärung fällig?

Das wichtigste Datum für alle, die eine Steuererklärung abgeben müssen, ist der 31. Mai. Bis zu diesem Termin sind jeweils die Steuererklärungen für das vorangegangene Jahr beim Finanzamt einzureichen. Fällt der Stichtag – wie im Jahr 2015 – auf einen Sonntag, dann verlängert sich die Abgabefrist automatisch bis zum 1. Juni. Wer schon vorher absehen kann, dass es ihm nicht möglich sein wird, die Steuererklärung fristgerecht abzugeben, sollte rechtzeitig vor dem letztmöglichen Abgabetermin eine Fristverlängerung beantragen und dafür die entsprechenden Gründe – wie hohe Arbeitsbelastung, noch fehlende Unterlagen oder Krankheit – nennen. In den meisten Fällen sind die Finanzämter bereit, die Abgabefrist bis zum 30. September zu verlängern, wenngleich es darauf keinen Anspruch gibt. Etwas entspannter können es all jene angehen lassen, die ihre Steuererklärung von einem Lohnsteuerhilfeverein oder von einem Steuerberater erstellen lassen. In diesen Fällen verlängert sich die Frist für die Abgabe der Steuererklärung automatisch bis zum 31. Dezember. Benötigt der Lohnsteuerhilfeverein oder der Steuerberater mehr Zeit für die Erstellung der Steuererklärung, gewähren die Finanzämter in der Regel unbürokratisch Fristverlängerungen bis zum 28. Februar des nächsten Jahres.

Stichtag für Eintragung von Freibeträgen und Steuerklassenwahl

Ein weiteres wichtiges Datum im Steuerjahr ist der 30. November. Denn bis zu diesem Zeitpunkt können Steuerpflichtige Freibeträge eintragen lassen, die dann in der Folge zu einer Erhöhung der laufenden Nettoeinkünfte führen. Auch Verheiratete oder Lebenspartner, die für das laufende Jahr noch einen Wechsel der Lohsteuerklasse vornehmen wollen, müssen dies bis zum 30. November erledigt haben, da Änderungen der Steuerklasse frühestens vom folgenden Monat an greifen. / Fotoquelle: fotolia.de / © cacaroot

Autor: Sonja Hess

Freiberufliche Autorin und Powerfrau, die sich in allen Bereichen zum Thema Arbeitsrecht, Finanzen und Karriere auskennt. Sie macht uns vor, dass es kein Problem ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. 2012 hat sie ihren ersten Text für uns geschrieben und nach einer etwas längeren Babypause freut sie sich nun, wieder die Ärmel hochkrempeln und schreiben zu können