Wie können Spenden von der Steuer abgesetzt werden?

- 10.06.2020 von Kim Teschner -

gemeinnützig und StifungViele Menschen sind bereit zu helfen und tun das häufig über Spenden. So konnten 2019 mehr als 5,1 Milliarden Euro an privaten Spendengelder gesammelt werden. Viele wohltätige und künstlerische Organisationen sind auf Spendengelder angewiesen. Spenden kommt jedoch nicht nur den Organisationen zugute, auch der Geldgeber hat einen Nutzen davon. Er kann die Zuwendungen von der Steuer absetzen.

Welche Spenden sind von der Steuer absetzbar?

Wichtigste Voraussetzung für eine Spende ist, dass diese freiwillig geschieht. Der Spender darf dafür weder eine Gegenleistung bekommen noch eine erwarten. Die Spende muss für gemeinnützige und steuerbegünstigte Fälle verwendet werden. Möglich sind außerdem Spenden an eine Stiftung oder an eine politische Partei.

Bei einer Spende von mehr als 200 Euro muss diese nachgewiesen werden. Dieser Nachweis ist zwar bei der Steuerklärung nicht notwendig, bei Verlangen muss sie jedoch nachgereicht werden. Bei Spenden unter 200 Euro reicht der Nachweis aufgrund des Kontoauszugs. Diese Vorgaben schränken die Absetzbarkeit von Spenden ein. Da ein Nachweis notwendig ist, kann eine Spende an einen Straßenmusikanten nicht abgesetzt werden. Das gilt auch für Sammlungen an der Haustür, wenn keine Zuwendungsbestätigung ausgefüllt wird.

Die Unterstützung einzelner Personen können nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Diese sind als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung anzugeben. Nicht steuerlich absetzbar sind Spenden an Sportvereine.

Sachspenden und Zeit steuerlich absetzen

Nicht nur Geld kann gespendet werden, auch Sachspenden sind möglich. Der Spender bekommt dafür eine Zuwendungsbestätigung. Diese muss den Sachwert enthalten. Um den Wert nachzuweisen ist es sinnvoll, den Neupreis, den Zustand bei der Spende und die Nutzungsdauer anzugeben.

Neben Sachspenden kann der Förderer auch gespendete Zeit geltend machen, beispielsweise bei einigen Ehrenämtern. In diesem Fall ist eine schriftliche Vereinbarung möglich. Diese regelt das Entgelt für den Aufwand. Der Spender verzichtet auf die Auszahlung und spendet diese dem Verein. Handelt es sich um eine monatliche Zahlung, muss die Verzichtserklärung einmal im Jahr ausgefüllt werden.

Diese Nachweise sind notwendig

Da die Finanzämter mit der großen Anzahl der Belege nicht mehr fertig werden, gibt es seit 2017 eine Regelung, welche die Belege reduzieren soll. Nachweise müssen nur noch bei Nachfrage eingereicht werden. Das heißt jetzt nicht, dass keine notwendig sind. Verlangt das Finanzamt einen Nachweis, muss dieser erbracht werden.

Bei Spenden macht es einen Unterschied, ob diese über oder unter 200 Euro betragen. Wer diesen Betrag nicht überschreitet, benötigt keine Zuwendungsbescheinigung. Ging die Spende an eine juristische Person des öffentlichen Rechts (Universität, öffentliche Dienststelle) genügt ein Kontoauszug und ein Beleg der Organisation. Bei Spenden an eine gemeinnützige Organisation muss hervorgehen, wie diese Mittel verwendet werden und dass sie von der Körperschaftsteuer befreit ist.

Bei Spenden über 200 Euro ist eine Spendenbescheinigung vom Empfänger notwendig. Dies gilt nicht für alle Spenden. Handelt es sich um eine große Katastrophe (Erdbeben, Tsunami, Ausbruch einer Seuche) können auch Einzahlungen auf ein Sonderkonto ohne Nachweis akzeptiert werden.

Bis zu welcher Höhe können Spenden abgesetzt werden?

Hier ist wichtig, um welche Art von Spende es sich handelt.

  • Geht die Spende an eine gemeinnützige Organisation können bis zu 20 Prozent der Einkünfte gespendet werden. Je höher also die Einkünfte sind, desto mehr kann gespendet werden. Die Höhe der Rückerstattung hängt vom individuellen Steuersatz ab. Je mehr verdient wird, desto höher ist der Steuersatz. Deshalb lohnt sich Spenden für höhere Einkommen stärker.
  • Bei Spenden an politischen Parteien können je Person im Jahr bis 3.300 Euro geltend gemacht werden. Davon bekommt der Spender die Hälfte als Steuererstattung zurück, die andere Hälfte muss er als Sonderausgaben geltend machen. Die 1.650 Euro Steuerrückerstattung sind natürlich nur möglich, wenn dieser Betrag auch eingezahlt wurde. Geringverdiener sollten bei ihrer Spende an ihre Partei daran denken.
  • Spenden an eine Stiftung können bis zu einer Millionen Euro als Sonderausgaben geltend gemacht werden. / Fotoquelle: © Titikul_B – Shutterstock.com

Autor: Kim Teschner

Kim ist bereits seit 2012 bei uns. Damals hat sie hauptberuflich bei einem Steuerberater gearbeitet und wollte ihr Wissen gerne einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Nach Mutterschutz und Elternzeit ist sie nun endlich wieder da und unterstützt uns in den Bereichen Finanzen, Gehalt und Steuern.