Worauf Frischvermählte unbedingt achten sollten

- 14.07.2014 von Marlen Schurr -

EhegattensplittingNach der Hochzeit ändert sich nicht nur der Familienstand. Auch in anderen Lebensbereichen tritt durch die Ehe ein anderer Status ein und das Ehepaar hat gewisse Dinge zu beachten.

Versicherungen prüfen und anpassen

Nicht nur beim Zusammenzug können beide Haushalte zusammengelegt und so profitiert werden. Nach der Heirat ist es bei vielen Versicherungen möglich, den Ehepartner mit in die Bestandspolice aufnehmen zu lassen. Mit einem kurzen Dreizeiler wird die Versicherung entsprechend informiert und die Änderung kann erfolgen. Geprüft werden sollte dabei nicht nur, welcher Vertrag die besseren Konditionen bietet. Auch die Beitragshöhe sowie die Kündigungsfristen spielen bei der Zusammenlegung eine Rolle.

Die Änderung der Versicherung ist auch zur gegenseitigen Absicherung wichtig. Neben der Lebensversicherung sollte auch bei der Unfallversicherung der Ehegatte als Begünstigter eingetragen werden. Nur so kann im Todesfall auch die Leistung in Anspruch genommen werden. Zudem sollte die Eintragung frühzeitig erfolgen. Geprüft werden muss hier auch, ob eventuell noch der Ex-partner im Vertrag erscheint. Denn diesem steht ansonsten die Versicherungsleistung aus der Unfall- oder Lebensversicherung zu.

Steuerklassen beachten und Steuervorteile nutzen

Ist die Ehe vollzogen, gelten für beide Ehegatten neue Steuerklassen. Neben der Kombination der Klassen III und V ist auch die Wahl der Klassen IV/IV möglich. Letztere kann auch mit Faktor gewählt werden. Dieser bewirkt, dass das sogenannte Ehegattensplitting bereits während des Jahres der Heirat greift und so eine negative Steuerlast vermieden werden kann. Grundsätzlich ist die Höhe der Steuerbelastung in allen drei Varianten gleich. Lediglich der monatliche Abzug variiert und kann durch clevere Kombination der Steuerklasse einen finanziellen Spielraum während des Jahres verschaffen.

Soll die bestehende Kombination geändert werden, muss dies bis zum 30. November erfolgen. Besonders interessant ist dies, wenn Kinder mit ins Spiel kommen. Bei der Wahl der passenden Steuerklasse kann ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein entsprechende Hilfe anbieten.

Kostenfalle Krankenkasse – Unterschiede bei privat und gesetzlich

Auch in Sachen Krankenversicherung müssen Ehepaare nach der Hochzeit einiges beachten. Sind beide Partner berufstätig, so bleibt die Konstellation der bisherigen Krankenkasse bestehen. Steht allerdings Nachwuchs ins Haus, ändert sich für die Familie einiges. So kann der erziehende Partner zusammen mit den Kindern nach der Elternzeit beitragsfrei in die Familienversicherung wechseln. Voraussetzung dafür ist, dass beide Ehegatten in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind.

Deutlich schwieriger wird es, wenn der arbeitende Partner einer privaten Krankenversicherung angehört. Dann kann der erziehende Elternteil nicht einfach in eine Familienversicherung aufgenommen werden. Dieser muss sich entweder selbst privat oder freiwillig gesetzlich versichern. Dies kann schnell zur finanziellen Belastung werden. Als Beitragsgrundlage wird auf Grund des fehlenden Einkommens die Hälfte des anderen Ehegatten herangenommen. Sind beide Partner privat bei einer Krankenkasse versichert, bleiben die Beiträge auch für den Elternteil bestehen, der die Kinder erzieht.

Durch eine Heirat können sich sowohl finanzielle Vorteile als auch Nachteile entstehen. Daher ist es für die Ehegatten ratsam, sich bereits vor der Eheschließung über die eigenen Versicherungen Gedanken zu machen. So werden finanzielle Überraschungen vermieden. / Fotoquelle: fotolia.de / © afitz

Autor: Marlen Schurr

Eine Autorin der ersten Stunde und Frauchen von Emma. Marlen hat Betriebswirtschaft studiert und danach lange bei einer großen Bank gearbeitet. Finanzen und Wirtschaftsthemen sind ihr Steckenpferd, auch bei der Altersvorsorge weiß sie, wovon sie schreibt. Während ihrer Elternzeit hat sie zum Glück immer wieder Zeit gefunden, sich durch Seminare und Vorträge auf dem Laufenden zu halten und arbeitet inzwischen wieder stundenweise in ihrem alten Job, getreu dem Motto „einmal Banker, immer Banker“. Wir freuen uns, dass sie auch den Weg zu uns zurückgefunden hat und wieder da ist!