Berufsanfänger – Welche Versicherungen sind wichtig?

- 18.01.2018 von Gaby Mertens -

Versicherungen und BerufsstartDer Start in das Berufsleben stellt für junge Menschen einen neuen Lebensabschnitt dar, denn nach erfolgreich abgeschlossener Lehre oder dem Studium geht es jetzt ans Geld verdienen. Neben dem Gehalt, welches man verdient, muss sich der Berufsanfänger aber auch um einen eigenen Versicherungsschutz kümmern. Denn während der Ausbildung oder des Studiums ist er noch durch die Kranken- und Haftpflichtversicherung der Eltern geschützt. Danach muss jeder Eigenverantwortung tragen und sich selbst versichern. Auf dem Markt herrscht ein starker Wettbewerb zwischen den Anbietern. Einige Versicherungen sind unverzichtbar, andere empfehlenswert oder zum Teil (fast) überflüssig. Experten sagen, dass jede Versicherung, die ein existenzielles Risiko abdeckt, unbedingt notwendig sind. Bei den anderen Versicherungen sollte individuell entschieden werden.

Krankenversicherung und private Zusatzversicherung

Die Krankenversicherung gehört zu den gesetzlichen Pflichtversicherungen. Das bedeutet, dass jeder Bürger so eine Versicherung haben muss. Die meisten werden sich wahrscheinlich für eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) entscheiden. Zwar sind seit der letzten Reform die Beitragssätze bei allen Anbietern gleich, der Krankenversicherungssatz des Arbeitnehmers unterscheidet sich jedoch bei den einzelnen Kassen.
Deshalb empfiehlt sich ein Vergleich von Krankenversicherungen, vor allem auch, weil sich das Leistungsangebot der einzelnen Krankenkassen geringfügig unterscheidet. So bieten zum Beispiel einige Anbieter die Übernahme der Kosten von Reiseimpfungen an, was sich bei reiselustigen jungen Menschen extrem kostensparend auswirkt. Von den privaten Zusatzversicherungen ist die Auslandskrankenversicherung besonders für Reisen außerhalb der EU unverzichtbar. Sie schützt vor den Kosten von Krankheiten und Unfällen im Ausland und übernimmt im Regelfall die Kosten eines medizinisch notwendigen Rücktransports per Flugambulanz. Die Beiträge kosten nur ein paar Euro im Jahr, können aber im Versicherungsfall eine finanzielle Katastrophe verhindern. Wer bereits beim Berufsstart gut verdient, sollte überprüfen, ob sich nicht gleich eine Private Krankenversicherung besser eignen würde.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV)

Diese Versicherung greift ein, wenn der Versicherungsnehmer seinen Beruf auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Und das kann auch Berufsanfänger betreffen. Zwar zahlt der Staat in diesem Fall eine kleine Rente, diese ist jedoch viel zu gering, um das Überleben zu sichern (besonders wenn noch eine Familie zu versorgen ist). Die staatlichen Leistungen betragen maximal 15 bis 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens. Hauptgründe für eine Berufsunfähigkeit sind übrigens nicht Unfälle oder Rückenprobleme, sondern psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen oder Neurosen. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Arteriosklerose führen oft zur Berufsunfähigkeit. In jungen Jahren sind die Beiträge zur BUV noch halbwegs erschwinglich.

Private Haftpflichtversicherung

Diese Versicherung gehört ebenfalls zur Gruppe der unverzichtbaren Versicherungen. Sie schützt den Versicherungsnehmer vor den Kosten von Schäden, die er anderen durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn zufügt. Bei derartigen Fällen kann es schnell zu Forderungen in Höhe von vielen Tausend Euro (manchmal sogar Millionen) kommen. Die Beiträge sind relativ gering und werden üblicherweise jährlich bezahlt.

Private Unfallversicherung

Obwohl es eine gesetzliche Unfallversicherung gibt, ist eine private Unfallversicherung eine gute Ergänzung, sollte keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen worden sein. Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt nur die finanzielle Absicherung von Unfällen, die sich während der Arbeit oder auf direktem Weg zur und von der Arbeitsstelle ereignen. Die Statistik sagt aber aus, dass die meisten Unfälle in der Freizeit passieren. Am häufigsten ereignen sie sich im Haushalt oder bei Sport und Spiel. Die Beiträge für eine private Unfallversicherung liegen jährlich im niedrigen zweistelligen Bereich.

Kfz-Versicherung

Natürlich sollte jeder, der mit dem eigenen Auto unterwegs ist, zwingend eine Kfz-Versicherung abschließen und das gleich bei Anmeldung des Fahrzeugs. Unfälle können Kosten in Millionenhöhe verursachen und da sichert man sich lieber vorher ab. Auch hier lohnt sich ein Vergleich, da einige Versicherungen inzwischen Zusatzleistungen wie Werkstattbonus und Auto-Notruf anbieten.

Welche Versicherungen sind noch zu empfehlen?

Dazu gehört beispielsweise die Hausratsversicherung, zumindest sobald der eigene Haushalt einen gewissen Wert erreicht hat. Diese Versicherung kommt nicht nur für Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruch oder Blitzschlag aus, sondern schützt meist auch das Reisegepäck gegen Verlust, Diebstahl oder Beschädigung.
Zu dieser Gruppe gehört auch die Zahn-Zusatzversicherung, eine Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten der Zahnbehandlung wachsen explosionsartig und werden nur teilweise von der GKV übernommen. Die Zahn-Zusatzversicherung bewahrt vor hohen Rechnungen, die beispielsweise bei Zahnersatz fällig werden.
Für bestimmte Personen oder Berufsgruppen kann auch der Abschluss einer Tierhalter-Haftpflichtversicherung oder eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein.

Gibt es auch überflüssige Versicherungen?

Ja, auch die gibt es. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Handyversicherungen, eine Brillenversicherung oder eine Insassenunfallversicherung für Kraftfahrzeuge (wird bereits von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt). Auch eine Kranken-Tagegeldversicherung, die für jeden Tag Aufenthalt im Krankenhaus Geld auszahlt, ist nicht zwingend notwendig, es sei denn, man leidet unter einer chronischen Krankheit, die regelmäßige Krankenhaus-Aufenthalte notwendig macht. / Fotoquelle: fotolia.de / © Coloures-Pic