Die Familienversicherung

- 12.04.2024 von Sebastian Nissen -

Familienmitglieder und FamilienangehörigeDie Krankenversicherung gehört in Deutschland zu den Pflichtversicherungen. Ungefähr 90 Prozent aller Einwohner der Bundesrepublik sind in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert, der Rest hat eine private Krankenversicherung abgeschlossen. Zu den Vorteilen der GKV gehört unter anderem, dass sie eine Familienversicherung anbietet.

Was ist eine Familienversicherung?

Als Familienversicherung wird die Möglichkeit bezeichnet, dass sich Familienmitglieder beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichern lassen können. Sie genießen dadurch denselben Versicherungsschutz wie die anderen Familienmitglieder, müssen aber keine Beiträge bezahlen. Dadurch ist in vielen Fällen die gesetzliche Krankenversicherung für Familien günstiger als eine private Krankenversicherung, da bei letzterer für jedes Mitglied, gleich ob erwachsen oder minderjährig, ein gesonderter Vertrag abgeschlossen werden muss.

Welche Voraussetzungen müssen für die Familienversicherung erfüllt sein?

Für die Aufnahme in die Familienversicherung müssen die betreffenden Personen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Zu den Grundvoraussetzungen gehört, dass die zu versichernden Personen zur Familie gehören. Das trifft auf folgende Angehörige zu:

  • Kinder
  • Pflegekinder
  • Adoptivpflegekinder
  • Kinder von familienversicherten Kindern
  • Ehepartner
  • eingetragene Lebenspartner

Zu den Grundvoraussetzungen gehört auch, dass die zu versicherten Personen ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. Darüber hinaus gelten einige weitere Voraussetzungen für die Aufnahme in die Familienversicherung. Zu den wichtigsten gehört das Einkommen. Für eine Mitgliedschaft in der Familienversicherung darf es eine Höchstgrenze nicht überschreiten, die 2024 die Summe von 503 Euro im Monat nicht überschreiten darf. Minijobber dürfen maximal 538 Euro im Monat verdienen. Außerdem darf keine andere Pflichtversicherung bestehen, die eine Familienversicherung ausschließt. Wer abhängig beschäftigt ist und mehr als 503 Euro im Monat verdient, ist über den Arbeitgeber versichert (Ausnahme Minijobber). Rentner sind automatisch Mitglieder in der Krankenversicherung der Rentner.

Wer kann kein Mitglied in der Familienversicherung werden?

Das betrifft zunächst alle Personen, die nicht zu den oben genannten Familienmitgliedern gehören oder die außerhalb Deutschlands wohnen. Der Abschluss einer Familienversicherung ist zudem nicht möglich, wenn das Einkommen den Höchstbetrag von aktuell 503 Euro im Monat an mehr als 2 Monaten pro Jahr überschreitet. Zur Gruppe der Personen, die nicht in die Familienversicherung aufgenommen werden können, gehören zudem alle, die hauptberuflich als Selbstständige tätig sind oder die sich per Antrag von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreien ließen. Angehörigen bestimmter Berufe oder Berufsgruppen ist der Abschluss einer Familienversicherung ebenfalls nicht möglich. Dazu gehören:

  • Beamte
  • Berufssoldaten
  • Richter
  • Geistliche

Sollte ein Elternteil privat versichert sein, kann eine Familienversicherung unter Umständen ebenfalls nicht möglich sein.

Wie lange währt die Mitgliedschaft in der Familienversicherung?

Für Kinder, Pflegekinder und andere Minderjährige, die zum Kreis der berechtigten Familienangehörigen zählen, endet die Mitgliedschaft üblicherweise mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres. Sollte das Kind nicht erwerbstätig sein, verlängert sich diese Zeit bis zum 23. Lebensjahr und bei einem Studium oder einer Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr. Wird die Ausbildung durch einen Wehrdienst, Freiwilligendienst oder Einsatz als Entwicklungshelfer bzw. Entwicklungshelferin unterbrochen, verlängert sich die Mitgliedschaft in der Familienversicherung um weitere 12 Monate.

Kinder, die sich aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung nicht selbst versorgen können, bleiben unbefristet in der Familienversicherung.

Wie sieht die Situation bei einer Ehescheidung aus?

Solange die Ehe noch nicht rechtskräftig geschieden ist, bleibt die Familienversicherung des Ehepartners oder Lebenspartners bestehen. Das gilt auch dann, wenn beide getrennt leben.

Was geschieht nach dem Auslaufen der Familienversicherung?

Die bisher in der Familienversicherung versicherten Personen bleiben weiterhin freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Das gilt jedoch nur, wenn keine andere Pflichtversicherung greift, beispielsweise durch die Aufnahme einer abhängigen Beschäftigung oder wenn sich das Familienmitglied privat versichert.

Versicherungsnehmer haben eine Mitwirkungspflicht

Treten Veränderungen in den persönlichen Lebensumständen ein, die einen Versicherungsschutz über die Familienversicherung nicht mehr möglich machen, muss die gesetzliche Krankenkasse unverzüglich darüber unterrichtet werden. In der Regel verschickt sie einmal pro Jahr einen Fragebogen, der zur Aktualisierung der Daten dient. Es wäre jedoch falsch, zu warten. Solche Veränderungen müssen unverzüglich mitgeteilt werden. Typische Beispiele sind die Aufnahme einer Arbeit oder eine Heirat und oder der Bezug einer eigenen Wohnung. In solchen Fällen müssen sich die betreffenden Familienmitglieder selbst versichern. / Fotoquelle: © Lucky Business – Shutterstock.com