Die Hausratversicherung in einer WG – Das ist zu beachten!

- 04.10.2018 von Deniz Wölk -

Wohngemeinschaft und VersicherungImmer mehr Menschen leben in WGs. Das trifft nicht nur auf Studenten zu, auch mehr und mehr ältere Leute und auch Senioren ziehen zusammen. Grund dafür ist neben den explodierenden Mieten unter anderem die Furcht vor Einsamkeit im Alter. Das Leben in einer WG weist jedoch im Vergleich zu dem in einer normalen Mietwohnung einige Besonderheiten auf. Neben den gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Küche und Bad hat jedes Mitglied der WG sein eigenes Reich. Diese Besonderheiten wirken sich auch auf die Versicherungen aus.

Wozu dient die Hausratversicherung der WG?

Die Hausratversicherung gehört zur Kategorie der Sachversicherungen. Sie schützt das gesamte Inventar des Haushalts gegen Feuer, Schäden durch Leitungswasser, Hagel, Sturm, Einbruchdiebstahl, Vandalismus und Raub. Im Versicherungsschutz enthalten sind auch Kosten für Aufräumungsarbeiten, Schutzkosten und Hotelkosten. Gegen Aufpreis kann auch ein Schutz gegen Fahrraddiebstahl, Elementarschäden oder Glasbruch hinzugefügt werden. Die Hausratversicherung ist unverzichtbar, weil sie existenzbedrohende Risiken absichert.

Welche Optionen gibt es bei der Hausratversicherung für eine WG?

Grundsätzlich kann entweder eine gemeinschaftliche Versicherung abgeschlossen werden oder jedes Mitglied der WG schließt seinen eigenen Vertrag ab. Letztere Option ist dann zu empfehlen, wenn es in der WG einen Hauptmieter gibt, der die Zimmer untervermietet. Bei einer Hausratversicherung ist nämlich das Eigentum von Untermietern nicht geschützt, weil es dem Hauptmieter nicht gehört. Jeder Untermieter muss darum seinen eigenen Vertrag abschließen. In der Inventarliste muss der Untermieter auch Dinge aufnehmen, die sein Eigentum sind, jedoch in gemeinsam genutzten Räumen stehen.

Eine gemeinschaftliche Hausratversicherung ist dann die richtige Lösung, wenn alle Bewohner der WG gleichberechtigte Mieter sind. Damit ihr Eigentum aber im Schadensfall geschützt ist, müssen sie im Versicherungsvertrag namentlich genannt sein. Außerdem sollte jeder Bewohner der WG eine Inventarliste mit seinem Eigentum erstellen. Das ist eine große Hilfe bei der Schadensregulierung. Wenn ein Bewohner auszieht und ein neuer einzieht, muss der Namenswechsel unverzüglich der Versicherung mitgeteilt werden.

Wie verhält es sich mit dem Versicherungsschutz bei möblierten Zimmern?

In diesem Fall gibt es 2 Möglichkeiten. Da die Möbel Eigentum des Vermieters sind, muss dieser dafür auch eine Hausratversicherung abschließen. Die Kosten dieser Versicherung darf er allerdings auf den Mieter umlegen. Als zweite Möglichkeit kann der Mieter auch eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Deren Schutz gegen Schäden des Inventars ist jedoch nicht so umfassend wie der einer Hausratversicherung. Dazu kommt noch, dass in den meisten regulären Policen einer Haftpflichtversicherung Schäden an gemieteten Gegenständen nicht enthalten sind. Dieser Schutz kann aber gegen Aufpreis erworben werden.

Wie sieht es mit dem Versicherungsschutz bei Gemeinschaftsräumen aus?

Das kommt ganz auf den jeweiligen Schaden an. Bei einem Diebstahl sind Gegenstände, die in einem Gemeinschaftsraum abgestellt werden, oft nicht versichert. Das liegt daran, dass zu einem Gemeinschaftsraum (wie Keller und Waschküche) mehrere Personen Zutritt haben und deswegen das Risiko eines Diebstahls höher ist als in einem Einzelzimmer der WG (vorausgesetzt, es ist abgeschlossen). Werden zum Beispiel Fahrräder oder Gartenmöbel in einem Gemeinschaftsraum abgestellt, zahlt die Versicherung bei Diebstahl nur, wenn sie zusätzlich mit einer Kette und einem Schloss gesichert wurden. Bei anderen Schäden greift eventuell die Haftpflichtversicherung.

Ist eine Versicherung über die Hausratversicherung der Eltern möglich?

Das geht nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die junge Person muss sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden und darf das Elternhaus nur vorübergehend verlassen. Dann beträgt sein Versicherungsschutz meistens 10 Prozent des Schutzes der Hausratversicherung seiner Eltern. Wie lange so eine Außenversicherung andauern kann, steht in der Police.

Was ist noch bei einer Hausratversicherung zu beachten?

Vor dem Abschluss des Vertrags sollten die Versicherungsnehmer unbedingt angeben, dass sie in einer WG leben. Nicht alle Versicherungen bieten Policen für WGs an. Da dort mehrere Personen leben, ist auch die Wahrscheinlichkeit eines Schadens größer. Tritt der Schadensfall ein und der Versicherungsnehmer hat verschwiegen, dass er in einer WG lebt, kann die Versicherung die Regulierung des Schadens verweigern. Eine Hausratversicherung reicht allerdings allein als Schutz nicht aus. Sie sollte unbedingt durch eine private Haftpflichtversicherung ergänzt werden. / Fotoquelle: fotolia.de / © ungermedien

Autor: Deniz Wölk

Unser Hahn im Korb (der endlich Unterstützung bekommen hat). Deniz kommt aus der Versicherungsbranche und arbeitet schon lange als freiberuflicher Autor. Sein Wissen zu den Themen Versicherungen und Altersvorsorge ist unschlagbar und keiner schafft es, dieses so einfach herüber zu bringen wie er.