Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

30.08.2017 von Deniz Wölk

Zu einem gepflegten Erscheinungsbild gehört auch ein makelloses Gebiss. Trotz ausreichender Pflege der Zähne sind dennoch nicht immer Schäden am Gebiss vermeidbar. Sei es eine aufwendige Zahnbehandlung oder gar Zahnersatz – für die Behandlung können im ungünstigsten Fall hohe Kosten auf den Patienten zukommen. Spätestens dann stellt sich die Frage: Welche Vorteile bringt eine Zahnzusatzversicherung für gesetzlich Versicherte?

Wann lohnt sich der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen belohnen Patienten, die einmal jährlich zum Zahnarzt gehen und über fünf Jahre ihr Bonusheft vorbildlich führen, mit maximal 60 Prozent Kostenübernahme. Allgemein werden 50 Prozent der Zahnbehandlungen übernommen. Diese Regelversorgung gilt jedoch nur für den einfachsten Zahnersatz. Entscheidet sich ein gesetzlich Versicherter zum Beispiel für ein hochwertiges Implantat, kann dieses mehr als 2.000 Euro kosten. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt jedoch nur einen sehr geringen Bruchteil der Behandlungskosten. Statt dem Implantat werden nur die anteiligen Kosten für eine Brücke erstattet, denn Implantate gehören generell nicht zur Regelversorgung. In diesem Fall hilft eine Zahnzusatzversicherung und reduziert den Eigenanteil auf ein Minimum.

Diese Zusatzversicherung ist jedoch nur dann eine sinnvolle Investition, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt abgeschlossen wird. Wird eine Versicherung zu zeitig abgeschlossen, sind die Beiträge zwar meistens geringer, doch ist es bei jungen Menschen eher unwahrscheinlich, dass der Leistungsumfang in Anspruch genommen wird. Zu lange sollte auch nicht gewartet werden. Hier muss jeder Einzelne selbst abschätzen, wann der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist. Auf jeden Fall ist der Abschluss ab einem Alter von etwa 40 Jahren sinnvoll. Ebenso, wenn bereits zu erkennen ist, dass in den nächsten Jahren ein Zahnersatz erforderlich wird.

Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung nicht

In manchen Fällen verursacht eine Zusatzversicherung eher Kosten, als das sie Nutzen bringt, daher ist es wichtig, auch das „Kleingedruckte“ zu lesen. Es sollte nicht irgendein Tarif abgeschlossen werden, denn die einzelnen Versicherungen unterschieden sich nicht nur im Preis, sondern auch in der Leistung. Deshalb ist es vor dem Abschluss enorm wichtig, sich mehrere Angebote einzuholen und gründlich verschiedene Anbieter zu vergleichen.

Wenn bereits Zahnprobleme behandelt werden oder in naher Zukunft ein Zahnersatz geplant ist, kann auf einen Abschluss verzichten werden. Denn diese Kosten werden von der Zusatzversicherung nicht übernommen. Manche Anbieter versichern auch trotz einer laufenden Behandlung. Allerdings ist das meistens mit höheren Beiträgen verbunden.

Menschen mit einem perfekten Gebiss können ebenfalls auf einen Abschluss verzichten, sofern sie davon ausgehen können, dass sich dieser Zustand in den nächsten Jahren nicht ändert. Empfehlenswert ist es dann, das Geld anderweitig anzusparen, um es später für eine erforderliche Behandlung verwenden zu können.

Wichtige Leistungen einer Zahnzusatzversicherung

Vor einem Abschluss sollte jeder sich über den Leistungsumfang und die Bedingungen, die an den Antragsteller gestellt werden, genau informieren. Wichtig ist, dass Zahnersatz und hochwertige Implantate inklusive der zugehörigen Maßnahmen unbegrenzt vertraglich eingeschlossen sind. Außerdem sollte der Eigenanteil einschließlich des Anteils der gesetzlichen Krankenversicherung maximal 20 Prozent betragen. Ideal wären sogar nur 10 Prozent Eigenanteil.

Ein guter Tarif beinhaltet noch weitere Leistungen, wie hochwertige Zahnbehandlungen, Zahnprophylaxe und/oder Kieferorthopädie für Kinder. Hier ist es eine Ermessensfrage, auf welche Leistungen besonders Wert gelegt wird.

Zu beachten ist, dass beim Abschluss einer Zahnzusatzversicherung keine Behandlung geplant ist und die Zähne noch in einem guten Zustand sind. Bei einem besonders schlechten Zustand der Zähne könnte die Versicherung den Antrag ablehnen. Fallen bestehende oder geplante Therapien in die Zeit des Vertragsabschlusses oder direkt danach, werden die Kosten hierfür in der Regel nicht übernommen. Falsche Angaben über den Zustand der Zähne sollten bei der Antragstellung auf keinen Fall gemacht werden. Viele Versicherungen prüfen spätestens bei der ersten Rechnung ihren Wahrheitsgehalt und verweigern im Zweifelsfall eine Übernahme der Kosten.

Bei den meisten Zusatzversicherungen können im ersten Quartal nach Versicherungsabschluss keine Leistungen in Anspruch genommen werden. Bei Zahnersatz sind es oftmals sogar acht Monate. Fast alle Tarife erstatten zudem in den ersten Jahren nur einen begrenzten Anteil der Gesamtsumme. Bei Versicherungen, die von Anfang an viele Leistungen voll abrechnen, sind dementsprechend auch hohe Beiträge zu erwarten. Wirbt ein Anbieter mit einer Verdopplung der Kassenleistungen, handelt es sich fast immer um eine Mogelpackung – deshalb sollten die Inhalte der verschiedenen Versicherungen zwingend auf Herz und Nieren überprüft werden, bevor der Vertrag abgeschlossen wird. / Fotoquelle: fotolia.de / © Robert

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